Artenschutz zeigt Wirkung – Freude über Steinkauz-Nachweis in Wustermark am Rande der Döberitzer Heide
In der Gemeinde Wustermark, am Rand der Döberitzer Heide, konnte erstmals der seltene Steinkauz (Athene noctua) nachgewiesen werden. Die Beobachtung dieser bundesweit gefährdeten Art auf dem Gelände des durch den Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. betriebenen und ökologisch bewirtschafteten „Hof Döberitzer Heide“ im Ortsteil Elstal ist ein erfreuliches Signal für die Entwicklung der Lebensräume im Umfeld des FFH-Gebietes „Döberitzer Heide“.
„Der Steinkauz ist auf strukturreiche, extensiv bewirtschaftete Kulturlandschaften mit Weidetierhaltung angewiesen“, erklärt Max Jung, Vorsitzender des Fördervereins. „Charakteristisch ist zudem seine enge Bindung an anthropogene Strukturen: Scheunen, Ställe und andere landwirtschaftliche Gebäude dienen den Tieren als Brutplatz und insbesondere in den Wintermonaten als geschützter Einstand mit reichhaltigem Nahrungsangebot. Der Erhalt und die ökologische Aufwertung solcher Strukturen – etwa durch dunkle Nischen, Einflugmöglichkeiten bei Sanierungen oder den Einbau mardersicherer Nisthöhlen – sind daher wesentliche Bausteine für den Schutz der Art.“
Der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. engagiert sich seit 1992 für den angewandten Arten- und Biotopschutz in Berlin-Brandenburg. Auf rund 600 Hektar Fläche setzt der gemeinnützige Verein jährlich Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung wertvoller Lebensräume um. Im Mittelpunkt steht dabei die naturnahe Beweidung mit großen Weidetieren wie White Park-Rindern, Wasserbüffeln und iberischen Sorraia-Wildpferden.
Neben der Betreuung und naturnahen Bewirtschaftung von Flächen in sieben Schutzgebieten im Landkreis Havelland bildet auch der 12 Hektar große Betriebsstandort des Vereins in Wustermark, Ortsteil Elstal, einen wichtigen Schwerpunkt der praktischen Naturschutzarbeit. Hier wurden Weideflächen und Gärten in den vergangenen Jahren schrittweise im Sinne des Artenschutzes weiterentwickelt. Lesestein- und Totholzhaufen, Sandarien und Blänken, neu angelegte Dornenhecken sowie kleine Obstbaumhaine schaffen zusätzliche Habitatstrukturen und erhöhen die ökologische Vielfalt des Standortes. Ergänzend wurden an Ställen und Scheunen Nisthilfen für verschiedene Vogelarten angebracht und geeignete Gebäudestrukturen gezielt erhalten.
„Artenschutz beginnt mit dem Lebensraum“, sagt Max Jung. „Wenn sich eine seltene Art wie der Steinkauz wieder einstellt, zeigt das, dass sich Geduld und Kontinuität auszahlen. Entscheidend ist, geeignete Lebensräume zu schaffen und sie durch eine angepasste Nutzung langfristig zu erhalten. Ein besonders wirkungsvolles Instrument ist dabei die naturnahe Beweidung mit Rindern und Pferden: Der Einsatz weniger Tiere auf weitläufigen Flächen schafft und bewahrt ein vielfältiges Landschaftsmosaik. Davon profitieren nicht nur einzelne Arten, sondern ganze Lebensgemeinschaften.“
Der aktuelle Nachweis zeigt, dass kontinuierliche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auf lokaler Ebene einen konkreten Beitrag zum Erhalt gefährdeter Arten leisten können. Denn bisher sind keine Vorkommen dieser kleinen Eulenart aus dem östlichen Havelland bekannt.
Die weitere Entwicklung des Steinkauzvorkommens wird der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz e.V. fachlich begleiten, der im Landkreis Potsdam-Mittelmark seit vielen Jahren im Bereich Steinkauzschutz aktiv ist.
Zugleich zeigt das Beispiel in Wustermark, dass sich die Entwicklung einer Gemeinde – etwa durch die Ansiedlung von Gewerbe – mit Natur- und Artenschutz vereinbaren lässt. Voraussetzung ist, dass erforderliche Kompensationsmaßnahmen gezielt, fachlich fundiert und dauerhaft gesichert umgesetzt werden. Insbesondere die langfristige Pflege geeigneter Lebensräume durch extensive Beweidung spielt hierbei eine zentrale Rolle. Der Verein wird seine Naturschutzarbeit am Standort entsprechend fortführen und weiterentwickeln.
Über den Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V.
Seit 1992 setzt sich der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. für den umfassenden Schutz von Natur und Landschaft in West-Brandenburg ein. Auf wissenschaftlicher Grundlage engagiert sich der Verein im angewandten Arten- und Biotopschutz sowie in der Landschaftspflege. Darüber hinaus zählen ökologische Forschung, Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und die Erhaltungszucht seltener und gefährdeter Haustierrassen zu seinen Aufgaben.
Am Standort Elstal betreibt der Verein den „Hof Döberitzer Heide“ als eigenen ökologischen landwirtschaftlichen Zweckbetrieb. In verschiedenen Schutzgebieten Brandenburgs werden auf mehreren hundert Hektar gezielte Landschaftspflege und naturnahe Beweidung mit großen Weidetieren – darunter Rinder, Wasserbüffel und halbwild gehaltene Pferde – umgesetzt.
Mehr Informationen über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins unter: www.doeberitzerheide.de. (Text/Foto: Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. – Max Jung)
Dies ist eine Pressemitteilung, die der Redaktion zugeschickt wurde, und die wir zur Information der Bürger in der Region Havelland unredigiert übernehmen.
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