Preisverleihung auf Schloss Ribbeck: Wirtschaftsförderpreis 2025 vom Landkreis Havelland!
Prosperiert die Wirtschaft in einer Region, so ist das immer ein Grund zum Jubeln, denn so werden neue Arbeitsplätze geschaffen und es fließen Gewerbesteuern. Der Landkreis Havelland hat die Wirtschaft stets im Auge und vergibt für besondere Leistungen sogar einen jährlichen Wirtschaftsförderpreis, der zusammen mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) ausgelobt wird. Am 8. Oktober wurden auf Schloss Ribbeck zum 29. Mal die Wirtschaftsförderpreise, zum 16. Mal der Jugendförderpreis und zum 6. Mal der Klimaschutzpreis vergeben. Dotiert waren diese Preise einmal mehr mit jeweils eintausend Euro.
Der Große Saal im Schloss Ribbeck bietet Jahr für Jahr den passenden festlichen Rahmen, um den Wirtschaftsförderpreis vom Landkreis Havelland zu vergeben. In diesem Jahr fiel das Datum der Preisübergabe auf den 8. Oktober. Von 17 bis 21 Uhr wurde vor zahlreich geladenen Gästen die Leistung von Unternehmen geehrt, die für einen der Preise nominiert waren und von der Jury auch ausgewählt wurden.
Traditionell eröffnete Landrat Lewandowski die Veranstaltung mit einer Rede zum aktuellen wirtschaftlichen Status Quo im Landkreis Havelland. Der Start fiel noch recht deprimierend aus: „Es ist leider nicht von der Hand zu weisen: Deutschland- und europaweit schwächelt die Wirtschaft in den allermeisten Ländern und Branchen weiterhin.“ Er machte dafür u.a. den Krieg in der Ukraine mit verantwortlich und verwies auf die allgemeine unsichere internationale Lage. Mit Konsequenzen: „Vor kurzem hat die Bundesagentur für Arbeit mehr als drei Millionen Arbeitslose vermeldet. Im Landkreis Havelland stehen wir bei der Arbeitslosenquote durchschnittlich bei 6,8 Prozent. Das ist ein halbes Prozent mehr als noch im letzten Jahr. Zum Vergleich: Im Agenturbereich Nauen liegt die Arbeitslosigkeit bei 5,2 Prozent, im Agenturbereich Rathenow bei 11,7 Prozent. Dennoch ist und bleibt der Landkreis Havelland ein wirtschaftlich vergleichsweise stabiler Lebensraum, denn das Havelland ist besonders breit aufgestellt, was uns krisenfester macht als Regionen, die von einer einzigen Branche abhängig sind. Das zeigte sich schon zu Corona-Zeiten.“
Trotzdem: Die Unternehmen im Havelland seien schon immer aus einem besonderen Holz geschnitzt. Und in der Menge der schlechten Nachrichten würden die guten sehr leicht untergehen. So wie etwa die folgende Meldung aus der Gemeinde Wustermark. Roger Lewandowski: „Es ist der Gemeinde tatsächlich gelungen, das GVZ vollständig zu vermarkten! Die letzten ca. 75.000 Quadratmeter im Güterverkehrszentrum hat das bereits ansässige Unternehmen HavelPort Berlin GmbH erworben. Damit sind im Wustermarker Teil des GVZ etwa 125 Hektar Gewerbefläche vergeben, auf der Stand jetzt um die 4.000 Menschen Arbeit gefunden haben. Das ist eine havelländische Erfolgsgeschichte!“
Eine weitere Erfolgsgeschichte bahnt sich laut unserem Landrat gerade an: „Der neue Standort für ein Rechenzentrum in Wustermark macht deutlich: Wirtschaftliches Wachstum und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, das geht heute zuweilen Hand in Hand. Das belegen auch die weiteren bisher hier im Landkreis schon in der Planung befindlichen Standorte für leistungsfähige Rechenzentren. Also jenes von NTT Global Data Centers in Brieselang und ebenfalls das der Maincubes Holding – am Ortseingang Nauen, von Berlin aus kommend.“
Um der Wirtschaft einen kleinen aufmunternden Klaps auf den Rücken zu geben, vergibt der Landkreis Havelland zusammen mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse seit 29 Jahren einen Wirtschaftsförderpreis, der in verschiedenen Sparten ausgelobt wird und der jeweils mit eintausend Euro dotiert ist.
Die Unternehmen, die für den Preis in Frage kommen, werden von Mitarbeitern oder Kunden nominiert, können sich aber auch selbst bewerben. Die Nominierungen nehmen von Jahr zu Jahr deutlich zu, sodass die Jury jedes Mal ordentlich etwas zu diskutieren hat.
Zur Jury gehören Vertreter der Industrie- und Handelskammer Potsdam, der Kreishandwerkerschaft Havelland, vom Tourismusverband Havelland, vom Kreisbauernverband Havelland, vom für die Wirtschaftsförderung zuständigen Ausschuss des Kreistages, des Landkreises Havelland, von der Technischen Hochschule Brandenburg, von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam, vom Lotsendienst für den Landkreis Havelland und zuletzt auch von der Kreisverwaltung.
Damit der feierliche Rahmen auch wirklich passt, gab es auch in diesem Jahr wieder eine stimmige musikalische Untermalung für den Festakt. Es spielten Marilena Hegewald, Lena Steußloff und Tobias Schwerdt vom Akkordeon-Ensemble der Musik- und Kunstschule Havelland.
In der Rubrik Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten holte sich die Wardow GmbH aus Wustermark die begehrte Auszeichnung. Das 2005 von Danny Wardow gegründete Unternehmen startete als Ein-Mann-Firma und konnte mit den Jahren stetig wachsen. Die Geschäftsidee ist der Online-Handel mit hochwertigen Taschen, Reisegepäck, Rucksäcken und Accessoires aus dem Premiumsegment. In den Gründungsjahren wurde alle drei Wochen neue Ware noch selbst aus Italien geholt, bis die ersten Hersteller für einen Direktvertrieb gewonnen werden konnten. Derzeit bietet der Online-Spezialist über 22.000 Artikel von mehr als 130 Marken an – und das weltweit in elf Sprachen und sechs Währungen.
Besonders viele Einsendungen gab es in der Kategorie Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten. Hier gewann am Ende die Firma Kunststoffverarbeitung GmbH aus Falkensee, die zurzeit 46 Mitarbeiter beschäftigt, darunter vier Azubis. Das 1979 gegründete Unternehmen verarbeitet mit modernster Technik thermoplastische Kunststoffe für Kunden aus der Automobilindustrie, der Elektroindustrie, der Medizintechnik und der Lebensmittelindustrie, um nur einige der möglichen Branchen zu nennen. Seit Juli 2017 gibt es ein neues Werk in Falkensee, das nun schon wieder erweitert werden soll.
In der Kategorie Landwirtschaft holte sich die seit zwanzig Jahren bestehende Forstservice Havelland GmbH aus Nennhausen die begehrte Auszeichnung. Das Unternehmen von Axel Rütz und seiner Frau bietet verschiedene forstliche Dienstleistungen an, darunter auch die Aufforstung und Waldpflege, die Holzernte, die Holzverarbeitung sowie die Holzvermarktung.
Eine Überraschung gab es in der Kategorie Tourismus. Hier wurde der Verein V.I.F. e.V., der die „Alte Schule Ribbeck“ betreibt, bereits zum zweiten Mal nach dem Jahr 2006 mit dem Wirtschaftsförderpreis ausgezeichnet.
Landrat Roger Lewandowski: „Dass die Alte Schule in Ribbeck seit vielen Jahren ein verlässlicher Ort für touristische, aber auch gastronomische und kulturelle Angebote in Ribbeck ist, ist einer der Gründe für die heutige Auszeichnung. Langlebigkeit und Konstanz sind in diesem Segment durchaus nicht immer und überall selbstverständlich.“
Die treibende Kraft hinter der „Alten Schule in Ribbeck“ war in den vergangenen Jahren aber auch immer Axel Koziol, der alle Fäden in der Hand hielt. Als er Anfang des Jahres verstarb, fand sich zunächst kein Nachfolger und das gesamte Projekt stand vor dem Aus. Als endlich feststand, das es mit der „Alten Schule“ wirklich weitergeht und sich neue Köpfe um das Projekt kümmern werden, war die Freude groß. Roger Lewandowski: „Die ‚Alte Schule‘ in Ribbeck ist seit langem mehr als ein ehemaliger Bildungsort. Sie ist ein offener Raum für kreative, kulturelle und soziale Formate, ganz egal, ob das Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Vorträgen oder Mitmachaktionen sind. Das Haus bietet ein vielfältiges Programm für Einheimische wie für Gäste und stärkt so nachhaltig das Gemeinschaftsleben im Dorf.“
Das Thema Unternehmensnachfolge wird in der Wirtschaft zurzeit sehr großgeschrieben. Dass genau diese Nachfolge in der „Alten Schule“ geglückt ist, war auch ein Grund dafür, den Preis ein zweites Mal zu vergeben.
In der Rubrik Innovation/Gründung wurde die Fertigteilwerk Rathenow GmbH aus Rathenow mit dem Wirtschaftsförderpreis ausgezeichnet. Timo Schmidt, Marktdirektor Firmenkunden, hielt die Laudatio und staunte: „Das Unternehmen hat bewiesen, dass Beton nicht nur hart, sondern auch smart sein kann. Denn Sie haben gezeigt, dass man mit den richtigen Ideen und einer ordentlichen Portion Unternehmergeist selbst aus einem Sack Zement etwas zaubern kann, dass die Wirtschaft aufmischt.“ Das Unternehmen stellt Betonfertigteile für den Hoch- und Tiefbau her.
Beim Jugendförderpreis bekam das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium aus Rathenow die Auszeichnung verliehen und zwar für die Schülerfirma „JGR Ballsport“. Hier wirken seit dem Jahr 2021 über zwanzig „Beschäftigte“ aus den Jahrgangsstufen 11 und 12 am langfristigen Ziel mit, „ein regelmäßiges und nachhaltiges Sportangebot für Grundschulkinder in der Region zu etablieren“ – und zwar unabhängig von ihrer jeweiligen finanziellen Situation, also möglichst kostenfrei. Die Schüler, die in den fünf Abteilungen Geschäftsführung, Marketing, Training, Finanzen und Organisation tätig sind, haben bereits viele Sport-AGs, Feriencamps, Sportveranstaltungen und sogar eine Mini-EM organisiert. Die benötigten Gelder werden über Spenden akquiriert.
Bleibt der Preis in der Kategorie Klimaschutz. Er ging in diesem Jahr an die ASB Kita „Maulwurf“ aus Dallgow-Döberitz. Da geht es um ein Gartenprojekt und darum, Kindern spielerisch beizubringen, die Früchte ihrer Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes kennenzulernen und auch zu genießen. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 236 (11/2025).
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