Sebastian Hämer: Bekannter Popstar hat in Nauen ein Zuhause gefunden!
Sebastian Hämer ist ein bekannter Popstar aus Prerow an der Ostsee, dessen Song „Sommer unseres Lebens“ vom Debütalbum in 2006 direkt in die Charts stürmte. Der Sänger mit der tiefen Stimme, der mit dem DJ-Duo „Gestört aber GeiL“ auch die Single „Ich & Du“ aufgenommen hat, lebt inzwischen mit seiner Frau Dora und den beiden Kindern in der Ackerbürgerstadt Nauen. Hier ist auch sein neuer Song „Nicht perfekt“ entstanden, der Ende Januar ’26 veröffentlicht wurde.
Eine tiefe sonore Stimme mit dem passenden Timbre, ein nettes unkompliziertes Auftreten und der intensive Drang, mit seinen eigenen Songs im Rampenlicht zu stehen: Sebastian Hämer (46) hat es geschafft. Dass seine Songs wie „Sommer unseres Lebens“, „Is‘ schon OK“ oder „Von den Monstern“ über die Jahre so bekannt geworden sind, hat seinen Ursprung letztendlich aber in einer Sportverletzung.
Angefangen hat alles in Prerow an der Ostsee. Hier wächst Sebastian Hämer auf, absolviert eine Ausbildung zum Hotelfachmann und entwickelt eine große Leidenschaft für Adrenalin: „Ich wollte als Kind nie Sänger werden. Ich wollte lieber Action-Schauspieler oder Stuntman sein. Wie in der Fernsehserie ‚Ein Colt für alle Fälle‘, die ich ohne Ende gesuchtet habe. Danach war Jackie Chan lange Zeit mein Held. Ich wollte mich unbedingt so bewegen wie er und habe deswegen Capoeira und Kickboxen gelernt. Beim Snowboarden in Tirol habe ich mir leider die Schulter ausgerenkt und dabei alle Sehnen zerstört. Da ging dieses Action-Ding mit viel Adrenalin von jetzt auf gleich gar nicht mehr. Ich hatte immer die große Angst, mir wieder die Schulter auszurenken.“
Der rein zufällige Startschuss zum Sänger erfolgte in einer Karaoke-Bar: „Meine Schwester und meine Cousine hatten mich in eine solche Bar mitgenommen und mich gezwungen, vor Ort einen Song zu singen. Ich habe mir ‚Forever Love‘ von Gary Barlow ausgesucht. Und alle Leute im Raum haben eine Gänsehaut bekommen. Ich selbst hatte plötzlich wieder dieses Adrenalin-Gefühl, als würde ich von einer Klippe springen. Diesen Kick hatte ich auch beim Sport, und das hatte ich seit dem Unfall vermisst. Da wusste ich: Jetzt werde ich Sänger.“
Sebastian Hämer (www.sebastianhaemer.com) gründet sofort eine Ich-AG, schließt sich mehr oder weniger drei Jahre ein und produziert von morgens bis abends Musik: „Ich habe mir ein viel zu großes Mischpult und komplett falsche Boxen gekauft. Aber irgendwie hat es dann doch funktioniert. Auf diese Weise ist eine allererste Probe-CD entstanden, die die beste Freundin meiner Schwester ohne mein Wissen an ganz viele Plattenfirmen geschickt hat. Und eines Abends klingelt tatsächlich mein Telefon – und Moses Pelham von 3P ist dran.“
Ende 2005 kam es zu einem ersten Kontakt, ein Probe-Tape wird aufgenommen, ein Vertrag wird aufgesetzt und drei Monate später war die erste Platte fertig. Sie hieß „Der fliegende Mann“. Ein Song von dieser Debüt-Platte ging sofort durch die Decke: „Sommer unseres Lebens“.
Sebastian Hämer: „Der Song ging steil in die Charts und hielt sich 17 Wochen lang in den Top-10. Auch das Album kam in die Top-20. Das Lied passte wunderbar zur Fußball-WM im gleichen Jahr. Das war das berühmte ‚Sommermärchen‘ im eigenen Land. Ich bin auf Tour gegangen, die war ausverkauft, es war der perfekte Start. Von Moses Pelham und seiner Plattenfirma P3 habe ich mich nach zwei Jahren getrennt – und stand fortan auf eigenen Beinen.“
Sebastian Hämer hat bereits sehr viel erlebt. 2003 nahm er am ZDF-Gesangswettbewerb „Die deutsche Stimme“ teil. 2010 war er beim „Bundesvision Song Contest“ von Stefan Raab mit dabei und trat für Mecklenburg-Vorpommern mit seinem Song „Is‘ schon ok“ an. 2012 war er auch bei der zweiten Staffel von „The Voice of Germany“ als Sänger zu sehen.
Mehrere Alben sind in dieser Zeit entstanden, darunter 2010 „Flugplan 2“, 2014 der „Schattenmann“ und 2017 „Alles auf Start.“
Privat standen Umzüge an, so Sebastian Hämer: „2006 bin ich wegen der Plattenfirma nach Frankfurt am Main gezogen. Danach ging es zurück nach Prerow, da bin ich bis 2015 geblieben. 2016 bin ich nach Berlin gezogen – wegen meiner Frau Dora Goulimi. Sie hatte ich bereits Jahre vorher auf dem ECHO kennengelernt. Wir hatten uns aber aus den Augen verloren. Am Valentinstag 2015 habe ich sie spontan angerufen, weil ich sie durch Zufall auf Facebook gesehen hatte. Das war es dann. Wir haben zusammen in der Kantstraße in Charlottenburg gewohnt und später in Spandau. Inzwischen haben wir zwei gemeinsame Kinder. Damit die beiden behütet im Grünen aufwachsen können, haben wir die Koffer gepackt und wohnen nun in Nauen. Wir fühlen uns in der Ackerbürgerstadt sehr, sehr wohl. Das ist ein bisschen so wie in Prerow.“
Inzwischen schreibt, komponiert und singt Sebastian Hämer seine Musik oft komplett alleine: „Die klassische CD gibt es ja in diesem Sinne gar nicht mehr. Heute hören die Leute meine Musik über Musikdienste wie Apple Music oder über Streaming-Dienste wie Spotify. Um dort Geld zu verdienen, brauchst du Millionen Abrufe. In der Musikbranche wird das Geld deswegen heutzutage vor allem auf Live-Touren und mit Auftritten verdient.“
So sind in den letzten Jahren vor allem einzelne Songs entstanden. 2017 hieß es „Alles auf Start“, 2018 „Ich sehne mich nach Dir“, 2019 „Immer wenn die Träume gehen“ und 2020 „Von den Monstern“. 2024 sang er: „Ein Teil von mir“.
Sebastian Hämer ist offen für gemeinsame Projekte. Mit dem DJ-Duo „Gestört aber GeiL“ veröffentlicht er die Hit-Single „Ich & Du“. Aber auch mit seiner Frau Dora entstehen Songs, die gemeinsam geschrieben werden. Dora Goulimi, die sich auch um das Management und Booking von Sebastian Hämer kümmert: „‚Aufstehen‘ haben wir zusammen geschrieben, das war unser erster gemeinsamer Song. Der kam mit auf ein Album. Jetzt haben wir ein eigenes Projekt am Start und nennen uns ‚Dich und mich‘.“
Was ist das eigentlich für eine Musik, für die der Neu-Nauener Sebastian Hämer steht? Er sagt: „Was ich singe, das ist Deutsch-Pop, der zu den Seiten hin offen ist. Ich habe bereits mit Rappern zusammengearbeitet und auch schon am Schlager gekratzt.“
Gab es in all den Jahren auch schon einmal Sinnkrisen? Sebastian Hämer: „Blockaden hast du als Künstler sehr, sehr oft. Du zweifelst immer wieder an dir. Künstlerseelen sind eben sehr sensibel. Mir ist es schon passiert, dass ich im Studio nicht singen konnte, einfach, weil die Atmosphäre nicht gut war. Da kriegst du keinen Ton heraus. Und auch das Schreiben von einem neuen Song ist schwer. Es gibt Phasen, da ist mein Papierkorb immer voll, da bin ich mit nichts zufrieden. Bis plötzlich der Knoten platzt. Beim Song ‚Nur mit dir‘ habe ich ganze zwei Jahre an der Hook geschrieben. Drei, vier Versionen waren nicht gut genug, und dann kam irgendwann zum Glück die zündende Idee. Dora braucht beim Texteschreiben immer eine Geschichte, die ihr passiert ist, und auf der sie aufbaut. Ich schreibe einfach drauf los, lasse die Worte fließen und schaue, wohin die Reise geht. Meistens fangen wir übrigens mit der Musik an. Wir probieren Dinge aus, singen irgendwelchen Kauderwelsch dazu und verfeinern das dann. Manchmal planst du auch einen schnellen Song, gehst aber am Ende mit einer Ballade nach Hause.“
Sebastian Hämer lebt nicht nur gern in Nauen, sondern engagiert sich hier auch. Beim „Nauener Rathausleuchten“ gehörte er mit zu den gebuchten Music-Acts, die vor dem Feuerwerk-Licht-Laser-Spektakel am Mikro performt haben: „Wir planen bereits neue Projekte und sind hier auch mit Tobo im Kontakt.“
Dora Goulimi, die sich als Verantwortliche auch um die Veranstaltungen auf Schloss Ribbeck (www.schlossribbeck.de) kümmert: „Am 5. September wird Stereoact im Ribbecker Schlossgarten auftreten. Da wird Basti im Vorprogramm zu hören sein. Wir könnten uns auch sehr gut ein eigenes Konzert auf der Nauener Freilichtbühne vorstellen. Es gibt zwar noch keinen konkreten Termin, aber wir würden uns freuen, wenn das klappen würde.“
Sebastian Hämer: „Ich bin letztes Jahr auch sehr gern auf dem Ribbecker Birnenfest aufgetreten. Es ist ein schönes Gefühl, da zu singen, wo man Zuhause ist.“(Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 239 (2/2026).
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