Neu gebaut: Geführter Stadtspaziergang durch die Falkenseer Innenstadt
In Falkensee wird weiterhin an vielen Ecken gebaut. Regelmäßig lädt das Zentrumsmanagement zu geführten Spaziergängen durch die Innenstadt ein, um den interessierten Bewohnern zu zeigen, an was die Bauarbeiter da gerade werkeln. Am 11. Oktober führte Falkensees Baudezernent Thomas Zylla so viele Zuhörer wie noch nie vom Bahnhofsgelände zum Nachfolgebau des Bayerischen Hofes und schlussendlich bis zum Merlin-Quartier: Bis zu 200 Menschen schlossen sich dem Spaziergang an.
Gemeckert wird in Falkensee mit großer Ausdauer und mit vielen Emotionen. Die ehemalige Gartenstadt würde zu sehr verdichtet, jede bestehende Brache würde man zubauen und am Ende würden die vielen neuen Bewohner von Falkensee die Infrastruktur verstopfen. Gerade die großen Wohnungsbauprojekte in der Innenstadt schüren den Unmut.
Um bei allen Diskussionen auch fundiert mitreden zu können, lohnt es sich, bei den geführten Spaziergängen mitzugehen, die das Zentrumsmanagement organisiert und die völlig kostenfrei sind. Baudezernent Thomas Zylla nimmt sich immer viel Zeit, um spannende Fakten zu vermitteln, die so oft noch nicht in der Zeitung gestanden haben. Ihm zur Seite stand beim aktuellen Stadtspaziergang wieder Kathrin Pollow als Leiterin vom Stadtplanungsamt. Bürgermeister Heiko Richter nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. Das galt auch für einige Mitglieder der Falkenseer Stadtverordnetenversammlung und für einige der Sachkundigen Einwohner.
Am 11. Oktober trafen sich über 200 interessierte Bürger morgens um zehn Uhr am Bahnhof Falkensee – und zwar auf der Seite der Potsdamer Straße.
Zunächst ging es zum Bahnhof Falkensee. Hier fahren zurzeit keine Züge, weil die Deutsche Bahn noch einige Monate lang an der Generalsanierung der Strecke Berlin-Hamburg arbeitet. Thomas Zylla: “Mit der Erneuerung der Gleise ist es aber nicht getan. Die Bahn möchte bis April auch die Bahnhöfe umbauen und modernisieren. Aus unserem Bahnhof in Falkensee wird ein sogenannter Zukunftsbahnhof.”
In Falkensee, aber auch an den Bahnhöfen Finkenkrug und Seegefeld, werden die Beläge der Bahnsteige ausgetauscht und dort, wo sie noch nicht vorhanden sind, um ein Blindenleitsystem erweitert. Außerdem werden die Aufzüge erneuert, die Sitzmöbel getauscht, die Aushangkisten gewechselt, neue digitale Anzeigen realisiert und die gesamte Wegeleitung optimiert. Zu einem Zukunftsbahnhof gehört auch ein ganz eigenes Farbkonzept, das dann natürlich auch in Falkensee umgesetzt wird.
Für Thomas Zylla war das Parken am Bahnhof ein großes Thema: Die Autos sollen möglichst gar nicht erst ins Zentrum fahren. Dazu sagte er: “Wir möchten, dass die Pendler, die ihr Auto heute noch in der Scharenbergstraße oder an der Potsdamer Straße abstellen, gar nicht mehr ins Zentrum fahren, sondern verlässliche Bahnverbindungen am Standort Seegefeld angeboten bekommen. Dort haben wir auf der Nordseite bereits einen Park & Ride Parkplatz neben dem Hallenbad errichtet. Dort gibt es als Erweiterungsoption noch weitere Flächen, die wir für Parkplätze ausbauen könnten. Das gilt auch für die Südseite an der Straße der Einheit.”
Sollten die Pendler dort ihre Autos abstellen, könnten die Falkenseer, die im Zentrum einen Arzt besuchen oder einkaufen möchten, problemlos einen Parkplatz für ein, zwei Stunden finden.
Am Bahnhof Falkensee sollen demnächst auch die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder erweitert werden – von 1.000 auf 1.500. Thomas Zylla: “Die Fahrräder werden zurzeit auch an Zäune und an Bauteile angeschlossen, die dafür nicht vorgesehen sind, weil der Parkraumdruck zu groß ist. Das ändern wir.”
Der Baudezernent stellte auch in Aussicht, dass Fördermittel genutzt werden, um zwei öffentliche Automatentoiletten am Bahnhof nachzurüsten – eine auf der Nordseite und eine auf der Südseite.
Weiter ging der Spaziergang zum früheren Standort des Bayerischen Hofes. Der alte Traditionsbau wurde komplett abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen, der nun nahezu abgeschlossen ist. Ingo Scharnowski von Quarterback Immobilien gab den Bürgern Auskunft und verriet: “In dem Objekt haben wir 59 Mieteinheiten als Wohnungen in Größenordnungen von 52 bis 78 Quadratmetern und sechs Mieteinheiten für das Gewerbe geschaffen. Die Wohnungen sind bereits alle komplett belegt. Auch in den Gewerberäumen sind bereits die ersten Mieter eingezogen, nämlich eine Fahrschule und ein Café.”
Dreieinhalb Jahre hat der Bau gekostet. Ein Neubau an dieser Stelle wurde nötig, weil sich die erforderlichen Stellplätze für Autos nur mit einer Tiefgarage bewerkstelligen ließen. 64 Parkplätzen gibt es in der Tiefgarage. Hier parken die Autos zum Teil dank einer Liftanlage in zwei Ebenen. Wie das funktioniert, davon konnten sich die Teilnehmer des Spaziergangs selbst vor Ort überzeugen.
Ingo Scharnowski erzählte, dass das neue Quartier bereits im Bau “im Prinzip” bereits vermietet war, die Leute haben Schlange gestanden: “Freier Wohnraum in Falkensee ist weiterhin sehr begehrt.”
Der Spaziergang endete auf dem Gelände der BUWOG gleich neben dem famila-Supermarkt. Michael Divé ist der Pressesprecher der BUWOG. Er führte die Falkenseer zusammen mit seinem Abteilungsleiter für das Baumanagement Nicolo Unger über das Areal und hatte vieles zu erzählen: “Am 23. Juni 2022 haben wir hier im Quartier den Grundstein gelegt, da hatte das Merlin-Quartier noch keinen Namen. Vor Ort entstehen 473 Wohnungen in einem fünfgeschossigen Gebäude mit Innenhof. Hinzu kommen 4.000 Quadratmeter Gewerbeflächen und ein eigenes Parkhaus für bis zu 500 Autos. Das ist eine Größe, mit der die BUWOG gut umgehen kann. Wir sind ein deutschlandweit tätiger Bauträger. In Berlin entwickeln wir gerade das Quartier 52° Nord mit 1.000 Wohnungen und in Leipzig den ganzen Stadtraum mit 1.500 Wohnungen.”
Die Wohnungen, die die BUWOG nun im Merlin-Quartier erstellt, werden bis zu vier Zimmer aufweisen. Im vorderen Bereich entsteht ein Abschnitt mit speziellen Wohnungen für Senioren, die direkt von den Johannitern vermietet werden. Dort können die Senioren verschiedene Service-Leistungen zubuchen und auch eine Seniorenbegegnungsstätte nutzen, die vor Ort entsteht. Michael Divé: “Es dauert allerdings noch etwas, bis die Wohnungen fertiggestellt sind.”
Das gilt auch für die übrigen Wohnungen im Merlin-Quartier. Die Fertigstellung des gesamten Projekts hat sich um einige Monate nach hinten verschoben, was aber laut Michael Divé bei einem Bauprojekt dieser Größe “ganz normal” sei.
Viele Teilnehmer des Stadtspaziergangs zeigten großes Interesse an einer der Wohnungen, um sie vielleicht selbst zu beziehen. Aus diesem Grund wurde nachdrücklich gefragt, wann die Wohnungen denn nun tatsächlich in die Vermietung gehen? Michael Divé: “Die ersten 200 Wohnungen werden Mitte 2026 fertig sein, die restlichen hoffentlich bis Ende des Jahres.” (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 236 (11/2025).
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