Kino-Filmkritik: Sisu Road to Revenge
Wie eine destruktive Naturgewalt walzte der finnische Action-Film „Sisu“ im Jahr 2022 ins Kino. „Held“ der Geschichte war der schweigsame Goldsucher Aatami Korpi (Jorma Tommila), der in den chaotischen Nachwirren des Zweiten Weltkriegs auf einen Trupp Nazis stößt. Die wollen ihm sein Gold wegnehmen. Als „Der Mann, der nicht sterben will“ räumt der bärtige Finne mit den Nazis auf – und schuf so einen der überraschendsten, blutrünstigsten, cleversten, geradlinigsten und süffisantesten Actionfilme der Neuzeit.
2025 ist „Sisu“ wieder da. „Sisu“ ist übrigens das finnische Wort für einen ganz besonderen Zustand. In Zeiten absoluter Hoffnungslosigkeit meint das Wort eine innere Stärke, die das entschlossene Aufbäumen und Durchhalten gegen den sicheren Tod beschreibt.
Im neuen Film schreiben wir das Jahr 1946. Die Sowjetunion hat sich nach dem Krieg ein ordentliches Stück von Finnland einverleibt. Leider liegt im neuen Sowjetsektor auch Aatamis altes Familienhaus, in dem seine Frau und seine beiden Söhne im Krieg von einem emotionslosen Russen ermordet wurden. Aatami, der nach dieser Tat im Rausch hunderte Russen gekillt hat, kehrt in die Heimat zurück, um sein Haus Balken für Balken abzutragen und nach Finnland zu transportieren.
Doch sein alter Widersacher von der Roten Armee (sehr gut: Stephen Lang) wird auf ihn angesetzt, um den verhassten Russenkiller ein für allemal zu beseitigen.
Wie schon im ersten Teil möchte Aatami zusammen mit seinem Hund nur seiner Wege gehen – aber man lässt ihn nicht. Besser formuliert: Die russische Hölle öffnet sich. Mit gepanzerten Motorrädern, Panzerwagen und Flugzeugen wollen die Russen den Finnen zu blutigem Konfetti verarbeiten. Aber auch in der Fortsetzung kommt wieder das verzweifelte Sisu-Feeling auf – und Aatami weigert sich erneut zu sterben.
Jalmari Helander hat die Fortsetzung nicht nur geschrieben, sondern auch gefilmt. Die Grundhaltung ist die gleiche: Aatami möchte nur in Ruhe gelassen werden. Aber wenn sich ihm so viele Russen entgegenstellen, dann macht er rote Grütze aus ihnen. Unfassbar gut choreographierte Actionszenen zeugen vom deutlich gestiegenen Budget. „Sisu: Road to Revenge“ macht Actionfreunden richtig viel Spaß. Was auch daran liegt, dass sich der Film selbst nicht allzu ernst nimmt. (CS / Verleih: Sony Pictures)
Unsere Wertung: ♠♠♠♠/♠
FSK: 18 – Dauer: 88 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=yQAFooexcYQ
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 237 (12/2025).
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