Endlich wieder turnen: Turnhalle der Falkenseer Kant-Schule nach Sturm-Wasserschaden freigegeben!
Was für ein Schock. Am 26. Juni 2025 ließ ein extremer Sturm in Falkensee nicht nur viele Bäume wie Streichhölzer umknicken. Er überschwemmte auch die Turnhalle der Immanuel-Kant-Gesamtschule in Falkensee. Eine klassische Trocknung war hier leider nicht möglich. Der gesamte Hallenboden musste aufwendig und teuer entfernt und nach der Trocknung wieder erneuert werden. Am 5. Januar wurde die Turnhalle nach einem halben Jahr Pause endlich wieder für den Schulsport freigegeben. Die Kosten in Höhe von etwa 300.000 Euro muss die Stadt Falkensee allerdings aus eigener Kraft berappen.
Gesine Manfeldt ist Sportlehrerin an der Immanuel-Kant-Gesamtschule in Falkensee. Am 5. Januar scharrte sie bereits morgens um acht Uhr mit den Hufen: Sie wollte nach einem halben Jahr Sanierungsarbeit endlich wieder mit ihren Schülern in die frisch freigegebene Turnhalle, um Sport zu machen: „Wir haben sechs Monate gewartet, jetzt wollen wir endlich wieder loslegen.“
Aber ein paar Minuten lang blockierten Falkensees Bürgermeister Heiko Richter, der Sportbeauftragte Thomas Neugebauer, Torsten Klier als Amtsleiter vom Grundstücks- und Gebäudemanagement GGM und Schulleiterin Petra Müller noch den Unterricht, um die Halle offiziell und feierlich für den Schulsport freizugeben. Anschließend traten sie schnell zur Seite, damit die Sportlehrer ohne weitere Verzögerung mit dem Unterricht beginnen konnten.
Was war vor Ort passiert? Am 26. Juni 2025 fegte der Jahrhundertsturm „Ziros“ mit brachialen Gewalt über die Gartenstadt Falkensee hinweg und ließ zahllose abgeknickte oder entwurzelte Bäume zurück. Ein unerwarteter Kollateralschaden war die Immanuel-Kant-Gesamtschule in Falkensee. Während des Sturms gelangte sehr viel Wasser in die Turnhalle. Es reichte absolut nicht aus, das eingedrungene Wasser oberflächlich zu entfernen, das etwa auf einem Drittel des Turnhallenbodens zu sehen war.
Bürgermeister Heiko Richter: „Das große Problem war, dass sich das Wasser nicht auf dem Boden der Turnhalle gesammelt hat. Es ist gleich an den Rändern in den Unterboden gesickert und hat sich unter dem sichtbaren Boden gesammelt. Wir haben sofort eine Firma beauftragt, die sich mit der Schadenssanierung auskennt. Die wissen, wie man das Wasser aus dem Boden wieder entfernt. Aufgrund des besonderen Bodenaufbaus hat das mit der Trocknung bei der Turnhalle allerdings nicht funktioniert. Nach einigen Wochen des Versuchens haben sie aufgegeben und den Tatsachen ins Auge gesehen. In Folge dessen musste der gesamte Fußboden der Turnhalle entfernt werden. Auch der Unterbau wurde bis zur Sperrschicht zurückgebaut. Nach der nun möglichen Trocknung wurde der Boden der Turnhalle Schicht für Schicht wieder neu aufgebaut. Kurz vor Weihnachten konnte final auch die Linierung neu aufgebracht werden.“
Die gesamten Arbeiten haben am Ende etwa 300.000 Euro gekostet. Heiko Richter: „Diese Mittel musste die Stadt Falkensee aus eigener Kraft bezahlen, das war durch die Versicherung nicht abgedeckt. Die Halle ist jetzt komplett fertiggestellt, es müssen nur noch ausgelagerte Sportgeräte zurück in die Halle gebracht werden.“
Im Dezember wurde die restaurierte Turnhalle auch komplett „freigemessen“. Dabei wurde überprüft, ob in der Luft noch Schimmelsporen nachzuweisen sind. Das war aber nicht der Fall.
Torsten Klier vom Grundstücks- und Gebäudemanagement GGM: „Der finale Fußbodenbelag wurde ja selbst erst im Dezember angeliefert und mit dem neuen Unterbau verklebt. Die neue Oberfläche musste sich zuvor in der Halle erst einmal in Ruhe temperieren, das Material arbeitet ja auch abhängig von der Wärme. Ansonsten könnten leicht Risse entstehen.“
Auch die Wände der Turnhalle wurden zuvor mit aufgestellter Rüstung gereinigt und entstaubt, weil durch den Rausriss des alten Bodens viel Staub und Dreck aufgewirbelt wurde. Angesichts des neuen Fußbodens und der hellen Wände staunten die Schüler nicht schlecht: „Die Turnhalle kommt uns nun viel größer und heller vor als zuvor.“
Bis zur finalen Freigabe am 5. Januar mussten die Schüler allerdings ein halbes Jahr lang große Anstrengungen unternehmen, um sich noch ein bisschen Schulsport zu bewahren – natürlich außerhalb vom Rahmenplan.
Sportlehrerin Gesine Manfeldt: „Es war schlimm, uns hat die Halle sehr gefehlt. In Kooperation mit der Stadt Falkensee und auch mit dem TSV Falkensee haben wir aber gute Möglichkeiten gefunden, damit sich die Kinder wenigstens bewegen konnten. So hat uns die Eurapaschule am Gutspark Felder in ihrer Turnhalle zur Verfügung gestellt. Der TSV hat uns in ihre Kinderbewegungslandschaft und auch ins Boxgym eingeladen, auch hier war die Kooperation großartig. Allerdings mussten wir immer wieder pendeln. Das hat den Sportunterricht zusätzlich eingeschränkt, weil die Schülerinnen und Schüler allein für den Weg an die 20 bis 25 Minuten gebraucht haben. Da die Pause zwischen den Unterrichtsstunden nur zehn Minuten beträgt, ging die Zeit natürlich vom Sportunterricht ab. Aber wenigstens haben sich alle bewegt, das war das wichtigste. Und wir mussten keinen Sportunterricht kürzen und ausfallen lassen. Dass wir jetzt wieder in unserer eigenen Halle Sport machen können, ist einfach eine große Freude.“
Dass in der Not alle Institutionen in Falkensee zusammenhalten, freut den Bürgermeister sehr. Heiko Richter: „Man hat es ja schon beim Sturm gesehen. Wenn es hart auf hart kommt, halten die Falkenseer zusammen und helfen sich gegenseitig. Mit der Hallenfreigabe fängt für mich das neue Jahr sehr gut an, das war mein erster offizieller Termin. Auch die Sportvereine, die die Halle mit nutzen, freuen sich, dass sie nach der Schulnutzung wieder ihre zugewiesenen Zeiten für ihr Sportangebot wahrnehmen können.“
Schulleiterin Petra Müller: „Alle haben darauf hingefiebert, dass wir unsere Turnhalle wieder benutzen können. Die Freude ist riesengroß, dass dieser Moment nun da ist. Als sportlichste Schule im Land Brandenburg bedanken wir uns bei allen, die dazu beigetragen haben.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 239 (2/2026).
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