Kampf dem Krebs: Onkologische Tagestherapie in den Havelland Kliniken!
Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Er rückt die Tatsache wieder ins Zentrum der Öffentlichkeit, dass jeder dritte Mensch im Verlauf seines Lebens irgendwann an Krebs erkrankt. Eine Frage, die in diesem Umfeld aufkommt, ist diese: Was passiert eigentlich mit den Krebspatienten nach einer Diagnose oder einer Operation? In der Onkologischen Tagestherapie in den Havelland Kliniken erhalten sie eine medikamentöse Therapie. (ANZEIGE)
Die Havelland Kliniken (www.havelland-kliniken.de) betreiben an ihren beiden Standorten eine Onkologische Tagestherapie. In Nauen gibt es sie bereits seit zwölf Jahren. Seit Dezember 2023 ist sie im Erdgeschoss der Klinik zu finden – und bietet Platz für zwölf Patientinnen und Patienten mit einer Krebsdiagnose, die eine klassische Chemotherapie, eine antihormonelle Therapie, eine Antikörpertherapie oder eine Immuntherapie – einzeln oder kombiniert – über einen Tropf oder aber in Form einer medikamentösen Behandlung mit Tabletten benötigen.
Die Onkologische Tagestherapie ist eine rein ambulante Einrichtung – die Patienten bleiben nicht über Nacht, sondern nur für den Zeitraum ihrer Behandlung vor Ort. Patienten sollen hier wohnortnah behandelt werden – nach einem stationären Aufenthalt in den Havelland Kliniken. Mitunter finden die Diagnostik und spezielle Operationen aber auch in externen Zentren statt. Nach einer Überleitung erfolgt die Weiterbehandlung dann in der Onkologischen Tagestherapie. Für viele Patienten, die im Havelland wohnen, sorgt ein kurzer Weg so für deutlich mehr Komfort bei der regelmäßig wiederkehrenden Therapie.
Dr. med. Karin Hegenbarth ist als Hämato-Onkologin die leitende Ärztin in der Tagestherapie. Die Internistin übernimmt die Behandlung der Patienten von den zuvor zuständigen Ärzten und Operateuren und kümmert sich um die Erstellung eines Therapiekonzepts für die weitere Behandlung: „Im besten Fall gibt es bereits einen dokumentierten Beschluss der Tumorkonferenz unter Beteiligung aller involvierten Ärzte. Ich lerne die Patienten anschließend bei uns in Nauen kennen und führe mit ihnen ein Erstgespräch. Gerne kann dabei eine Vertrauensperson mitgebracht werden. Da frage ich mögliche Vorerkrankungen ab, erkundige mich nach ihren Bedürfnissen und Befindlichkeiten und erkläre das Behandlungskonzept. Mitunter überweise ich die Patienten auch zu einer Strahlentherapie, die bei uns nicht angeboten wird, oder kümmere mich um eine Nachkontrolle.“
Die Ärztin erklärt, dass Darm-, Brust- und Lungenkrebs weiterhin die häufigsten Krebsdiagnosen sind, bei den Männern kommt noch der Prostatakrebs hinzu.
Dr. med. Karin Hegenbarth: „Krebs ist nach wie vor eine Alterserkrankung. Da die Menschen aufgrund der stetig steigenden und besseren medizinischen Versorgung immer älter werden, sehen wir hier auch deutlich mehr Patienten, die im hohen Alter mit einer Krebsdiagnose konfrontiert werden. Hinzu kommen allerdings auch jüngere Patienten mit frühen Tumorstadien, die aufgrund der sinnvollen Vorsorgeprogramme entdeckt werden, bevor Symptome entstehen. Der größte Risikofaktor für die Entstehung einer Krebserkrankung ist aber nach wie vor das Alter.“
Eins kann die Onkologin mit großer Sicherheit sagen: Krebs ist heute keine Diagnose mehr, die gleichbedeutend mit einem nahen Tod ist: „Die Medizin hat sehr große Fortschritte gemacht. Wir können inzwischen aus einer Vielzahl von möglichen Behandlungen auswählen und so sehr individuell auf die einzelne Krebserkrankung eingehen. Oft bestimmt man aus dem Tumorgewebe heraus Merkmale, um eine Therapie gezielt darauf auszurichten. In den letzten zehn Jahren haben bereits die Immuntherapien die Behandlung verschiedenster Krebserkrankungen revolutioniert. Nun arbeiten wir neu mit Antikörperkonjugaten. Hier docken die Antikörper gezielt an individuelle Oberflächenstrukturen auf der Krebszelle an und öffnen hier einen Weg für die Chemotherapie direkt in die Zelle hinein. Inzwischen gibt es bereits eine forcierte Grundlagenforschung für die mRNA-Therapie, die in ferner Zukunft bestimmt zuerst bei den Blutkrebserkrankungen zum Einsatz kommen wird.“
Das Beste wäre es, wenn Krebs gar nicht erst entstehen würde. Dr. med. Karin Hegenbarth: „Rauchen ist der größte Trigger von Krebserkrankungen. Wer nicht raucht oder das Rauchen aufgibt, tut sehr viel für die eigene Gesundheit.“
Beatrice Stein-Neri ist Fachschwester für Onkologie und Palliativpflege, zugleich aber auch Breast-Care-Nurse und Schmerzschwester. Sie begleitet die Patienten durch die Behandlung: „Wir nehmen den Patienten vor einer neuen Behandlung Blut ab und überprüfen, wie es ihnen gerade geht. Wir haben am Standort Nauen den großen Vorteil einer hauseigenen Apotheke, die unmittelbar vor der Gabe der Medikamente selbige in hochmodernen Reinräumen unter höchsten Qualitätskriterien patientenindividuell herstellen kann. Somit sind auch Therapieveränderungen, die aufgrund des aktuellen Blutbildes unter Umständen nötig werden, noch sehr kurzfristig umsetzbar, was den Patienten unnötige Wege erspart und eine unmittelbare Therapie ermöglicht. In der Regel bleiben die Patienten einige Stunden bei uns und erhalten in dieser Zeit intravenös über einen unter die Haut implantierten Port im Brustkorb die einzelnen Chemotherapien. Mitunter sind es verschiedene Mittel, die nacheinander zum Einsatz kommen. Wir Fachschwestern überwachen diesen Vorgang.“
Ines Gerson ist ebenfalls onkologische Fachschwester. Sie ist schon seit 40 Jahren dabei und sagt: „Damals war eine Krebsdiagnose oft noch ein Todesurteil. Das ist längst nicht mehr so. Wir haben eine Krebspatientin mit Metastasen, die kommt bereits seit 24 Jahren zur Behandlung zu uns. Und selbst ein Bauchspeicheldrüsenkrebs ist heutzutage in den Griff zu bekommen. Eine Patientin mit dieser Diagnose ist seit 2014 bei uns in Behandlung. Die rasante Entwicklung bei den Therapiemedikamenten sorgt dafür, dass wir unseren Patienten trotz Therapie eine hohe Lebensqualität erhalten können.“
Beatrice Stein-Neri: „Auch wenn das Thema Krebs sehr ernst ist: Wir lachen sehr viel bei uns in der Tagestherapie, das tut den Menschen gut. Wir beobachten auch immer wieder, dass die Patienten, während sie am Tropf hängen, mit den anderen Patienten ins Gespräch kommen. Das hilft mitunter gerade den neuen dabei, Ängste zu überwinden, wenn ihnen jemand erzählt, dass er oder sie schon mehrere Chemotherapien hinter sich hat und die Nebenwirkungen gar nicht so schlimm waren. Bei uns haben sich sogar schon Leute wiedergetroffen, die sich von früher her kennen, sich aber aus den Augen verloren hatten. Die haben sich viel zu erzählen. Wir stellen fest: Eine gute, positive und lebensbejahende Einstellung hilft sehr dabei, die Diagnose Krebs zu akzeptieren und die Behandlung deutlich zu erleichtern.“
Inzwischen ist es geplant, eine Angehörigen-Sprechstunde einzurichten, weil die Familie oft viele eigene Fragen zur Krebserkrankung des Betroffenen hat, die ihnen niemand beantworten kann.
Das Thema Krebs ist natürlich stark mit Sorgen und Ängsten verbunden. Aus diesem Grund arbeitet in der Onkologischen Tagestherapie auch die Psycho-Onkologin Mia Topalaj.
Sie sagt: „Für die meisten Menschen stellt die onkologische Diagnose einen Schock dar. Es ist ein Stressmoment, der zu einer echten psychischen Krisensituation führen kann. Oft können die Patienten im ärztlichen Gespräch noch gar nicht alle Informationen verarbeiten. Gern setze ich mich mit den Patienten anschließend zusammen, um mit ihnen psycho-edukativ zu erörtern, was die Krebsdiagnose eigentlich für sie bedeutet. Da geht es mitunter um ganz existenzielle Fragen: Warum bin ausgerechnet ich betroffen? Wie geht es jetzt weiter? Nach einer Diagnose kann es zu Depressionen kommen – oder zu großen Zukunftssorgen. Hier helfe ich im Gespräch gern weiter.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 239 (2/2026).
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