Tierarztpraxis Schönwalde warnt: Gefährliche Festtagsleckereien für Hund und Katze!
Wenn an Weihnachten der Duft von Gebäck, Braten und Tannengrün durchs Haus zieht, geraten nicht nur die Menschen in festliche Stimmung – auch Hunde und Katzen sind von den neuen Gerüchen fasziniert. Doch gerade in der Weihnachtszeit lauern viele Gefahren auf die vierbeinigen Familienmitglieder. So einige weihnachtliche Lebensmittel und für die Zeit typische Topfpflanzen sind für Haustiere leider hochgradig giftig.
Viele Haustierhalter haben noch nie darüber nachgedacht, dass Katzen und Hunde nicht alles gut vertragen, was Herrchen und Frauchen bedenkenlos verspeisen.
Tierarzt Tobias Haubner von der Tierarzt praxis Schönwalde (Berliner Allee 1, www.mobilertierarzt.com) warnt: „In der Weihnachtszeit kommt sehr gern ein Butterstollen auf den Tisch. Rosinen und auch Weintrauben können aber für Hunde und Katzen lebensbedrohlich sein. Schon kleine Mengen führen mitunter zu einem akuten Nierenversagen. Typische Symptome sind Erbrechen, Durchfall und Apathie. Das Problem ist: Das eine Tier verträgt Rosinen, das andere verstirbt daran. Woran das liegt, weiß man noch nicht genau.“
Problematisch sind auch Zwiebeln, Lauchgewächse und Knoblauch. Diese Zutaten kommen im Kartoffelsalat, in der Soße oder im Festtagsbraten vor. Für Hunde und Katzen sind diese Zwiebelgewächse – gekocht oder roh – aber hochgiftig. Tierärztin Luisa Herbst: „Die Inhaltsstoffe schädigen die roten Blutkörperchen und führen zu einer gefährlichen Blutarmut.“
Am Nikolaus steht der Stiefel mit Schokolade für die Kinder vor der Tür. Auch der Süßigkeitenteller, der in der Weihnachtszeit oft gut gefüllt auf dem Tisch zum Naschen einlädt, kann schnell zu einem Problem werden, wenn unbeaufsichtigte Haustiere Zugriff haben. Tierärztin Dr. Konstanze Zacharias: „In der Schokolade ist Kakaopulver enthalten. Das enthält Theobromin. Das ist eine Substanz, die Tiere nicht abbauen können. Schon geringe Mengen dunkler Schokolade können Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen und sogar tödlich verlaufende Vergiftungen auslösen. Hier muss man wieder feststellen: Jedes Tier reagiert anders. Und natürlich kann ein großer Retriever ein kleines Stück Milchschokolade besser verkraften als ein kleiner Zwergpinscher.“
Für die Haustiere sind Süßigkeiten auch gefährlich, wenn der Süßstoff Xylitol enthalten ist. Katzen reagieren mit Magen-Darm-Problemen, bei sehr großen Mengen droht Leberversagen. Bei Hunden führt Xylitol schon bei kleinen Mengen zu einem massiven Insulin-Ausstoß und so zu einer gefährlichen Unterzuckerung.
In der Weihnachtszeit stehen oft besondere Pflanzen in der Wohnung. Doch die veganen Dekoelemente bergen große Gefahren. Der Weihnachtsstern ist hochgiftig und kann bei den Haustieren für Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall führen. Tierärztin Paula Lauterwald: „Auch Pflanzen wie die Christrose, die Amaryllis, die Eibe, die Mistelbeere und die Stechpalme werden gern als winterlicher Schmuck verwendet, übrigens auch in Adventsgestecken. Aber auch sie sind hochgiftig für unsere Tiere.“
Eine letzte Warnung: Lametta vom Weihnachtsbaum und Geschenkbänder können – erst einmal vom Haustier vertilgt – für schlimme Darmverletzungen sorgen.
Tierärztin Isabelle Böhme: „Im Zweifelsfall sollte man nicht warten, bis Symptome entstehen, denn dann kann es bereits zu spät sein. Besser ist es, sofort zu handeln. Dann können wir Tierärzte für Erbrechen sorgen und die Giftstoffe kommen erst gar nicht zur Wirkung. Über die zentrale Notdienstnummer 0180-5843736 können die Kollegen auch nachts und an den Feiertagen schnell alarmiert werden.“ (Foto/Text: CS + Tierarztpraxis Haubner)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 237 (12/2025).
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