Aus dem alten Rathaus: Falkensee gab gebrauchte Büromöbel an lokale Vereine ab!
Das alte Rathaus Falkensee wurde leergezogen, es soll nun von Grund auf saniert werden. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mussten beim Umzug zum Glück nicht weit laufen: Der neu errichtete Rathauserweiterungsbau steht gleich hinter dem alten Gebäude. Beim Umzug sind allerdings die alten Möbel zurückgeblieben. Die Stadt suchte nach neuen Besitzern und bot an, sie an Vereine zu verschenken. Am 10. März standen die Rathaustüren offen – und am Ende des Tages waren die meisten Tische, Schränke und Stühle bereits vergeben.
Alles ist neu im Rathauserweiterungsbau. Die Verwaltung der Stadt Falkensee darf sich im neuen Gebäude nicht nur über eine moderne Ausstattung der Räume freuen, sondern auch über neue Möbel, die gezielt so bestellt wurden, dass sie den aktuellen Arbeitsstättenrichtlinien entsprechen. Die alten Schreibtische, Schränke, Stühle, Sideboards, und Rollcontainer sind tatsächlich in den leergezogenen Räumen im alten Rathaus verblieben: erste Kollateralschäden der Modernisierung.
Die alten Möbel sind aber tatsächlich noch viel zu gut erhalten, um einfach nur lieblos auf dem Sperrmüll zu landen.
Torsten Klier, Amtsleiter vom Falkenseer Grundstücks- und Gebäudemanagement (GGM): „Wir haben die Möbel zuerst unseren Schulen, den Kitas und Horten sowie den Außenstellen der Verwaltung angeboten. Anschließend kam die Idee auf, auch unseren Vereinen etwas Gutes zu tun, damit sie sich die Investitionskosten für neue Möbel sparen können.“
Und so hat die Stadt einen öffentlichen Aufruf gestartet. Am 10. März zwischen 7 und 9 Uhr und zwischen 14 und 16:30 Uhr hatten Vertreter von lokalen Vereinen die einmalige Möglichkeit, durch das alte Rathaus zu flanieren, um die aussortierten Möbelstücke in Augenschein zu nehmen – darunter auch die Einrichtungen aus dem Standesamt und aus dem großen Rathaussitzungssaal. Die Möbel hatte man zur besseren Übersicht vor allem im kleinen Sitzungssaal im Erdgeschoss zusammengetragen, sie füllten aber auch einige der benachbarten Räume.
Torsten Klier: „Der SV Falkensee Finkenkrug, die Igelritter und das Tierschutzheim Falkensee gehörten zu den allerersten Besuchern, die nach passenden Möbeln gesucht haben. Später kamen auch noch der TSV Falkensee und der Seniorenbeirat mit hinzu.“
Die Vereine nutzten zum Teil Visitenkarten, die mit Tesafilm auf die Möbel geklebt wurden, um ihren Anspruch auf bestimmte Stücke zu signalisieren. Die Stadt Falkensee hatte bereits im Vorfeld den Slogan „Wer zuerst markiert, erhält den Zuschlag“ ausgegeben.
Torsten Klier: „Für den Abtransport der Möbel waren die Vereine selbst verantwortlich. Dafür hatten sie einige Tage lang Zeit. Wir haben die großen Möbel wie etwa die Schränke aber bereits so weit zerlegt, wie uns das möglich war. Da sollte der Abtransport in einem Sprinter kein Problem mehr gewesen sein.“
Auch Bürgermeister Heiko Richter ließ sich vor Ort blicken, um zu schauen, ob sich denn ausreichend viele Vereine einfinden würden, um den Möbelstau aufzulösen: „Auch mein eigener Schreibtisch suchte einen neuen Besitzer. Ich habe ja inzwischen einen neuen bekommen. Mein alter Schreibtisch hat in den zwei Jahren meiner Amtszeit schon so einiges erlebt. Und auch mein Vorgänger Heiko Müller hat schon an diesem Tisch gesessen. Es ist ein Möbelstück mit Geschichte.“
Um etwaige Abnehmer noch mehr für den bürgermeisterlichen Schreibtisch zu begeistern, legte Heiko Richter noch eine Tüte Gummibärchen auf die Schreibtischplatte: „Vielleicht hilft es ja.“
Am Ende des Tages konnte Pressesprecherin Luisa Bellack eine positive Botschaft verbreiten: „Es ist fast alles weggegangen, es sind nur noch ein paar Stühle übrig.“
Auch Bettina Spitzer von den Igelrittern hatte ordentlich zugeschlagen: „Unser Igelzimmer muss aufgehübscht werden. Die bisherigen Möbel fallen auseinander. Deswegen haben wir uns im Rathaus umgesehen und sind fündig geworden. Dank der neuen Möbel wird nun alles wieder ordentlich.“
Torsten Klier: „Das freut uns natürlich über alle Maße, dass wir auch aus Gründen der Nachhaltigkeit so gut wie alle Möbel in neue Hände geben konnten. Einige der Möbel waren zwar schon etliche Jahre alt, sie waren aber in einem einwandfreien Zustand. Andere Möbel waren noch fast neuwertig.“
In den Sperrmüll gehen nun nur noch übrig gebliebene Tischbeine, nicht benötigte Verkleidungen oder einzelne Bauteile, bei denen keiner mehr so richtig nachvollziehen kann, zu welchen Möbelstücken sie einmal gehört haben.
Auf jeden Fall war die Verschenkaktion ein großer Erfolg – mit einer Win-Win-Situation für beide Seiten. Die Stadt Falkensee hat sich den Abtransport der ausrangierten Möbel über den Sperrmüll gespart und die Vereine konnten sich mit neuen Möbeln eindecken, ohne dafür eh kaum vorhandenes Geld in die Hand nehmen zu müssen.
Das Ausräumen der Möbel war nun sozusagen der allerletzte Schritt, bevor vor Ort der Hochbau übernimmt und damit beginnt, diverse Rückbaumaßnahmen im alten Rathaus durchzuführen, um auf diese Weise die Sanierung vorzubereiten. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige







