Full Art Pokémon der ersten 151 gesucht: Großer Andrang bei Pokémon-Tauschbörse im „Toys World Wustermark“!
Pokémon ist japanisch und bedeutet „Taschenmonster“. Das Sammelkartenspiel, das ganze Generationen Kids süchtig gemacht hat, wurde 1996 in Japan erfunden; seit 1999 gibt es die bunten Karten mit den niedlichen Monstern auch in Deutschland. Weltweit sind über 15.000 verschiedene Kartenmotive erschienen. Sammler freuen sind, wenn sie auf Tauschbörsen auf Gleichgesinnte treffen können. „Toys World Wustermark“ wird so eine Tauschbörse einmal im Monat anbieten!
Kevin Mc Carthy hat kurz vor Weihnachten das neue Spielzeug-Geschäft „Toys World Wustermark“ in der Nauener Straße 1 in Elstal eröffnet – direkt vor den Toren zum „Designer Outlet Berlin“. Zusammen mit seiner Frau Jessica Schumacher bietet er auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche ein Eldorado für Kinder und Erwachsene an, die Brettspiele, Puzzles, Bälle, Puppen, Lego-Sets oder andere Spielsachen einkaufen möchten.
Von Anfang an gibt es auch einen gut gefüllten Verkaufstresen für Pokémon-Sammelkarten. Warum das so ist, zeigte sich am 20. Februar von 12 bis 18 Uhr. Da fand vor Ort die zweite gut besuchte Pokémon-Tauschbörse statt. Völlig kostenfrei konnten die Fans hier ihre doppelten Karten mitbringen, um sie an aufgestellten Tischen mit anderen Sammlern zu tauschen.
Mittendrin saß Kevin Mc Carthy im lilafarbenen Pokémon-Hoodie mit einem Pokémon-Basecap auf dem Kopf. Er hatte seine eigenen Sammelalben dabei – in der Hoffnung, auf Karten zu stoßen, die ihm persönlich auch noch fehlen.
Passend zu Pokémon erscheinen regelmäßig neue Erweiterungen wie aktuell „Erhabene Helden“. Das neue Set enthält 203 reguläre Karten und 34 „Secret Rares“, die ganz besonders selten sind und deswegen von Hause aus einen sehr hohen Wert haben. Sie sollten gleich nach der Entnahme aus einem „Booster Pack“ in eine Schutzhülle kommen („gesleeved“ werden). Die „Nachtara VMAX“-Karte mit einer alternativen Grafik kostet so bereits bis zu 900 Euro.
Loc (25) kommt aus Berlin. Er sammelt Pokémon-Karten seit etwa zwei Jahren. Wie viele andere Sammler legt er es nicht darauf an, sämtliche Karten einer neuen Erweiterung komplett in die Finger zu bekommen. Er spezialisiert sich lieber – in seinem Fall auf die wirklich schönen Full-Art-Karten: „Die Sprache ist mir gar nicht so wichtig, ich sammle vor allem deutsche und englische Karten. Ich habe aber auch einige japanische Karten, aber nur dann, wenn es die Motive ausschließlich auf Japanisch gibt.“
Er ist gern in der Community unterwegs und besucht Tauschbörsen: „Ich finde es cool, auf neue Leute zu treffen und herauszufinden, was sie besonders gern sammeln. Da gibt es Leute, die haben sich auf ein einzelnes Pokémon spezialisiert und sammeln dann alles passend zu diesem Monster. Andere spezialisieren sich auf ein Element oder einen Künstler. Dabei sollte man das Sammeln als eine Reise zu verstehen und es langsam angehen lassen. Natürlich könnte man sich alle fehlenden Karten etwa im Internet auf Cardmarket.com besorgen. Aber das ist ja nur der halbe Spaß.“
Drei große Ordner hat Loc dabei, in denen seine Karten sicher und ordentlich verstaut sind: „Tatsächlich habe ich auch ein komplettes Master-Set. Das habe ich aber nur gemastert, weil es mir so extrem gut gefallen hat.“
Adrian Brandt (33) war aus Falkensee angereist – zusammen mit seiner Frau. Er gehört zu den Sammlern, die eine besondere Passion haben: „Ich kenne Pokémon aus meiner Kindheit. Mit dem Sammeln habe ich aber erst im letzten Jahr angefangen. Ich sammle ausschließlich nur die Geister-Pokémon, davon gibt es insgesamt 76 Stück. Die tauchen natürlich in jedem Set wieder neu auf, sodass die Sammlung immer weiter wächst. Ich habe mich dabei auf die deutschen Karten beschränkt. Manche Geisterkarten sind sehr häufig, das sind sogenannte Bulk-Karten, die eigentlich nichts wert sind. Andere sind selten, die kosten mehr. Das ist mir aber egal, ich sammle sie alle. Ich kaufe immer wieder neue Booster-Packs. Natürlich sind da für mich sehr viele Nieten mit dabei. Aber die heben wir auf und tauschen sie dann auf Veranstaltungen wie jetzt bei Toys World gegen neue Geister-Karten.“
Der eine sucht wirklich schöne Karten mit Full-Art-Motiven, der andere nimmt nur Geister-Karten in die Sammlung auf. Wie sieht es bei Gastgeber Kevin Mc Carthy aus?
Er erklärte: „Ich sammle die allerersten 151 Pokémon, die damals 1996 in der ersten Generation veröffentlicht wurden – aber in der besonderen Variante ‚Illustration Rare‘, die sehr selten und deswegen auch recht teuer ist. Hier reicht die Grafik über die ganze Karte, hinzu kommt ein Glitzereffekt. Ich spezialisierte mich dabei auf die deutsche Sprache. Die einzige Ausnahme ist die Tragasso-Karte, die gibt es zurzeit nur auf Chinesisch.“
Natürlich sind die Full-Art-Karten der ersten 159 Pokémon-Karten nicht so leicht zu finden. Kevin Mc Carthy: „Es gibt einen Punkt, da lohnt es sich einfach nicht mehr, neue Packs aufzureißen. Da muss man auf Tauschbörsen gehen und seine Doppelten gegen neue Karten eintauschen.“
Pokémon geht gerade wieder richtig durch die Decke, das Sammelkartenspiel ist angesagt wie seit Jahren nicht mehr. Umso schöner war es, auf der Tauschbörse im „Toys World“ auch viele Kinder zu sehen, die stapelweise ganz normale Bulk-Karten mit dabei hatten, um sie mit anderen Kindern zu tauschen.
Der große Zuspruch sorgt für eine Entscheidung. Kevin Mc Carthy: „Die Pokémon-Tauschbörse soll ab sofort einmal im Monat stattfinden.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 240 (3/2026).
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