Eine von Hand gezeichnete Separationskarte der Gemeinde Seegefeld von 1843: Der Fundus im Museum Falkensee wächst!
Das Museum der Stadt Falkensee sammelt Artefakte, Gegenstände, Karten, Fotos und Produkte, die uns etwas über die Vergangenheit der Gartenstadt Falkensee erzählen. Auch wenn das Archiv längst aus allen Nähten platzt, finden Jahr für Jahr neue Exponate Eingang ins Museum: Meist dann, wenn Familien den Dachboden entrümpeln oder einen Nachlass auflösen. Am 20. Februar haben Gabriele Helbig und Bert Krüger wieder spannende Neuzugänge vorgestellt.
Der Termin steht jedes Jahr dick angestrichen im Kalender. Einmal im Jahr lädt das Museum und Galerie Falkensee (www.museum-galerie-falkensee.de) zur Präsentation der Neuzugänge ein. Viel Platz gibt es vor Ort nicht, aber die Plätze in der Galerie sind immer voll besetzt.
Am 20. Februar begrüßte die Museumsleiterin Gabriele Helbig die neugierigen Besucher: „Eine ganze Woche würde nicht ausreichen, um alle Objekte vorzustellen, die uns im letzten Jahr erreicht haben. 36 Geber haben uns viele neue Exponate überlassen, das älteste nimmt uns auf eine Zeitreise mit – 150 Jahre in die Vergangenheit.“
Wie auch schon in den letzten Jahren konnten die Besucher die handverlesenen Exponate auf einem Tisch begutachten. Ihre jeweilige Geschichte wurde anschließend in einem kurzen Vortrag erzählt. Hier wurde berichtet, was die Gegenstände zu bedeuten haben, welche Menschen mit ihnen assoziiert sind und wie sie ihren Weg ins Museum gefunden haben. Über eine Stunde dauerte der spannende Exkurs in die Geschichte Falkensees.
Vorgestellt wurden u.a. ein Parzellierungsplan der Kolonie Waldheim aus dem Juni 1919, ein Meisterbrief der Möbel- und Sargtischlerei Erwin Wille von 1931 aus der heutigen Falkenhagener Straße 10, Autogrammkarten von Ingo Voge, der in Falkensee gelebt hat und im Vierer-Bob der DDR eine Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Calgary holte, ein von Ursula Haferland bemaltes und signiertes Teeservice sowie ein Ölgemälde ihres Mannes Franz Haferland von 1959, das den Lindenweiher zeigt.
Zu dem Ölgemälde sagte Gabriele Helbig: „Das Bild kam aus Bonn. Frau Diedrich, die uns das Bild brachte, hoffte natürlich, dass es Eingang in unsere Dauerausstellung über Falkensee findet. Leider haben wir den Platz nicht. Sie hätte das Bild fast wieder mitgenommen.“
Beim Umzug aus dem Rathaus in den Erweiterungsbau brachte Bürgermeister Heiko Richter einen spannenden Fund zutage: Einen Stempel der „Stadtverwaltung Falkensee“ in kyrillischer Schrift, den anscheinend die sowjetische Kommandantur in Falkensee nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet hatte. Gabriele Helbig: „Dabei hat Falkensee das Stadtrecht erst viel später bekommen. Und – erstaunlich, dass sich so ein Fund nach so langer Zeit noch immer in einer Rathausecke finden lässt.“
Kriminell – eine Blumengießkanne aus Kunststoff, die 1986 vom VEB Plastverarbeitung Falkensee hergestellt wurde. Es handelte sich nämlich um reine Produktpiraterie. Die Kannenform hatte man sich 1:1 bei einem westdeutschen Produkt abgeguckt. Gabriele Helbig: „Das Gießkannenmuseum Gießen hat gefragt, ob wir ihnen eine Kanne ausleihen können.“
Besonders beeindruckend: Eine drei Meter breite und von Hand gezeichnete Separationskarte der damaligen Gemeinde Seegefeld von 1843, in der die einzelnen Parzellen mit den Namen ihrer Besitzer versehen sind. Gabriele Helbig: „Die Karte wurde im Sperrmüll im Berlin gefunden und lag dann noch einmal acht Jahre in einem Keller. Hier werden wir allein dank der Namensnennungen noch viel zu erforschen haben.“ (Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 240 (3/2026).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige













