8. Unser Havelland Kart-Rennen: 15 Teams traten auf dem Spreewaldring gegeneinander an!
Tollkühne Männer und Frauen, die auf knatternden Karts nah am physikalisch möglichen Geschwindigkeitslimit ihre Runden auf einer kurvigen Outdoor-Strecke drehen? Das kann nur eins bedeuten: Das 8. „Unser Havelland Kart-Rennen“ stand an. Am 14. September fanden sich in diesem Jahr gleich 15 Mannschaften ein, um auf dem Spreewaldring die benzinschwangere Jagd nach der schnellsten Runde einzuläuten.
Die Anreise dauert lange, aber der Ausflug lohnt sich. Unweit vom Tropical Islands gibt es das Spreewaldring Kart Center (https://kart-center.de), das von Tassilo Budde und Heiko Brademann geleitet wird.
Vor Ort steht eine kurvenreiche Outdoor-Strecke mit 800 Metern Länge für alle Freunde des tiefergelegten Motorsports bereit. Mit den 9-PS-Karts, die hier auf die Fahrer warten, sind zumindest auf der langen Geraden Geschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometern möglich.
Carsten Scheibe, Chefredakteur von “Unser Havelland” und selbst einer der Adrenalin-süchtigen Fahrer im eigenen Zeitungs-Team: „In diesem Jahr haben wir zum achten und auch letzten Mal zum großen Kart-Cup eingeladen. Wir werden uns im kommenden Jahr auf ganz neue Ideen konzentrieren und beenden aus diesem Grund unsere liebgewonnenen regionalen Events. Nur das Poker-Duell der Bosse bleibt erhalten.“
Nach diesem Verkündungsschreck kam im Vorfeld doch noch Bewegung in die Anmeldeliste. 15 Teams heuerten an. Sie folgten dabei der Regel, dass alle fünf Fahrerinnen und Fahrer aus einer Mannschaft zwingend aus einer Firma oder einem Verein kommen mussten. Gewünscht war es außerdem, dass der Chef oder die Chefin selbst mit in den Boliden steigt. Auf diese Weise sollte das Kart-Rennen nicht nur eine Geschwindigkeits Challenge darstellen, sondern auch eine Netzwerk-Veranstaltung sein, bei der regionale Unternehmen untereinander ins Gespräch kommen.
Carsten Scheibe: „Wir waren in diesem Jahr sehr erfreut, dass sich neben Wiederholungstätern wie HSN, Energiepark Brandenburg oder dem ASB Falkensee auch viele neue Mannschaften zum Kart-Rennen angesagt hatten. Zu den Neulingen auf der Kart-Bahn gehörten u.a. das BioBackHaus, der Hofladen Falkensee, der Baumrichter, GastroShark, die BraveCrowd und die Motorrad-Freunde-Falkensee. Toll fanden wir, dass KFZ Eichler aus Falkensee wieder mit dabei war, um seinen ersten Platz vom letzten Jahr zu verteidigen.“
Die Profis von der Kart-Bahn hatten einmal mehr alles perfekt vorbereitet. So wartete auf alle Teams, die die Anmeldung bereits hinter sich gebracht hatten, am Sonntagmittag ein gemeinsames Grill-Buffet mit Würstchen, Nackensteaks und Hühnchen, vielen Beilagen und leckeren Salaten. So kam bereits beim Essen der erste Small Talk auf und man konnte sich gemeinsam auf das Rennen einstimmen.
Gut, dass die Kart-Bahn auf so viele Fahrer vorbereitet ist: Jeder Fahrer bekam eine Sturmhaube und einem Helm.
Derart ausgerüstet ging es weiter in die Boxengasse. Hier fand jedes Team einen Unterstand, einen permanent einsehbaren Computerbildschirm, auf dem während des Rennens die Rundenzeiten und die Platzierung angezeigt wird, und natürlich auch das eigene Kart vor. Die Karts waren mit einer Nummer gekennzeichnet, die zum jeweiligen Rennteam passte.
Die meisten Teilnehmer beim Kart-Rennen saßen bereits zuvor schon einmal in einem der tiefliegenden Boliden. Andere Fahrer hatten noch gar keine Erfahrungen. So dauerte es fast eine Stunde, bis Tassilo Budde mit der Sicherheitseinweisung fertig war. Im Grunde genommen hat so ein Kart aber nur zwei Pedale – eins zum Bremsen und eins zum Gasgeben. „Profis“ nutzen nur das Gaspedal. Um zu bremsen, gehen sie nur kurz vom Gas. So lässt sich der gesamte Parcours leicht in 45 Sekunden meistern. Schnellere Zeiten sind natürlich nicht ausgeschlossen.
Tassilo Budde drohte mit Strafen: „Wer sich auf der Strecke unfair verhält, bekommt eine schwarze Flagge gezeigt – und muss in die Boxengasse fahren, um hier eine Zeitstrafe von zehn Sekunden abzusitzen. Das kann im Rennen bereits dafür sorgen, dass man um eine Platzierung nach hinten rutscht. Denn die ganze Extrazeit, die man beim Ein- und Ausfahren in der Boxengasse verbringt, entspricht meist einer Rundenzeit.“
Zum Kennenlernen von Kart und Strecke wurde zunächst das sogenannte Qualifying eingeläutet, das genau 50 Minuten lang dauerte. Jeder einzelne Fahrer aus dem Team durfte in dieser Zeit für zehn Minuten auf die Strecke, um herauszufinden, wie schnell das Kart auf der langen Gerade wird, wie man am besten durch die lange Kurve kommt und wann das Kart ausbricht, weil man zu schnell in die sich anschließenden S-Kurven fährt. Auch das Einfahren in die Boxengasse und das schnelle Wechseln der Fahrer konnte auf diese Weise gut geübt werden.
Für ein beschauliches Fahren mit Blümchenpflücken auf der Strecke blieb aber keine Zeit. Denn jedes einzelne der 15 Teams hatte die Aufgabe, die für sie schnellste Runde auf den Asphalt zu legen. Die Rundenzeiten würden am Ende des Qualifyings nämlich die Startpositionen für das eigentliche Rennen ergeben.
Carsten Scheibe: „Alle Teams traten wieder in selbstgemachten Renn-Shirts an. Das war sehr gut so. So konnte man von der Boxengasse aus immer genau sehen, welches Team da gerade wieder an einem im Kart vorbeisauste. Unter den Helmen konnte man ja die Gesichter nicht sehen.“
Im Gegensatz zum letzten Jahr blieben die Kart-Fahrer in diesem Jahr von Regen verschont. So konnte das Gaspedal voll durchgedrückt werden.
Das schnellste Team im Qualifying war KFZ Eichler aus Falkensee. Es fuhr mit 42.805 Sekunden die rasanteste Runde – knapp fünf Sekunden schneller als das Team auf Platz 15. Die Eichlers schafften 60 Runden in 50 Minuten, das letzte Team im Ranking nur 50 Runden.
Die schnellsten Teams im Qualifying
1 – KFZ Werkstatt Eichler
2 – Energiepark Brandenburg
3 – Unser Havelland
4 – HSN Team 1
5 – Baumrichter
6 – Motorrad-Freunde-Falkensee
7 – Boschen & Oetting Automatisierung
8 – REMAX Immobilien Falkensee
9 – Hofladen Falkensee
10 – GastroShark
11 – ASB Falkensee
12 – BioBackHaus
13 – TheBraveCrowd
14 – HSN Team 3
15 – HSN Team 2
Sobald es auf der Strecke zu einem Unfall oder einem verkehrt herum auf dem Parcours stehengebliebenen Kart kam, wurden sofort die gelben Flaggen geschwenkt. In diesem Fall mussten die übrigen Fahrer langsamer fahren und durften nicht mehr überholen – bis ein grünes Licht die Strecke wieder freigab. Nur so konnten die Streckenposten das jeweilige Hindernis sicher beseitigen und die havarierten Fahrer wieder ins Rennen zurückbringen.
Nach dem Qualifying fanden alle Fahrer kurz Zeit, um zu verschnaufen, und Gelegenheit dazu, Elektrolyte nachzuladen. Anschließend wählte jedes Team einen ersten Fahrer für das Rennen aus.
Diese Fahrer fuhren nun das Team-Kart direkt vor die Startlinie und die Ampelanlage – wie bei einem Formel-1-Rennen. Dabei wurde genau darauf geachtet, dass jedes Team die ihm zugewiesene Position einnahm.
Das eigentliche Rennen dauerte nun bereits 100 Minuten. Während dieser Zeit MUSSTE jeder Fahrer zwei Mal auf die Strecke. Es waren also neun Fahrerwechsel in der Boxengasse durchzuführen. Das wurde vom Orga-Team der Kart-Anlage genau überwacht, damit der Rennablauf fair bleibt. Überlassen blieb es den Teams aber, wie lange sie ihre Fahrer „draußen“ auf der Strecke ließen. Es war manchmal von Vorteil, einen Fahrer länger auf dem Asphalt zu lassen – etwa, wenn vor ihm gerade kein Gegner zum Bremsen zwang und er freie Fahrt hatte. Oder weil gerade sehr viele Teams zeitgleich einen Fahrerwechsel einläuteten und es vor der Boxengasse zu einem „Stau“ kam.
Beim Rennen ging es nicht mehr länger um die schnellste Runde, sondern um ein kontinuierliches gutes Fahren. Jeder Unfall und jeder Dreher sollte hier vermieden werden, denn am Ende zählte nur die Anzahl der gefahrenen Runden.
Und trotzdem: Es kam fünf Minuten vor Ende des Rennens noch zu einem schweren Unfall: DJ Andy von den Motorrad-Freunden-Falkensee krachte nach einem Fremdkontakt von hinten rückwärts in die Bande. Dabei verletzte sich Andy – die Motorrad-Freunde brachen daraufhin ihr Rennen vor der Zeit ab und kümmerten sich um ihren Chef.
Nach 100 Minuten war das Rennen auch für alle anderen Fahrer zuende. Die Kart-Experten von der Falkenseer KFZ-Werkstatt Eichler verteidigten ihren Titel souverän. 129 Runden fuhr das Team. Im letzten Jahr waren es bei Regen übrigens nur 89 Runden. In diesem Jahr waren die Eichlers damit 15 Runden schneller als das letztplatzierte Team auf Platz 15.
Das Rennergebnis
1 – KFZ Werkstatt Eichler
2 – Boschen & Oetting Automatisierung
3 – Unser Havelland
4 – Energiepark Brandenburg
5 – HSN Team 1
6 – REMAX Immobilien Falkensee
7 – Hofladen Falkensee
8 – Baumrichter
9 – HSN Team 3
10 – GastroShark
11 – TheBraveCrowd
12 – Motorrad-Freunde-Falkensee
13 – BioBackHaus
14 – ASB Falkensee
15 – HSN Team 2
Nach dem Rennen kam es zur Siegerehrung. Es wurden Pokale für die Top-3-Teams übergeben – und Medaillen am Band für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Carsten Scheibe: „Wir freuen uns mit der Firma Eichler über den erneuten Gewinn der Siegerschale. Wir sind froh, dass die Teams so viel Spaß auf der Strecke hatten, dass sie am liebsten gleich ein Ticket für das nächste Jahr lösen würden. Wir bedauern aber sehr, dass unser DJ Andy aus Falkensee einen so schweren Unfall hatte, dass er im Krankenhaus operiert werden musste. Wir wünschen ihm alles Gute und eine schnelle Genesung.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 235 (10/2025).
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