Ausgeknockt bei der 8. Internationalen Profi-Boxgala in Falkensee: Zehn spannende Kämpfe standen auf der Fight Card!
Almin Kuc vom Spandauer Boxstall Kuc Boxing Promotion ist nach Falkensee zurückgekehrt. Nach einem Abstecher im Mai nach Potsdam fand die 8. „Internationale Profi-Boxgala“ am 18. Oktober zum Glück wieder in der Falkenseer Stadthalle statt. Die Zuschauer am Ring durften sich auf zehn spannende Kämpfe freuen, die auf der Fight Card standen. Im Hauptkampf gegen 22:40 Uhr verteidigte der Berliner Jan Meiser seinen Titel im Super-Weltergewicht erfolgreich gegen den Herausforderer Aleksander Kallashi aus Albanien. Zwischen den beiden Boxern knisterte es deutlich, nachdem Kallashi bereits beim Wiegen Meisers Gürtel befingert hatte.
Almin Kuc aus Spandau ist der Mann, der das Boxen nach Falkensee zurückgebracht hat. Seit 2022 trägt der Box-Promoter seine „Internationale Profi-Boxgala“ in der Stadthalle aus, die er inzwischen als so etwas wie seine boxerische Heimat ansieht. Bürgermeister Heiko Richter: „Viele haben versprochen, einen Boxabend in der Stadthalle zu veranstalten. Almin Kuc hat es am Ende aber auch gemacht.“
Auch am 18. Oktober holte der sportbegeisterte Bauunternehmer und Besitzer eines Backcafés in Spandau wieder boxbegeisterte Zuschauer in die komplett umdekorierte Stadthalle, die mit dem aufgebauten Boxring, den darum gruppierten Stuhlreihen, den von der Decke abgeseilten Monitorwänden über dem Boxgeviert und dem professionell abgetrennten Walk-In-Bereich aussah wie eine Boxhalle in Las Vegas. Satte zehn Kämpfe standen bei der „Internationalen Profi-Boxgala Vol. 8“ auf der Fight Card.
Bei seinen Kämpfen denkt Almin Kuc vor allem an eins – an Qualität: „Dem Profiboxen ist es in Deutschland in den letzten zehn Jahren sehr schlecht gegangen. Da wurde unser Sport zum Teil kaputt gemacht. Ich gehe einen anderen Weg. Wir wollen Boxen organisatorisch und sportlich wieder ganz nach oben bringen. Das geht aber nur, wenn die Boxer, die sich im Ring treffen, das gleiche Niveau haben. Die Kämpfe sollen ausgeglichen sein, es sollen korrekte Kämpfe sein. Dafür stehen wir. Wir sagen: Leute, kommt nach Falkensee, schaut euch die Boxgala an, ihr werdet es nicht bereuen.“
Die Kämpfe wurden live bei fight24 gestreamt, wobei die Vorkämpfe noch „for free“ zu schauen waren, während die letzten vier Kämpfe nur noch für ein zahlendes Publikum bereitstanden.
Auffallend war bei der achten Boxgala, dass dieses Mal AGON Sports nicht mit dabei war. Ingo Volckmann, der in Falkensee die Lüftungstechnik-Firma LUNOS betreibt, hatte im letzten Jahr noch den IBF-Weltmeisterkampf Jack Culcay gegen Bakhram Murtazaliev nach Falkensee geholt. Almin Kuc: „Keine Sorge, Ingo und ich haben uns nicht zerstritten, wir arbeiten weiterhin gut zusammen. Manchmal passt es einfach mit dem Datum nicht. AGON hat gerade andere Termine, dieses Mal kamen wir nicht zusammen. Im nächsten Jahr sieht das wieder anders aus. Das macht aber nichts, wir haben auch aus eigener Kraft wieder zehn tolle Kämpfe auf die Fight Card setzen können.“
Die Kuc-Schwergewichte Sanel Hasanovic und Dusan Veletic, die in Falkensee echte Publikumslieblinge sind, waren bei der achten Boxgala leider nicht dabei. Almin Kuc: „Sanel Hasanovic ist noch bis Mai unter Vertrag bei mir, danach werden wir leider getrennte Wege gehen. Und Dusan Veletic sollte eigentlich boxen, aber er hat eine alte Verletzung, die er noch auskurieren muss. Es haben mich so viele Leute gefragt, ob Dusan boxt. Wir hoffen, dass er im Frühling wieder im Ring stehen kann.“
Almin Kuc hatte für die Zuschauer in Falkensee viele seiner Berliner Kämpfer im Gepäck. Und er versprach bereits im Vorfeld tolle Fights: „Melvin Kahrimanovic gegen Ervon Dzinic wird ein Topkampf werden. Alen Rahimic wird seinen dritten Kampf als Profi gegen Viorel Simion aus Rumänien bestreiten. Simion ist ein Top-Boxer mit knapp 40 Kämpfen, auch wenn er schon 42 Jahre alt ist. Victor Cakiqi ist Deutscher Meister. Er tritt gegen Javier Castaneda Dominquez aus Mexiko an – und wir alle wissen, dass man die Mexikaner nie unterschätzen darf. Im Hauptkampf setzt Jan Meiser aus Berlin seinen BDB-Titel als Internationaler Deutscher Meister gegen seinen Herausforderer Aleksander Kallashi aus Albanien. Viele Leute, die beide kennen, können nicht vorhersagen, wer hier gewinnen wird.“
Zu den Prominenten, die sich die Fight-Night nicht entgehen lassen wollten, gehörte neben Box-Kulttrainer Ulli Wegner erstmals auch Evil Jared von der Bloodhound Gang, der sichtlich Freude an der Veranstaltung hatte. Am Kommentatorentisch saß auch die Spandauer Box-Weltmeisterin Nina Meinke, die in Falkensee auch selbst schon einmal im Ring gestanden hatte. Neben Almin Kuc saß Alen „The Savage“ Babić mit am Ring. Der Kroate im Bridgergewicht bestätigte Gerüchte vor Ort: Er wird ab sofort für Kuc Boxing Promotion antreten.
Die Kämpfe vor Ort – spannend wie vorhergesagt. Im Cruisergewicht holte sich Kuc-Zögling Melvin Kahrimanovic den Sieg nach sechs Runden. Auch wenn die Gegenseite mit dem einstimmigen Urteil der Punktrichter nicht einverstanden war, machte Kahrimanovic noch einen weiteren Sieg für sich klar: Nach seinem dritten Sieg als Profiboxer bekam er wie zuvor versprochen einen Promoter-Vertrag mit dem Kuc-Boxstall.
Ganz Falkensee schaute anschließend genau hin. Alen Rahimic wohnt in Groß-Glienicke und trainiert in Falkensee den Box-Nachwuchs vom TSV. Er ist bekannt im Ort – und aufgrund seiner freundlichen Art sehr beliebt. Im Vorfeld wurde dank BILD bekannt, dass Alen Rahimic mit Klumpfüßen geboren wurde. Gegen den Rat aller Ärzte hat sich Alen nach den nötigen Operationen ausgerechnet für den Boxsport entschieden. Nun ist er Profiboxer. Alen Rahimic zeigte sich gläubig: „Gott hat mir diese Fehlbildung gegeben. Gott hat mir aber auch die Kraft gegeben, dass ich es nun schaffe, im Ring zu stehen. Ich habe mir für meinen dritten Profikampf einen sehr erfahrenen Gegner ausgesucht, weil ich nach meiner langen Zeit als Amateur denke, dass ich das Zeug dafür habe, auf der internationalen Bühne mitzumischen.“
Das Superfedergewicht Alen Rahimic machte denn auch im Ring kein großes Federlesen und schickte seinen Gegner Viorel Simion von Anfang an gleich mehrfach auf die Bretter. Nach 1:45 Minuten beendete ein gut platzierter Leberhaken die Begegnung – der erste K.O. für Alen.
Victor Cakiqi lieferte sich einen spannenden Kampf im Weltergewicht mit dem Mexikaner Javier Castaneda Dominquez, der selbst harte Treffer ohne sichtbare Wirkung wegsteckte. Zum Beginn der vierten Runde gab der Mexikaner aber auf und fasste sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den unteren Rücken. Eine Zerrung? Er konnte jedenfalls nicht weiterboxen.
Im Hauptkampf zeigte sich der aus Berlin angereiste 1,83 Meter große Jan Meiser als Liebling der Zuschauer. Sie skandierten seinen Namen in lauten Sprechchören. Der Herausforderer Aleksander Kallashi zeigte sich davon im 10-Runden-Kampf im Super-Weltergewicht unbeeindruckt. Von vornherein hatte es Beef zwischen den Boxern gegeben, nachdem Kallashi einen bereits vereinbarten Fight in Potsdam im Mai kurzfristig abgesagt hatte. Beim Wiegen hatte er auch noch ohne Erlaubnis Meisers Gürtel angefasst. Das macht man beim Boxen nicht. Am Ende gewann Meiser einstimmig nach Punkten – und visiert nun mit Rico Müller aus Eberswalde einen neuen Gegner an.
Für Almin Kuc geht es Mitte Februar mit einem weiteren Kampfabend in Berlin weiter. In Falkensee möchte er gern am 2. Mai wieder zum Boxen einladen. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 236 (11/2025).
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