90 Aussteller auf 4. Falkenseer kreativ! Messe: Vielfältiges Angebot in der Falkenseer Stadthalle!
„Do it yourself“ ist der große Trend bei allen Kreativen, Individualisten, Designern und Selbermachern. Die passende kreativ! Messe dazu gab es von Vera Turchyn und Jens Nippen nun schon zum vierten Mal in der Falkenseer Stadthalle. In diesem Jahr waren einmal mehr an die 90 Aussteller vor Ort, um Bastelmaterialien, selbstgemachte Kleinode oder Exponate aus dem Recycling oder Upcycling mitzubringen. Am 7. und 8. Februar konnte man sich wieder einmal umfassend zum Thema Stricken, Häkeln, Bohren, Malen und Stempeln schlau machen.
Es ist doch schön, wenn sowohl die Eltern als auch die Kinder nicht ihre komplette Freizeit passiv dem Fernseher oder dem Smartphone opfern, sondern sich aktiv darauf einlassen, selbst kreativ zu werden.
Das passende Equipment für Schnippel-, Häkel- oder Klebeaktivitäten aller Art findet sich Jahr für Jahr auf der kreativ! Messe (6 Euro Eintritt, www.kunstundkreativmarkt.de) in der Falkenseer Stadthalle. Das Event wird stets an einem ganzen Wochenende von der Firma VT-Veranstaltungen aus Freiensteinau organisiert, die mit der Messe durch ganz Deutschland tourt.
In der großen Veranstaltungshalle und im Foyer der Stadthalle standen die Stände und Tische der Aussteller aus sieben Nationen im Februar wieder dicht an dicht. Wer wollte, konnte sich vor Ort mit jeder Menge Materialien für eigene Kreativ-Projekte eindecken. Perlen, Knöpfe, Stempel, Stoffe, Wolle und Garne konnte man bei vielen Ausstellern einkaufen, hinzu kamen verschiedene DIY-Bastelsets aller Art.
Viele Kreative nutzten aber auch die Gelegenheit dazu, um ihre eigenen DIY-Projekte vorzustellen und an die Messebesucher zu verkaufen. Hier fanden sich bunte Plastik-Dinosaurier aus dem 3D-Drucker, selbstgeklöppelter Schmuck, wunderschöne Küchenbretter aus Holz, farbenfrohe Bügelbilder, unvergängliche Dekoblumen aus Keramik, Geldbörsen aus Leder, Perlenketten oder hausgebrannte Tongefäße.
Doreen Geister (www.geisterliebe.com) aus Leipzig hatte an ihrem Stand bunte „Blumelinos“ mit dabei: „Das ist meine eigene Kreation. Hier kommen quadratische Transparent- oder Motivpapiere in der Größe von 5 x 5 Zentimetern zum Einsatz, die speziell gefaltet und dann zu Papierblumen zusammengesetzt werden, die sich sehr gut als Dekoanhänger verwenden lassen. Zurzeit müssen meine Blumelinos besonders farbenfroh und bunt sein. Die Leute kaufen jetzt schon ihren Osterschmuck und da passt Farbe besonders gut.“
Kathrin Baumunk aus Berlin hatte handliche Kuscheltiere mit dabei, die sie unter dem Künstlernamen „Häkelkaddl“ (www.etsy.com/shop/Haekelkaddl) selbst produziert: „Auf meinem Instagram-Kanal zeige ich, wie man diese kleinen Häkeltiere selbst herstellt. Ich habe bestimmt schon über 200 Kuscheltiere selbst gehäkelt. An einer Biene sitze ich etwa 40 Minuten. Meine Bestseller sind aber das Capybara und der Axolotl. Natürlich wünschen sich viele Kinder ein gehäkeltes Kuscheltier. Es kaufen aber auch viele Erwachsene bei mir, die meine Häkeltiere gern weiterverschenken möchten.“
Etwas richtig Ungewöhnliches hatte Oliver Trapp von der „Seifenhütte“ (www.seifenhuette.de) aus Langenzenn mit dabei – Seife in Blütenform, etwa in der Gestalt einer Rosenblüte: „Das ist doch ein wunderbares Geschenk. Bei der Blüte kann man sich einzelne Blätter auszupfen, um sich damit die Hände zu waschen. Oder man wirft die ganze Blüte einfach mit ins Badewasser hinein. Wir bieten sogar komplette Blumensträuße aus Seife an, die sich wunderbar zum Verschenken eignen. Der große Vorteil ist, dass diese Präsente keinen Staub ansetzen, sondern sich verbrauchen lassen. Unsere Seifenblüten gibt es in vielen Düften. Am besten kommen hier Baumwolle, Kokosnuss, Vanille und Lavendel an, wobei Baumwolle tatsächlich unser absoluter Bestseller ist.“
Wer bereits die drei Vorgänger-Messen besucht hat, konnte einige neue Stände entdecken, aber auch viele alte Bekannte ausmachen. Etwa den Stand von Reinhold Jakob aus Bürstadt in Hessen, der als „Knopfjakob“ antike Knöpfe und Perlen aus Gablonz in Böhmen anbietet, die aus den Jahren 1900 bis 1980 stammen und so heute gar nicht mehr hergestellt werden. Oder die kultigen Design-Ostereier von Bronislava Konecna aus Morava in Tschechien, die filigrane Muster in die Eierschalen fräst und kratzt.
Veranstalter Jens Nippen: „Es ist genau dieser Mix, den wir jedes Jahr anstreben. Es sind bekannte Aussteller mit dabei, aber eben auch einige neue Gesichter. Unsere Messe hat sich in Falkensee fest etabliert für den Großraum Brandenburg und Berlin. Wir haben zu 80 Prozent Stammbesucher – und immer auch ein paar ganz neue Kunden. Spannend finde ich immer wieder, dass unsere Aussteller nicht nur aus Deutschland angereist kommen, sondern auch aus Frankreich, Italien und Polen.“
Auffallend war in diesem Jahr, dass es deutlich mehr Angebote zum Mitmachen gab, sodass vor allem die Kinder bei Interesse gleich eine Schere, einen Klebestift, einen Stempel oder eine Häkelnadel in die Hand gedrückt bekamen.
Die Besucher konnten so etwa Raysin-Figuren bemalen, eigene Glasperlen brennen, Cupcakes aus Fimo basteln, Wale häkeln, Schlüsselbänder knüppern, Taschen mit Reißverschluss nähen, einen Sonnenfänger mit Holzdekoration basteln oder Drahtanhänger für Ketten biegen.
Wer wollte, konnte sich als Besucher aber auch ein Henna-Tattoo auf die Hand malen lassen oder an einem Stand ein dekoratives Foto der eigenen Augen-Iris in Auftrag geben.
Überraschend für viele Erstbesucher der kreativ!-Messe war es einmal mehr, dass es zwischen den Upcycling- und Recycling-Ständen auch reine Essensstände gab. Etwa mit duftenden Broten von einem Händler aus Frankreich, mit würzigem Käse oder mit Lamm- oder Büffelsalami.
Jens Nippen: „Tatsächlich haben wir mit als erste Kreativ-Messe auch die Food-Stände mit eingebunden – und das hat sich wirklich bewährt. Denn oft ist es so, dass die Frauen lange an den Ständen verweilen, um sich alles ganz genau anzusehen – und die Männer in der Wartezeit die Essensstände für sich entdecken.“
Auch Thorsten Ragge aus Hannover war mit einem eigenen Stand mit dabei. Er verkaufte selbstgemachte Konfitüre, Tees und edle Gewürze, die schon von weitem ihren Geruch verströmten: „Unsere Gewürze beziehen wir aus ganz kleinen Manufakturen. Besonders beliebt ist unsere gemahlene Zitrone aus Lula in Spanien. In den neuen Bundesländern wird Berberitze noch sehr stark nachgefragt. Auch Rauchsalz ist sehr begehrt. Tatsächlich gibt es bei unseren Kunden keinen Unterschied bei den Geschlechtern. Männer und Frauen interessieren sich gleichermaßen für die Gewürze. Wir stellen aber fest, dass vor allem die Jüngeren kaufen. Unsere Kunden sind zwischen 20 und 40 Jahren alt.“
Schade ist, dass bei der kreativ!-Messe fast ausschließlich Anbieter anzutreffen sind, die nicht aus der Region stammen. Dabei gibt es auch im Havelland viele kreative Künstler, die etwas zum Angebots-Portfolio hätten beisteuern können.
Immerhin war Angelina Reincke von „krea.lina.arts“ (www.instagram.com/krea.lina.arts) aus Bredow bei der Messe mit dabei. Sie verwandelt vergängliche Blüten in dauerhaften Schmuck, indem sie sie geschickt in Epoxidharz einbettet. So entstehen fleurale Anhänger für Ketten oder Ohrringe, die nun also auch in der Falkenseer Stadthalle zu bestaunen waren. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 240 (3/2026).
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