Kino-Filmkritik: Das perfekte Geschenk
Weihnachten steht vor der Tür. Das ist für viele ein toller Anlass, sich ganz viele Gedanken über das perfekte Geschenk für Freunde, Lebenspartner und Verwandte zu machen. Die Präsente werden dann auch noch wunderschön eingepackt und im genau passenden Moment überreicht. So sollte das sein. So ist es aber selten.
Am Ende ist es doch so, dass die meisten Geschenke schrecklich unpassend sind, in der Folge nur im Weg herumliegen und einem ein schlechtes Gewissen bereiten.
So geht es auch Charlotte (Camille Lelouche), die ganz kurz vor Weihnachten Geburtstag hat, Geschenke abgrundtief hasst und am liebsten ihre Ruhe hat. Als ewiger Single bekommt sie ja doch nur Dildos von den Arbeitskollegen, Bettwäsche für eine Person von der Mutter und CDs vom Vater geschenkt, die von ihr völlig unbekannten Sängern eingesungen wurden.
In der neuen französischen Komödie “Das perfekte Geschenk” der beiden Regisseure Raphaële Moussafir und Christophe Offenstein geht es genau um das alljährliche Drama, das Weihnachtsgeschenke mit sich bringen: Am Ende ist doch niemand zufrieden und alle enden beim Psychiater, um über ihre persönlichen Befindlichkeiten zu meckern.
Im Film wird das Thema Geschenke aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln unter die sezierende Lupe genommen. Dabei lernt der Zuschauer eine chaotisch-liebevolle Familie kennen, die bis in die Nebenrollen wunderbar besetzt ist.
Da gibt es den hypochondrischen Papa (Gérard Darmo), der seine Zeit am liebsten beim Arzt verbringt, obwohl der doch langsam sämtliche Untersuchungen ohne Ergebnis durchgeführt hat, die von der Medizin überhaupt nur erfunden wurden. Was schenkt man einem Mann, dem eigentlich nur noch eine Lumbalpunktion der Wirbelsäule zum persönlichen Glück fehlt?
Dann ist da auch noch Charlottes Schwester (Mélanie Doutey), deren Ehe gerade kriselt und die auf ihren Mann auch nicht besser zu sprechen ist, als der ihr einen hässlichen Pullover mit absolut nicht akzeptablen Schulterpolstern schenkt.
Bei dem Bruder (Max Boublil) sieht es auch nicht besser aus. Er bändelt mit dem unsicheren Pop-Sternchen Océane (Vanessa Guide) an, die allen Mitgliedern der Familie die perfekt passenden Geschenke machen möchte, damit aber leider in dem einen oder anderen bösen Fettnäpfchen landet.
Das französische Kino hat ein Talent dafür, ganz normale Menschen wie Du und Ich zu erfinden, sie vor die Kamera zu ziehen, um dann ein komplett chaotisches Familienleben zu entfalten, das so ungeschönt, kompliziert und oft auch erschreckend unkorrekt ist, dass man den Blick nicht mehr abwenden kann.
In “Das perfekte Geschenk” eskaliert das Geschehen, als Charlottes Arbeitskollegen ihr den ruhigen Geburtstagsabend mit einer Überraschungsfeier samt Stripper verderben. Und Charlotte auf die Idee verfällt, den charmanten Stripper dafür zu bezahlen, als ihr vermeintlicher Freund mit zum Weihnachtsfest der Familie zu fahren, damit die Diskussionen über ihr verstaubtes Liebesleben endlich aufhören. Was dann passiert, macht dem Zuschauer viel Spaß. (CS / Bilder: Neue Visionen)
Fazit: 3,5 von 5 Sternen (FSK: 6)
Spieldauer: 83 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Q1RQ4WVlt1c
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 236 (11/2025).
Seitenabrufe seit 27.11.2025:
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