Neues Wohngebiet in Wustermark: Neue Stadtvillen und Reihenhäuser in Priort geplant!
Der Speckgürtel von Berlin zeigt eine große Magnetwirkung: Viele Familien möchten sich hier im Schatten der Großstadt niederlassen, um im Grünen zu wohnen und zugleich die Vorzüge der Metropole zu nutzen. Auch die Gemeinde Wustermark wächst ganz in diesem Sinne und schafft neuen Wohnraum. Im ehemaligen Olympischen Dorf in Elstal sind bereits viele neue Wohnungen entstanden, nun ist der Ortsteil Priort an der Reihe.
Priort ist ein Ortsteil von Wustermark. Er liegt – sehr schön in die grüne Natur eingebettet – zwischen dem Designer Outlet Berlin und dem Ortsteil Buchow-Karpzow. Über 1.300 Menschen leben hier.
In Wustermark gibt es einen Masterplan, nach dem die Bevölkerung von zurzeit etwa 11.500 Einwohnern bis zum Jahr 2035 auf 15.000 Menschen anwachsen kann. Um das zu erreichen, muss noch ordentlich gebaut werden, damit die Gemeinde den benötigten Wohnraum auch tatsächlich zur Verfügung stellen kann.
Im Olympischen Dorf in Elstal wird die Maurerkelle bereits seit dem Jahr 2019 geschwungen. Im ersten Bauabschnitt sind vor Ort etwa 400 Wohnungen entstanden, aktuell kommen noch einmal 300 Wohnungen in den sanierten Blockbauten des zweiten Bauabschnitt dazu – inklusive 44 sozial gebundene Wohnungen. Die ersten Wohneinheiten sind bereits bezogen, das neue Quartier beginnt zu leben.
Demnächst könnte auch das beschauliche Priort noch etwas wachsen. Am nördlichen Rand von Priort gibt es nämlich ein etwa sechs Hektar großes, komplett unbebautes Gelände im sogenannten Erlengrund, das an die Straße „An der Breiten Wiese“ anschließt.
Inzwischen haben die Gemeindevertreter von Wustermark den Daumen nach oben gestreckt, um das städtebauliche „Entwicklungskonzept Erlengrund“ vom 17. Oktober 2025 zu verabschieden. Vor Ort könnten so etwa knapp einhundert neue Wohnungen entstehen – und zwar auf einem Gelände, das vollständig der Gemeinde gehört. Dafür soll nun ein neuer Bebauungsplan erstellt werden.
Wichtig ist es den Verantwortlichen aus der Verwaltung, dass die Priorter, die bereits in der Nachbarschaft leben, nicht übergangen werden. Aus diesem Grund gab es bereits mehrere offene Gesprächsrunden. Hier konnten die Priorter eigene Gedanken und Bedenken einbringen. In das aktuelle Konzept wurden die lokalen Einwände bereits eingearbeitet.
Was soll aber nun im Erlengrund gebaut werden? Die Vorschlagsvariante, die am meisten Zuspruch erhält, sieht einen Mix verschiedener Baustile vor. So soll es klassische Einfamilienhäuser, aber auch Reihenhäuser und Geschosswohnungen im Stil moderner Stadtvillen geben. Geplant ist ein Anger, um den herum zunächst die Stadtvillen angeordnet sind. In den Außenlagen sind die Einfamilienhäuser zu finden. Es soll eine Fußwegeverbindung durch das Gebiet geben – „entlang des Grabens, der nördlichen Waldfläche sowie zur Theodor-Fontane-Siedlung“. Eine Erschließung des Geländes erfolgt über die „Chaussee“ und die Straße „An der Breiten Wiese“.
Insgesamt gehen die Planungen von 93 neuen Wohneinheiten aus. Dazu gehören 13 Einfamilienhäuser (100 Quadratmeter Wohnfläche, Grundstück 500 bis 600 Quadratmeter), zehn Reihenhäuser (je 72 Quadratmeter Wohnraum) und 70 Wohnungen (ca. 85 Quadratmeter Wohnraum) in sieben Stadtvillen.
Mit diesem bunten Mix verschiedener Wohnformen könne man Familien eine Perspektive geben, aber auch jungen Leuten, die eine erste Wohnung suchen, etwas bieten. Interessant sind die Wohnungen in den Stadtvillen natürlich auch für ältere Mitbürger, die sich im Ruhestand verkleinern und dabei in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben möchten.
Holger Schreiber, Bürgermeister von Wustermark: „Dieser Mix unterschiedlich großer Wohnangebote macht das neue Wohngebiet im Erlengrund so attraktiv. Denn unsere jungen Leute würden oft gern in Wustermark bleiben, wenn sie von den Eltern ausziehen. Sie können sich aber kein Haus leisten, sondern suchen natürlich zunächst einmal eine kleine und auch bezahlbare Wohnung zur Miete. Das gilt auch für unsere Senioren. Viele würden sich im Alter von ihrem Haus trennen und sich vom Wohnraum her deutlich verkleinern, weil sie es nicht mehr schaffen, ein großes Haus samt Garten zu bewirtschaften und zu versorgen.“
Das Entwicklungskonzept sagt dazu ganz klar: „Durch eine differenzierte städtebauliche Struktur soll ein Quartier entstehen, das unterschiedlichen Lebensformen und Einkommensgruppen gerecht wird und sich zugleich harmonisch in das bestehende Ortsbild Priorts einfügt.“
Damit die neuen Bewohner im Erlengrund (nicht zu verwechseln mit dem Erlenbruch in Schönwalde-Glien) auch ihre Autos vor der Tür parken können, sind 160 Stellplätze geplant. Im südlichen Abschnitt des Gebiets wurden knapp 2.000 Quadratmeter reserviert, um hier eine Kita zu errichten. Holger Schreiber: „Die Kita richtet sich nicht nur an die neuen Bewohner im Erlengrund, sondern an alle Familien, die in Priort leben. Die bestehende Kita Zwergenburg ist in die Jahre gekommen. Sie könnte durch die neue Kita ersetzt werden, die auch 15 Betreuungsplätze mehr aufweist als die alte.“
Erfahrungsgemäß kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis ein sogenanntes B-Plan-Verfahren abgeschlossen ist. Erst dann kann mit den weiteren Planungen zur konkreten Umsetzung begonnen werden.
Hendrik Kortz von der Bauplanleitung der Gemeinde Wustermark: „Im neuen Quartier soll es eine Mischung aus Mietwohnungsangeboten und Wohneigentum geben. Wir können uns vorstellen, dass die Mietwohnungen insbesondere in den Stadtvillen vorzufinden sein werden. In welchem Umfang und in welcher Form eine Vermarktung der Flächen stattfindet, steht noch nicht fest. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Gemeinde das Plangebiet alleine entwickelt. Vor diesem Hintergrund können Fragen zum Baustart und der Fertigstellung aktuell schwer beantwortet werden. Unser Ziel ist es, erst einmal zügig mit der Bauleitplanung zu starten, um offene Fragen zu Verkehr, Erschließung oder Umwelt umfassend beantworten zu können.“
Bürgermeister Holger Schreiber: „Wustermark hat ein attraktives Wohnbaupotential, das wir für unsere Bürger entwickeln sollten, auch um mittelfristig unsere Auslastung bei Schulen und Kitas zu sichern.“ (Text: CS / Fotos: Sebastian Kelm, Gemeinde Wustermark)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 238 (1/2026).
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