30 Jahre Orientalischer Tanz: Ofra Moustakis lud zur großen Tanz-Gala in die Stadthalle ein!
Ofra Moustakis feierte am 13. Dezember ihr 30-jähriges Jubiläum – auf der Bühne der Falkenseer Stadthalle. In ihrem Tanzstudio „Tausendundeine Nacht“, das inzwischen „1001 Asana“ heißt, hat sie bereits unzählige junge Mädchen und erwachsene Frauen in die Geheimnisse des orientalischen Tanzes eingeweiht. Um das eigene Jubiläum angemessen zu würdigen, lud Ofra das Publikum zu einer großen Tanz-Gala mit dem Titel „Getanzte Träume“ ein. Ihr Studio-Ensemble „The Sulaikhas“ und viele Wegbegleiterinnen unterstützten sie dabei.
Man muss gar nicht mehr abends mit dem Auto nach Berlin fahren, um die ganz große Show zu sehen. Manchmal findet sie auch mitten in Falkensee auf der Bühne der Stadthalle statt.
Ofra Moustakis (www.ofra-moustakis.de), die damals am 17. September 1994 in Falkensee ihr Studio für Orientalischen Tanz eröffnet hat, sorgte passend zu ihrem 30-jährigen Firmenjubiläum für eine spektakuläre Show. Am 13. Dezember wurde nur für einen einzelnen Abend die Gala „Getanzte Träume“ aufgeführt, eine zweite oder dritte Wiederholung gab es nicht.
Ofra Moustakis fand es immer wichtig, den orientalischen Tanz in all seinen Facetten nicht nur im Studio zu lehren, sondern auch dafür zu sorgen, dass er regelmäßig auf die große Bühne kommt. So hat sie bereits vor Jahren zusammen mit ihren Kolleginnen Ofra Moustakis und Renya das Show-Ensemble „Sun, Moon & Star“ gegründet. Und sechs ihrer eigenen Schülerinnen im Alter zwischen 23 und 30 Jahren bilden zusammen ihr Show-Ensemble „The Sulaikhas“.
Damit die Zuschauer bei „Getanzte Träume“ auch wirklich etwas zu sehen bekommen und sich alle paar Minuten in einer neuen Tanzwelt wiederfinden können, hat Ofra Moustakis mit Josefine Wandel und Jessica Sanchez-Palencia sogar noch zwei Tanzkolleginnen für die Show eingeladen. Für die Moderation auf der Bühne sorgte Aminah Banu, eine befreundete Tanzlehrerin aus Potsdam.
Es spricht für die Jubilarin, die für ihre Show als Veranstalterin, teilweise Choreografin, Kostümbildnerin, Videogestalterin, Programmheft-Layouterin und Solokünstlerin eh bereits ein mehr als umfangreiches Arbeitspensum zu stemmen hatte, dass sie sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellte, sondern die Show als gemeinsames Projekt präsentierte: Jeder hatte seinen Moment, um zu glänzen.
Die Zuschauer konnten sich deswegen beim Jubiläum „30 Jahre Orientalischer Tanz in Falkensee“ auf sage und schreibe 23 verschiedene Aufführungen mit wechselnden Kostümen, Tanzstilen aus vielen Ländern und natürlich auch unterschiedlichen Tänzerinnen freuen.
Dabei gab es viele klassische orientalische Tänze mit der passenden Musik, aber auch etliche Überraschungen. Die „Sulaikhas“ brachten zu „Schüttel Dein‘ Speck“ alles zum Wippen, was anatomisch dazu in der Lage war. Josefine Wandel präsentierte eine Indian-Fusion-Improvisation, „Sun, Moon & Star“ interpretierten Balkan Beats auf eine überraschend bayerische Weise neu und Jessica Sanchez-Palencia wandelte auf den Spuren des Flamenco in der Geschichte einer mondsüchtigen Zigeunerin. Gabriela Golfarelli tanzte in „Mi Amore“ mit großen Schleierfächern, während Ofra Moustakis in „Baed Anak“ ein starkes Solo auf die Bühne brachte. Renya Sun ließ derweil im osteuropäischen Roma-Bühnentanz die volantbesetzten Röcke fliegen.
Los ging es mit der abwechslungsreichen Show um 19 Uhr, um 22 Uhr sollte sie beendet sein. Die einzelnen Aufführungen waren in drei Showblöcke aufgeteilt, die von halbstündigen Pausen unterbrochen waren. In der Zeit konnten sich die Gäste die Beine vertreten und sich an der Bar mit neuen Getränken versorgen. Die Tanzfreude der Frauen auf der Bühne sorgte schlussendlich dafür, dass die Show etwas überzogen wurde: Erst um 22:33 Uhr fanden alle Tänzerinnen zum gemeinsamen Schlussakkord zusammen.
Für Ofra war das Jubiläum ihre größte Veranstaltung, die sie bislang selbst auf die Beine gestellt hat. Aber es war nicht die erste. In Erinnerung werden viele Havelländer noch den „Orientalischen Salon“ haben, der von 2017 bis 2019 im großen Ballsaal der Tanzschule Allround stattfand. Hier war die Aufführung noch an ein Gala-Menü mit mehreren Gängen gekoppelt.
Für die Show in der Stadthalle hat Ofra Moustakis natürlich vor allem mit dem eigenen Ensemble geprobt – den „Sulaikhas“. Sie hatten auch einen entsprechend großen Anteil an der Show und waren gleich zehn Mal in wechselnden Kostümen und mit verschiedenen Tänzen zu sehen.
Ofra Moustakis: „Wir haben uns tatsächlich ein ganzes Jahr lang auf die Show vorbereitet. Immer am Dienstag gab es zwei Stunden Masterclass-Training mit dem Ensemble. Die Mädchen haben natürlich inzwischen alle ihr eigenes Leben, einen Partner und einen Beruf oder ein Studium. Da, wo es möglich war, haben wir auch noch am Samstag und am Sonntag zusammen trainiert, dann immer gleich drei Stunden lang. Die Herausforderung war es dabei, alle sechs Mädchen auf einmal zusammenzubekommen. Eva studiert in Leipzig, sie haben wir mitunter per Zoom zum Training zugeschaltet.“
Eine echte Besonderheit, über die auch das Publikum gestaunt hat. Die „Sulaikhas“-Tänzerin Vanessa ist hochschwanger. Sie hat es sich aber nicht nehmen lassen, beim Gruppentanz Nummer 9 „Enta Omri“ mit nacktem Babybauch mitzutanzen. Anschließend ist aber Ofra eingesprungen oder die Choreografie wurde umgestellt: „Wir waren alle sehr glücklich, dass Vanessa wenigstens noch diesen einen Tanz mittanzen konnte. Das war schon ein magischer Moment, den auch das Publikum so gespürt hat.“
Für die Gastgeberin war auch ein ganz anderer Aspekt des Abends noch sehr wichtig: „Ich konnte mit unserer Bühnenshow die Qualität und auch die Variabilität orientalischer Tanzkunst auf die Bühne bringen, das ist gelungen. Ich glaube, viele Menschen können diese Tanzform noch immer nicht richtig einordnen. Eine Bühnenperformance, wie wir sie zeigen, ist eben doch etwas anderes als das, was man in Ägypten im Urlaub oder hier in Deutschland im Restaurant bei einer schnellen Darbietung sieht. Ich freue mich um so mehr, weil unser Publikum unsere besondere Qualität mit ganz viel Applaus gewürdigt und auch honoriert hat. Mit der Show konnte ich meinen Tänzerinnen diesen Raum geben, damit sie zeigen können, was sie drauf haben. Wir alle sind sehr glücklich. Für mich war die Show ein geglückter und zufriedenstellender Abschluss von 30 Jahren orientalischem Tanz in Falkensee.“
Viele der jungen Frauen, die heute die „Sulaikhas“ formen, haben tatsächlich schon im Alter von fünf, sechs Jahren damit angefangen, bei Ofra zu tanzen: „Es ist toll, wie diese Mädchen, die zum Teil aus ganz unterschiedlichen Kindergruppen stammen, zusammengewachsen sind und sich jetzt als harmonische und sehr kollegiale Showgruppe präsentieren.“
Wenn Ofra Moustakis zurückdenkt an ihre Show, wird ihr eine Sache besonders im Gedächtnis bleiben – die Kostüme: „Die Besucher sehen natürlich alle die tollen, bunten Kleider und Kostüme. Aber bis die auf der Bühne zu sehen sind, muss hinter den Kulissen ganz viel passieren. Ein Beispiel dafür sind die wunderschönen weißen Kleider vom Abschlusstanz. Die ersten Kleider, die wir bestellt haben, sahen leider in echt nicht ansatzweise so aus wie im Katalog. Dann haben wir woanders neue Kleider geordert, die waren aber alle zu kurz. Deswegen war ich in drei Berliner Geschäften, um eine Spitzenborte zu finden, mit der ich die Kleider verlängern kann. Die gab es aber nicht. Also hab ich im Internet gesucht und Spitze gefunden – die aber nicht im laufenden Meter, sondern nur in Abschnitten verfügbar war. Also habe ich immer zweieinhalb Abschnitte an ein Kleid genäht. Es hat drei Monate gedauert, bis ich mit der Hilfe meiner Freundin Renya endlich fertig war – am Ende haben wir die Abschnitte nur noch geklebt, weil wir sonst nicht fertig geworden wären.“
Ofra würde sich sehr freuen, wenn die Tänzerinnen nun auch für Stadtfeste, Privatfeiern oder Firmenevents gebucht werden: „Was wir im Großen auf der Bühne zeigen, kann man auch für eine eigene Feier buchen.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 238 (1/2026).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige










































