Falkensee: Ausbau der Pestalozzistraße ist abgeschlossen!
Die Pestalozzistraße ist eine echte Lebensader, die den Nordosten von Falkensee mit der Spandauer Straße verbindet. Vom November 2024 bis zum Dezember 2025 wurde die Straße auf einer Länge von einem Kilometer komplett erneuert. Für die Anwohner hieß das, Umwege in Kauf zu nehmen. Jetzt sind die Baumaßnahmen aber endlich abgeschlossen, am 16. Dezember gab Bürgermeister Heiko Richter die neue Straße für den Verkehr frei.
Die Pestalozzistraße führt in Falkensee von der Spandauer Straße aus im Bogen in den Nordosten der Stadt. Vor allem die Anwohner aus der abgeschiedenen Enklave hinter dem Falkenhagener See nutzen die Straße täglich, um ihre ruhige Wohngegend zu verlassen und zur Arbeit zu fahren oder Besorgungen zu erledigen. Von der Spandauer Straße aus führt der Weg entweder nach links nach Berlin oder nach rechts in die Falkenseer City.
Nun war die Pestalozzistraße schon lange in keinem wirklich guten Zustand mehr. Ein grundhafter Ausbau war dringend nötig, um die Verkehrssicherheit dieser vielbefahrenen Straße zu verbessern, die Erschütterungen zu reduzieren, die Lärmbelastung herabzusetzen und die Oberflächenentwässerung grundsätzlich zu ertüchtigen. Es sollten außerdem verschiedene Sicherheitsdefizite und bauliche Mängel beseitigt werden. Dazu gehörte auch, dass die Autofahrer, die Radfahrer und die Fußgänger in ihren Wegen möglichst voneinander getrennt werden.
Der Ausbau der Pestalozzistraße wurde bereits am 29. März 2023 von der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung beschlossen.
Allerdings musste vor den Baumaßnahmen noch der Bebauungsplan F 72 „Calvin-/Pestalozzistraße“ geändert werden. Die Stadt Falkensee sagt dazu in einer Pressemeldung: „In dem Änderungsverfahren mussten viele Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland und der Unteren Forstbehörde des Landesbetriebs Forst Brandenburg durch die Stadt Falkensee erfüllt werden. Im Mai 2024 wurde der B-Plan rechtskräftig und das öffentliche Ausschreibungsverfahren konnte erfolgen. Mit der Ausführung des Straßenausbaus wurde die Strabag AG als wirtschaftlichster Anbieter beauftragt.“
Baubeginn war am 11. November 2024. Die Pestalozzistraße wurde auf einer Länge von 1,06 Kilometer grundhaft ausgebaut und dabei komplett erneuert. Die Gesamtkosten lagen bei etwa vier Millionen Euro, dabei fielen 3,4 Millionen Euro allein auf den Straßenbau. Der Rest des Geldes wurde für die Planung und für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung aufgewendet. Während der Baumaßnahmen gab es für die Anwohner alternative Streckenführungen, zeitweise musste die Pestalozzistraße sogar auch komplett gesperrt werden.
Bürgermeister Heiko Richter sagte am 16. Dezember bei der Freigabe der Straße: „Wir haben für den Neubau der Pestalozzistraße 13 Monate gebraucht. Da sind wir ziemlich im Zeitplan geblieben. Wir sind auch sehr dankbar dafür, dass wir den Anschluss vorne an die Spandauer Straße etwas vorziehen konnten, um den Schienenersatzverkehr aufgrund der aktuellen Bahnsperrung nicht zu behindern.“
Der Ausbau erfolgte in drei Abschnitten. Im ersten Teilabschnitt, der von der Spandauer Straße ausging, wird die Straße beidseitig von einem zwei Meter breiten Radweg und einem beidseitigen 1,80 Meter langen Gehweg flankiert. Im zweiten Teilabschnitt, der in einem Bereich ohne flankierende Bebauung erfolgt ist, gibt es beidseitig einen zwei Meter breiten Radweg, aber nur einseitig einen Gehweg, der zwischen 1,80 und 2,50 Meter breit ist. Der dritte Teilabschnitt erhielt einseitig einen 1,80 Meter breiten Gehweh. Für die Fahrradfahrer sind beidseitig auf der Fahrbahn Fahrradschutzstreifen markiert.
Besonders viel Wert wurde daraufgelegt, dass der Mauerweg auch weiterhin ohne Querung der Pestalozzistraße von allen Radfahrern genutzt werden kann.
Bei den Baumaßnahmen wurden auch die Einmündungen der querenden Straßen erneuert. Auch die Grundstückszufahrten zu den Häusern wurden angepasst. Die Erneuerung der Beleuchtung vor Ort hat die Stadt Falkensee ebenfalls angeordnet. Wichtig war der Neubau der Entwässerungsanlagen. Tiefe Mulden nehmen nun das Regenwasser von der Straße auf, führen es durch eine Sedimentationsanlage und leiten es in der Folge unbelastet in das Grundwasser ein.
13 Straßenbäume mussten während der Baumaßnahmen gefällt werden. Drei große Eichen wurden bewusst erhalten. Sie wachsen nun auf einer extra gebauten Mittelinsel weiter, während der Verkehr rechts und links um sie herumfließt. Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen erfolgen im Ausbaubereich der Pestalozzistraße – allerdings erst zur Pflanzzeit im Frühjahr 2026. 140 Neupflanzungen sollen entlang der Strecke realisiert werden.
Gleichzeitig wurde eine Ausgleichsmaßnahme nötig, da 3.395 Quadratmeter Bodenfläche neu versiegelt wurden – durch den Asphalt der Straße oder durch die Pflasterarbeiten der Bürgersteige. Die Kompensationsmaßnahmen für die Flächenversiegelung werden im Flächenpool „Kremmener Luch, Landkreis Oberhavel, Naturraum Rhin-Havelland“ umgesetzt. Vor Ort wird artenarmes Intensivgrünland in Extensivgrünland umgewandelt.
Was wurde während der Baumaßnahme Pestalozzistraße noch alles getan? Es wurden zwei Bushaltestellen mit Fahrgastunterstand gebaut. Was fehlt noch? Die Fahrbahnmarkierungen. Sie werden im Nachgang umgesetzt – und zwar im ersten oder im zweiten Quartal 2026. Baudezernent Thomas Zylla: „Auch ohne die Markierungen kann die Straßenanlage bereits genutzt werden.“
Bauamtsleiter Jens Grothe war bei der Freigabe der Straße auch mit dabei. Für ihn war es die letzte Amtshandlung. Er verlässt die Falkenseer Verwaltung und wird ab Januar 2026 bei Karls arbeiten, um hier beim Bau der vielen neuen Projekte zu unterstützen. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 238 (1/2026).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige












