Super Suppe: Jeden Dienstag kochen Seniorinnen in Ketzin zusammen eine leckere Gemüsesuppe!
Was für ein schönes Projekt der Helga Breuninger Stiftung in Ketzin: Mehrere Frauen im Rentenalter treffen sich immer am Dienstag um neun Uhr in der Früh in der Cantina, um gemeinsam eine Suppe zu kochen. Die gesponsorten Zutaten stammen von EDEKA Dorfmann. Dabei handelt es sich in der Regel um Gemüse, das nicht mehr allzu lange frisch bleibt und deswegen zügig verarbeitet werden muss. Aus den Zutaten zaubern die Damen eine leckere Suppe, die ab 12 Uhr gegen eine kleine Spende an die hungrigen Gäste ausgegeben wird.
Acht Jahre ist es her. Damals hat die Helga Breuninger Stiftung in Ketzin das Projekt “Super Suppe” ins Leben gerufen. Die Idee war es, aus Gründen der Nachhaltigkeit Lebensmittel zu retten, die nicht mehr lange verkauft werden können, und sie von ehrenamtlich tätigen Köchinnen zu einer Suppe verarbeiten zu lassen. Das Ziel: ein Projekt auf die Beine zu stellen, das in erster Linie soziale Begegnungen fördert.
Keine Frage: Diese Idee kam in Ketzin bestens an. Seit dem ersten Auftakt trifft sich das Team tatsächlich nun schon seit Jahren an so gut wie jedem Dienstag, um gemeinsam zu kochen.
Ulrich Koltzer ist für das Veranstaltungsmanagement der Stiftung (www.helga-breuninger-stiftung.de/projekte/super-suppe/) tätig und betreut die “Super Suppe”: “Das Projekt gibt es nun seit 2018. Wir schaffen es tatsächlich seit dieser Zeit, Woche für Woche eine frisch gekochte Suppe auszugeben. Dabei ist uns EDEKA Dorfmann – nur ein paar Schritte von der Cantina entfernt – ein sehr verlässlicher Partner. Christian Dorfmann versorgt uns jede Woche mit nicht mehr ganz taufrischen Lebensmitteln, die aber noch haltbar sind, und die wir noch am gleichen Tag zu einer Super Suppe verkochen. Bei den Spenden handelt es sich meist um Gemüse. Fehlt dem Team noch etwas zum Kochen, dann kaufen wir das einfach noch nach. Unsere Frauen, die sich ehrenamtlich für das Projekt engagieren, beginnen morgens um neun Uhr mit dem Schnippeln, zum Mittag punkt 12 Uhr ist die Suppe dann auch schon fertig. Die Ketziner wissen bereits, dass es an diesem Tag und genau zu dieser Zeit etwas Leckeres zu essen gibt. Da ist an den Tischen oft kein Platz mehr frei.”
In dem großen Gastrotopf, der auf dem Herd der Cantina (Rathausstraße 3) zum Einsatz kommt, werden gut und gerne 50 bis 80 Portionen gekocht, die nicht selten am Ende der Ausgabezeit ihre Abnehmer gefunden haben – vor allem jetzt im Herbst, also in der traditionellen Suppenzeit in Deutschland. Die hohe Nachfrage ist kein Wunder: Jeder mag schließlich eine gute, deftige Suppe. Aber wer findet in den eigenen vier Wänden noch die Zeit, selbst eine Suppe frisch zuzubereiten? Leider nur die wenigsten.
Ulrich Koltzer: “Wer am Dienstag in der Cantina einen Teller Suppe essen möchte, gibt auf freiwilliger Basis eine Spende in die Kasse des Vertrauens. Das sind in der Regel ein bis drei Euro. Das Geld verwenden wir, um Lebensmittel nachzukaufen, die wir für die Suppe brauchen, die aber nicht im Warenkorb enthalten sind, den wir von EDEKA bekommen haben. Man denke da nur an Gewürze. Wir hatten auch schon Gäste, die haben zehn Euro in die Kasse getan, weil sie die Idee hinter der Super Suppe so toll fanden.”
Theoretisch kann sich jeder kochbegeisterte Gast am Schnippeln und Kochen der Suppe beteiligen, das Format ist ja entsprechend offen angelegt. Über die Jahre hat sich aber ein festes Team mit vielleicht zehn Damen gefunden, das sich mit großem Einsatz um die allwöchentliche Herstellung der Suppe kümmern.
Ulrich Koltzer: “Das sind alles ältere Damen, die viel Spaß daran haben, zusammen zu kochen. Ein Quotenmann ist auch dabei, der beim Schleppen der schweren Töpfe eine große Hilfe ist, das schaffen die Damen alleine nicht. Meist finden sich an jedem Dienstag so fünf bis sechs Damen, die sich an die Aufgabe heranwagen, eine leckere Suppe zu kochen.”
Das Projekt Super Suppe hat eine ganz besondere Eigendynamik entwickelt. Ulrich Koltzer: “Das Projekt ist längst zu einem sozialen Dreh- und Angelpunkt geworden. Nicht nur für die Frauen, die vor Ort kochen, sondern auch für die Gäste, die mittags zum Essen zu Besuch kommen. Man tauscht sich über einem Teller Suppe über die neuesten Geschehnisse im Ort aus und kommt miteinander ins Gespräch. Viele sagen: Wenn es uns nicht mehr gäbe, würde ihnen wirklich etwas fehlen.”
Ein großes Glück ist, dass die Cantina am Dienstag ihren Schließtag hat. Morgens gibt es für die Übernachtungsgäste vom Gutshof Ketzin noch ein Frühstück, dann können die Suppendamen das Zepter in der Küche übernehmen. Ulrich Koltzer: “Das Schnippeln und Kochen würde im normalen Cantina-Betrieb gar nicht funktionieren.”
Else-Dore Lutter ist 80 Jahre alt, lebt in Ketzin und ist eine der Damen, die regelmäßig in der Cantina kocht. Seit dem Jahr 2022 ist sie mit dabei: “Ich wurde eigentlich nur angerufen, ob ich einmal aushelfen kann. Aber wer hier einmal geholfen hat, bleibt in der Regel auch dabei. Weil es eben sehr viel Spaß macht. Ich freue mich immer über das Schnippeln in der Gemeinschaft. Es ist aber auch ein tolles Gefühl, wenn mittags die Gäste kommen und sich über das freuen, was wir für sie gekocht haben.”
Bringt sich denn jede der Köchinnen mit eigenen Rezepten ein? Else-Dore Lutter: “Natürlich hat jede von uns einmal eine Idee oder ein Rezept im Kopf. Tatsächlich ist es aber so, dass unsere Gäste schon ein wenig daran gewöhnt sind, dass wir ihnen genau die Suppe auftischen, die sie schon kennen. Deswegen gibt es bei uns immer eine Gemüsesuppe. Wir versuchen schon, immer einmal wieder etwas Neues mit reinzubringen, aber es bleibt am Ende doch eine Gemüsesuppe.”
Die Zutaten ändern sich natürlich in Abhängigkeit von der Saison. Im November kamen so vor allem Zwiebeln, Kartoffeln, Zucchini, Möhren, Erbsen, ein Blumenkohl, Sellerie, Porree und Petersilienwurzeln in den Topf.
Else-Dore Lutter: “Die Suppe wird von uns ordentlich gewürzt. Mit Salz und Pfeffer, Kurkuma und Ingwer – und am Ende auch noch mit Petersilie. Butter und Sahne setzen wir sehr behutsam ein, um den Geschmack noch zu verbessern.”
Seit Anfang November ist Nicole Wacker die neue Marktleiterin für den EDEKA Dorfmann in Ketzin. An 11. November machte sie ihren Antrittsbesuch in der Cantina, um die Köchinnen einmal persönlich kennenzulernen und gleich einen Teller Suppe zu probieren.
Nicole Wacker: “Es war mir ein besonderes Anliegen, vorbeizuschauen, um einmal an einem Dienstag mit dabei zu sein, alle kennenzulernen und selbst einen Teller Suppe zu essen. Die Super Suppe ist ein ganz tolles Projekt. Da geht es natürlich auch um Nachhaltigkeit und darum, Lebensmittel zu retten und sie noch sinnvoll zu verwerten. Das freut uns von EDEKA natürlich sehr, wir möchten keine Lebensmittel wegwerfen. Ich wollte mich aber auch einmal persönlich vor Ort vorstellen und fragen, ob alles gut ist, ob es noch Verbesserungsvorschläge gibt und ob ich noch etwas für das Projekt tun kann.” (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 237 (12/2025).
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