Kino-Filmkritik: The Running Man
Stephen King hat im Jahr 1974 seinen allerersten Bestseller „Carrie“ vorgelegt – und seitdem Jahr für Jahr einen neuen Horrorroman veröffentlicht. Am Anfang seiner Karriere konnte es King gar nicht schnell genug gehen. Und so hat er fünf Romane unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht – fiese, kompromisslose und kurze Schreibübungen, bei denen er auf niemanden Rücksicht nehmen musste, auch nicht auf seinen eigenen Ruf.
Eins dieser Bachman-Bücher ist „The Long Walk“, dessen geradlinige und recht verstörende Kammerspiel-Verfilmung in diesem Jahr bereits ins Kino gekommen ist. Nur wenige Wochen nach diesem Aufschlag auf der Kino-Leinwand ist nun auch „The Running Man“ neu verfilmt worden. Von dieser dystopisch-deprimierenden Science-Fiction-Geschichte im Bachman-Stil gab es bereits im Jahr 1987 eine Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger. Nun hat Regisseur Edgar Wright den Klassiker neu entdeckt – und schickt anstatt von Arnie nun Hollywoods aktuell angesagte Schauspieler-Wunderwaffe Glen Powell ins Rennen.
Darum geht es: In einer düsteren Zukunft leben die wenigen Wohlhabenden gut abgeschottet in einem Bereich, in dem es ihnen an nichts fehlt. Alle anderen Bürger vegetieren in den Slums, bringen vom Arbeitslohn gerade so ihre Familien durch und verschönern sich den Tag mit Fernsehsendungen, die absolut skrupellos aus freiwilligen Kandidaten Kanonenfutter für psychische oder körperliche Misshandlungen machen. Auch Ben Richards (Glen Powell) meldet sich beim Fernsehen an: Seine Tochter ist krank, er braucht das Geld für Medikamente. Dank seiner aufbrausenden Art landet er bei der fiesesten Show überhaupt – beim „Running Man“. 30 Tage ist er hier auf der Flucht, getrieben von einer Gruppe Jäger, die ihn einfach nur umbringen möchte, und verpfiffen von jedem Bürger, dem er unterwegs begegnet. Showrunner Dan Killian (schmierig-skrupellos: Josh Brolin) bannt die Menschenjagd in bunten Bildern auf den Fernsehschirm.
„The Running Man“ ist ein bunter, schnell geschnittener Action-Streifen, der gerade am Anfang richtig viel Spaß macht und eine Menge toller Szenen bietet. Am Ende wird es leider etwas zu politisch und das Tempo geht mitten im Aufstand des Proletariats gegen die bestimmende Klasse verloren. Trotzdem: gut! (CS / Verleih: Sony Pictures für Paramount Pictures)
Unsere Wertung: ♠♠♠♠/♠
FSK: 16 – Dauer: 133 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=B6xMLWxmtyo
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 237 (12/2025).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige
