Berlin-Steglitz: Premiere vom Neurosen-Kavalier im Schlosspark Theater!
Dieter Hallervorden hat das Schlosspark-Theater in Berlin-Steglitz im Jahr 2008 übernommen. Seit 2009 führt er es als Intendant und holt seitdem die ganze Bandbreite der Schauspielkunst auf die Bühne. Vor Ort werden Tragödien, historische Stücke, humorvolle Musicals und immer wieder auch echte Boulevard-Komödien aufgeführt. Zu den humorvollen Stücken zählt auch “Der Neurosen-Kavalier” – mit Daniel Morgenroth in der Hauptrolle.
Es ist etwas Besonderes, wenn man im Theater Schauspieler sieht, die man aus dem Fernsehen kennt. Im Stück “Der Rosen-Kavalier”, das am 29. November Premiere im Steglitzer Schlosspark-Theater (www.schlossparktheater.de) feierte, spielt Daniel Morgenroth die Hauptrolle. Viele schätzen ihn aufgrund seiner Dauerrolle im ZDF-“Traumschiff”. Für sein Theater-Engagement hat er auch noch seine Lebensgefährtin Johanna Klante mitgebracht, die er vor 25 Jahren auf dem “Traumschiff” kennengelernt hat und mit der er anderthalb Stunden von Berlin entfernt in einem Haus in der Schorfheide lebt.
In der Boulevard-Komödie ist Felix Bollmann (Daniel Morgenroth) ein ganz ausgebuffter Hund. Er hat nacheinander gleich mehrere Kaufhäuser überfallen – und richtig viel Geld erbeutet. Nach einem Überfall im Steglitzer Kaufhaus “Das Schloss” ist ihm die Polizei allerdings äußerst dicht auf den Fersen. Er schafft es gerade noch, in der Praxis eines renommierten Psychiaters unterzuschlüpfen. Was für ein Glück: Er wird prompt für die angekündigte Urlaubsvertretung des in Florida weilenden Arztes gehalten – und beginnt munter mit dem Therapieren.
Und was gibt es da alles für merkwürdige Patienten in der Praxis: Claudia Carrera (Kim Zarah Langner) ist eine Bestsellerautorin mit Schreibblockade, die sich gern im Bikini auf der Therapiebank lümmelt. Jürgen Appelhans (Georgios Tsivanoglou) arbeitet im Finanzamt, hat Angst vor den Vorgesetzten – und muss dringend seinen inneren Elvis entfesseln. Sybille von Bast (Johanna Klante) hat eigentlich genug Geld, entpuppt sich aber als hemmungslose Kleptomanin. Und dann ist da auch noch Kommissar Maiwald (Jens Krause), der zum Psychiater muss, weil er es einfach nicht schafft, den gewieften Kaufhausdieb zu fangen.
Daniel Morgenroth kommt als untergetauchter Dieb ganz schön ins Schwitzen. Er muss den Kommissar auf Abstand halten, der Kleptomanin auf die Finger hauen, seinen Patienten helfen, die “richtige” Vertretung (Manolo Palma) wieder nach Hause schicken und die in Reimen sprechende Sprechstundenhilfe Frau Engel (Susanne Eisenkolb) beschwichtigen.
“Der Neurosen-Kavalier” ist ein echter Klassiker. Die Boulevardkomödie in vier Akten von Gunther Beth und Alan Cooper wurde bereits 1986 in Stuttgart uraufgeführt; es gibt sogar eine Verfilmung fürs Fernsehen.
Der Umsetzung der “Psycho-Komödie” von Klaus Seiffert für das Schlosspark-Theater muss man zugestehen, dass sie äußerst geschickt Berliner Lokalkolorit beimischt. Immer wieder gibt es regionale Verweise wie eben auf das “Schloss”, was die meist aus dem Berliner Raum stammenden Zuschauer sehr freut. Ein echtes Plus sind tatsächlich alle Schauspieler, die mit sichtbarer Spielfreude durch das Stück führen. Insbesondere Georgios Tsivanoglou bringt seinen Elvis perfekt zur Geltung – und holt sich am Ende den größten Applaus. Schade hingegen ist, dass das Stück permanent zum Schmunzeln anregt, die ganz großen Lacher aber leider fehlen. In Steglitz behandelt der Rosen-Kavalier seine Patienten noch bis zum 14. Januar. (Text: CS / Foto: DERDEHMEL/Urbschat)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 238 (1/2026).
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