Echt qnorke: Der neue gastronomische Ausflugstipp in Spandau!
In Spandau ist ein neuer kulinarischer Hotspot entstanden. Das „qnorke“, das in der ehemaligen Großküche des Offizierskasinos vom Siemens Luftfahrtgerätewerk in Sichtweite zur Havel ein Zuhause gefunden hat, bietet in einem einzigartigen Ambiente ein modernes Casual Dining auf allerhöchstem Niveau. Küchenchef Bastian Welke zaubert Dinge auf den Teller, die man so im beschaulichen Spandau einfach nicht erwartet hätte. (ANZEIGE)
Zunächst einmal: Das „qnorke“, das am 10. Oktober sein Soft-Opening hatte, entdeckt man nicht aus Versehen. Man muss schon ganz genau wissen, wo es in Spandau zu finden ist. Im Vorbeigehen erspäht man die neue Gastronomie nicht. Sie liegt ein paar Schritte von der Havel und von der nächstgrößeren Straße entfernt in einer ruhigen Wohngegend.
Am Maselakepark gab es früher das Siemens Luftfahrtgerätewerk, das zuletzt aber völlig ungenutzt verwitterte und höchstens als Lost Place noch Besucher anzog. Investoren haben das Gelände aufgekauft und es nun einer dreifachen neuen Nutzung zugeführt. Am Standort ist ein kleines Hotel mit 20 Zimmern und 42 Betten entstanden. Hinzu kommt ein großer Saal zum Feiern. Stehend passen hier 720 Personen hinein, sitzend 500 und an runden Tischen immerhin noch 330. Und dann ist da ja auch noch das „qnorke“.
Man öffnet eine unscheinbare Tür und steht auf einmal mitten im ehemaligen Offizierskasino. Die alten Räumlichkeiten mit den hohen Decken wurden geschmackvoll modernisiert. Der allererste Eindruck ist gewaltig. Man hat das Gefühl, durch eine Zaubertür gegangen zu sein – und plötzlich in einem extrem angesagten Food-Tempel mitten in New York zu stehen. Das Ambiente ist einzigartig. Es gibt eine riesige Bar mit einem rot gefliesten Sockel, hinter deren Tresen man sich Humphrey Bogart richtig gut vorstellen könnte. In den zahllosen Regalen stehen Dutzende Gläser mit eingeweckten Lebensmitteln – Dinge, die in der Küche alle Verwendung finden. Die Tische und Stühle für zurzeit 88 Gäste wirken reduziert und modern – sie passen sich perfekt in den ersten Eindruck ein. In einem Nachbarzimmer findet sich sogar eine riesige Tafel mit einem gewaltigen Holztisch. Hier können fröhliche Familiengelage, aber auch ernsthafte Konferenzen stattfinden. Im nächsten Sommer soll im Freien vor der Tür auch noch ein gemütlicher Biergarten entstehen.
Mathias Merkel (49) hat im „qnorke“ den konzeptionellen Hut auf. Der Gastronom bringt bereits 28 Jahre Erfahrung mit. Der Heidelberger, der jetzt im Prenzlauer Berg wohnt, hat in den letzten Jahren viele Restaurants, Biergärten und sogar Eventschiffe betreut. Bekannt ist seine Cocktail-Bar „Fairy Tale“ am Märchenbrunnen in Berlin-Friedrichshain, die mit ganz besonders erlesenen Cocktails passend zu einer Grimm’schen Märchenwelt aufwartet.
Über seine Küche sagt Mathias Merkel: „Wir haben uns dem Casual Dining verschrieben. Das ist praktisch ein Fine Dining, aber mit größeren Portionen und vielleicht nicht ganz so viel ChiChi und 30.000 Komponenten auf dem Teller.“
Das „qnorke“ hat Mittwoch bis Samstag von 12 bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 10 bis 16 Uhr. In der Weihnachtszeit gelten besondere Zeiten und Angebote, die sich auf der Homepage nachschlagen lassen. Ebenso wie die aktuelle Speisekarte, die angenehm übersichtlich ausfällt. Denn: Wer wirklich frisch kocht, der muss sich beschränken.
Es gibt abhängig von der Uhrzeit eine Lunch- oder eine Dinnerkarte. Hier finden sich Vorspeisen wie das Carpaccio vom Rinderfilet, der gebeizte Lachs, das Zweierlei von der Schwarzwurzel oder die Salatherzen mit Hühnchen. Es gibt Suppen wie die Steinpilz Consommé oder die Maissuppe. Und Hauptspeisen wie die Fjordforelle mit Senfschaum, die Schweinebacke mit Wurzelgemüse, den geflämmten Lauch mit Ziegenkäse und Blaubeeren oder aber die Fregola Sarda.
Gern kann man im „qnorke“ auch ein edles Stück Fleisch vom Grill bestellen, etwa das Chateaubriand, das Rinderfilet oder ein schönes Flanksteak. Dazu lässt man sich gefüllte Kartoffeln, Fritten, Baby Spinat, gebackenen Brokkoli oder gegrillten Spitzkohl reichen. Sößchen gefällig? Es gibt eine Sauce Bearnaise, eine Café de Paris Butter oder eine Portwein Jus.
Zum Küchenchef im „qnorke“ wurde Bastian Welke ernannt. Er hat in den letzten 15 Jahren u.a. für die „Brasserie Desbrosses“ (Ritz Carlton), das „Restaurant Mark Brandenburg“ (Hilton Berlin) und das „Oscar“ in Potsdam gearbeitet. Er steht laut Homepage für eine „moderne, bodenständige Küche mit Charakter“, nach unserem Besuch im „qnorke“ aber eher für einen genialen und äußerst leckeren Wahnsinn auf dem Teller.
Die Speisekarte nennt nur kurz die einzelnen Komponenten, die passend zu einem Gericht auf den Teller kommen. Da ist es immer schön, wenn der Küchenchef an den Tisch tritt und von den vielen kreativen Ideen erzählt, die zu einer besonderen Verschmelzung der Aromen führen.
Das Besondere beginnt bereits beim Anreichen des hausgebackenen Sauerteigbrots. Denn dazu wird eine Butter mit einem ganz besondere Crunch gereicht. Bastian Welke: „Wir stellen eine Nussbutter her und verbrennen in dieser Butter Hefe als besonderen Geschmacksträger. Das passieren wir und trocknen die Hefe, um sie anschließend über die Butter zu streuen. Viele Besucher denken, das sei Kaffee oder Kakao, aber es ist Hefe. Wir verbrennen, flambieren und räuchern wirklich sehr viel bei uns in der Küche.“
Es macht richtig viel Spaß, sich die einzelnen Komponenten und ihren Werdegang in der Küche des „qnorke“ erklären zu lassen. Da wird etwa eine Senfsaat in Apfelsaft ausgekocht, bis der Apfelgeschmack regelrecht in die Senfkörner hineingekrochen ist. So entsteht ein frischer Geschmack, der aber in der Konsistenz von Kaviar-Eiern daherkommt.
Auf einem anderen Teller finden wir grüne Tropfen. Es soll sich dabei um ein klassisches Karottenpüree handeln. Aber warum ist es grün? Bastian Welke: „Ganz einfach: Wenn wir unsere Möhren pürieren, lassen wir das Möhrengrün mit durchlaufen. So bekommt das Püree tatsächlich eine grüne Farbe. Viele Gäste denken erst einmal, das sei ein Erbsenpüree. Es kommt übrigens immer noch ein bisschen Vanille mit dazu.“
Man lernt im „qnorke“ auch, wie man aus in Nussbutter gegartem Lauch, karamellisierten Haselnüssen und fermentierten Blaubeeren eine komplett fleischlose, aber äußerst leckere Soße zieht. Bastian Welke: „Wir arbeiten sehr gern mit den alten Methoden, um Lebensmittel haltbar zu machen. Wir wecken ein und wir fermentieren.“
Ein klares Fazit nach einem ersten Kennenlernessen im „qnorke“: Die Portionen sind genau passend. Mit einer Vor- und einer Hauptspeise geht man gut gesättigt nach Hause – und hat zugleich doch das Gefühl, fast in der Sterneküche zu Gast gewesen zu sein. Für ein Hauptgericht zahlt man um die 25 Euro – das ist nicht nur fair kalkuliert, sondern macht aus dem „qnorke“ einen kulinarischen Geheimtipp, den man schnell aufsuchen sollte, solange die Preise noch so sind, wie sie sind.
Für Abwechslung ist gesorgt, die Lunch- und die Dinnerkarte wechseln regelmäßig, sodass man immer wieder etwas Neues probieren kann. Findet die Küche auf dem Markt Besonderes wie etwa Spare Ribs vom Duroc-Schwein, kommt auch das einmal spontan auf die Karte. Sonntags gibt es außerdem von 10 bis 16 Uhr ein spezielles Brunch-Menü.
Die schöne Bar und die eigene Expertise aus dem „Fairy Tale“ müssen natürlich auch genutzt werden. Deswegen gehört ein leckerer Cocktail im „qnorke“ auch immer zu einem gelungenen Abend mit dazu. (Text/Fotos: CS)
Info: qnorke, Am Maselakepark 12, 13587 Berlin, Tel.: 01514-1324729, www.qnorke.de
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 237 (12/2025).
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