Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg: Ab dem 14. Juni rollen die Züge wieder!
Das Ende der bahnlosen Zeit nähert sich für die Menschen in Falkensee, Brieselang und Nauen: Nach unerwarteter Bauverzögerungen aufgrund der starken Frostperiode im Januar ist nun doch ein Ende der Baumaßnahmen in Sicht. Ab dem 14. Juni sollen die Züge auf der dann grundsanierten Strecke Berlin-Hamburg wieder ungestört über die Schienen rollen. Dann wird erstmals auch der Flixtrain alle zwei Stunden auf den Gleisen unterwegs sein.
Was war das für ein Einschnitt in den lokalen Pendlerverkehr aus dem Speckgürtel in die Hauptstadt: Seit den 1. August 2025 fährt auf der Strecke Berlin-Hamburg kein einziger Zug mehr. Die Deutsche Bahn führt auf der meistbefahrenen Strecke in Deutschland eine umfassende Generalsanierung durch: Auf 280 Kilometern Länge sollen Bahntrasse und Bahnhöfe modernisiert werden.
Spätestens ab dem 30. April sollten die Züge aber eigentlichen wieder rollen. Dieses Datum kann aber leider nicht eingehalten werden, so Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO: „Der außergewöhnlich starke und langwierige Wintereinbruch in Norddeutschland hat unsere eingeplanten Zeitpuffer aufgebraucht.“
Der lange Frost hat die Arbeiten ausgebremst. Seit dem Ende der Kaltwetterperiode hat die Bahn zwar versucht, mit mehr Personal vor Ort den Baufortschritt zu beschleunigen. Zurzeit steht aber noch immer die Endmontage der Leit- und Sicherungstechnik sowie der Oberleitungen an. Auch müssen umfangreiche Arbeiten an den Bahnhöfen durchgeführt werden.
Am 11. März hat die Bahn nun eine neue Terminplanung ausgegeben. Demnach soll die Freigabe der Strecke in zwei Etappen erfolgen. Bereits ab dem 15. Mai können die Züge wieder über den fertiggestellten nördlichen Streckenabschnitt von Hamburg bis nach Hagenow Land fahren. Das nützt aber natürlich dem Havelland nichts.
Die gesamte Strecke Berlin-Hamburg mit den Bahnhöfen in Falkensee, Brieselang und Nauen wird erst zum „kleinen Fahrplanwechsel“ am 14. Juni freigegeben. Dann sind alle Fern-, Regional- und Güterzüge wieder unterwegs. Der ICE fährt im Halbstundenrhythmus über die Strecke. Und ganz neu wird dann auch der Flixtrain alle zwei Stunden mit unterwegs sein.
Während der Korridorsanierung hat die Bahn mehr als 165 Kilometer Gleise und fast 250 Weichen erneuert, sechs neue Überleitstellen geschaffen, die Leit- und Sicherungstechnik erneuert, 19 Stellwerke gebaut und sechs neu errichtet. Die Strecke wurde so auch für den künftigen Einsatz des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS vorbereitet.
Die Deutsche Bahn verkündet: „Die 28 Bahnhöfe entlang der Strecke modernisiert die DB InfraGO und gestaltet sie attraktiver. Dazu gehören Bahnsteigverlängerungen, Bahnsteigerhöhungen für einen stufenlosen Einstieg in den Zug, längere Bahnsteigdächer und Wegeleitsysteme für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. 20 der 28 Bahnhöfe werden ganzheitlich entwickelt – durch neu gestaltete Personenunterführungen, durchgängige Gestaltungskonzepte sowie mehr Sitz- und Wartemöglichkeiten und bessere Parkmöglichkeiten für Fahrräder.“
Auch die Bahnhöfe im Havelland werden in sogenannte „Zukunftsbahnhöfe“ verwandelt, aktuell startete im März der Ausbau am Bahnhof „Seegefeld“.
Wenn alles nach Plan verläuft, können viele Pendler und Bahnfreunde bald wieder ihre gewohnte Strecke nutzen – ohne Umwege über die in den letzten Monaten verstärkt genutzten Bahnhöfe Brieselang und Dallgow-Döberitz. (Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
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