DieWildeBeere: Steffi Oettel bietet Wildkräuterführungen in Wustermark an!
Im eigenen Garten, auf dem Grünstreifen neben dem Gehweg, auf öffentlichen Wiesen, im Wald und auf der Flur wachsen zahlreiche Wildkräuter wie Gundermann, Spitzwegerich oder Löwenzahn. Steffi Oettel alias DieWildeBeere ist zertifizierte Kräuterpädagogin. Sie bietet Wildkräuterführungen an – und zeigt neugierigen Naturfreunden, wie sich die verschiedensten Pflanzen in der eigenen Küche verwenden lassen.
Am 21. September war es soweit. Steffi Oettel (36) lud in Wustermark zu ihrer allerersten öffentlichen Wildkräuterführung inklusive einer kleinen Verkostung ein. Ein Dutzend Gäste hatte sich im Vorfeld angemeldet. Sie kamen um elf Uhr im Alten Backhaus zusammen.
Da wussten die Gäste noch nicht, dass nach ihrer gemeinsamen Wanderung durch die Natur ein reich gedeckter Tisch mit Leckereien auf sie wartete, in denen Wildkräuter aus der Nachbarschaft verarbeitet wurden. Wir greifen vor: Es gab Gurken-Canapés mit Schafgarbe- und Spitzwegerichquark, eine Brennnessel-Quiche sowie als Dessert mit weißer Schokolade überzogene Gundermann-Blätter.
Steffi Oettel aus Zachow (gehört zu Ketzin/Havel) ist seit 2022 zertifizierte Kräuterpädagogin, ihre Ausbildung hat sie an der Gundermann-Schule absolviert. Nun hat sie sich in diesem Jahr selbstständig gemacht und möchte unter dem Namen DieWildeBeere (www.diewildebeere.de) Kräuterführungen und Workshops anbieten: „Ich habe bereits erste Kräuterveranstaltungen im privaten Kreis für Freunde und Familie sowie für Kinder angeboten. Die Führung am 21. September war meine erste offizielle. Ich war etwas aufgeregt, habe mich aber sehr gefreut, dass so viele Gäste gekommen sind.“
Warum die Kräuterpädagogin so gern mit anderen Menschen den Blick aufs Grün im Garten lenkt, erklärt Steffi Oettel selbst: „Ich finde es schade, dass so wenig Leute wissen, was vor unserer Haustür wächst und was man mit den Wildkräutern alles anstellen kann. Man kann die Pflanzen verwenden, um eine Knospenschokolade zu machen, Blütenlollies herzustellen, einen Sirup anzusetzen oder einen Salat aufzuwerten. Viele Kräuter lassen sich wirklich gut in der Küche verwenden. Und unsere Vorfahren haben sie sogar eingesetzt, um körperliche Beschwerden zu lindern. Den Wildkräutern wird seit Jahrhunderten nachgesagt, dass sie entzündungshemmend, stoffwechselanregend, entwässernd oder beruhigend wirken.“
Auch wenn die Kräuterpädagogin diesen Aspekt aus der Kräuterlehre immer wieder betont, so steht bei ihr doch die Verwendung in der Küche im Vordergrund.
Am 21. September führte sie ihre kleine Schar einmal über die Friedrich-Rumpf-Straße in Wustermark in den gegenüber liegenden Pfarrgarten der Dorfkirche Wustermark. Hier brauchte Steffi Oettel nur Sekunden, um zahlreiche Wildkräuter und einheimische Pflanzen zu entdecken, die sich lecker in der Küche verwenden lassen.
Zuerst im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit – der Löwenzahn. Seine Blätter lassen sich als Salat verwenden, die Blüten finden Platz in einem selbstgemachten Löwenzahn-Blütenhonig und aus der Wurzel lässt sich ein starker Kaffeeersatz à la Muckefuck selbst herstellen. Und dann geht auch noch das, so Steffi Oettel: „Ich verwende die hohlen Stängel vom Löwenzahn gern als Spargelersatz. Die Stängel kann man wunderbar in der Pfanne andünsten und dann als Gemüse verwenden. Im Löwenzahn sind auch viele Bitterstoffe enthalten, die helfen bei der Verdauung und regen den Stoffwechsel an.“
Während den Löwenzahn jeder Gartenbesitzer kennt, ist ein ähnlich stark verbreitetes Wildkraut den meisten Menschen völlig unbekannt – der Gundermann, auch Gundelrebe genannt. Die krautige Pflanze hat einen sehr kräftigen Geschmack – und kann so etwa als Gewürz in Suppen oder im Salat verwendet werden.
Neben Spitzwegerich, Gänseblümchen, Linde, Goldrute, Giersch und Brombeere entdeckte Steffi Oettel auch die ungeliebte Brennnessel für sich: „Die Brennnessel kann man komplett essen – von der Wurzel bis zur Spitze. Interessant vor allem für Veganer ist, dass diese Pflanze besonders viel Eiweiß enthält. Hinzu kommen Folsäure, viele Vitamine und wichtige Mineralstoffe wie Mangan, Phosphor und Magnesium. Die Brennnessel ist ein heimisches Superfood.“
Das einzige Problem sind die mit Ameisensäure gefüllten Brennhaare. Prompt stellte die Kräuterpädagogin Tricks für die Ernte vor und nannte mehrere Methoden, um anschließend die Brennhaare zu entfernen. Dann können die Blätter etwa für einen Salat verwendet werden.
Drei Regeln gab Steffi Oettel ihren Zuhörerinnen und Zuhörern am Ende noch mit auf den Weg: „Sammelt nur das, was ihr wirklich zu einhundert Prozent eindeutig bestimmen könnt. Es gibt nämlich auch giftige Wildkräuter in der Natur. Und: Sammelt nur an sauberen Stellen, also nicht am Straßenrand, nicht auf Hundewiesen und nicht auf Äckern und Feldern, wo gedüngt und gespritzt wird. Wichtig ist mir auch: Sammelt achtsam. Nehmt nur mit, was ihr wirklich verwenden könnt.“
Im kommenden Jahr geht es weiter mit den Kräuterführungen und Workshops. Termine sind auf der Homepage zu finden. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 235 (10/2025).
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