Herbstbörse war für Gartenbesitzer wieder ein voller Erfolg: Falkenseer Pflanzenbörse jetzt aber vor Umzug auf den Campusplatz?
Diese beiden Termine sind für viele Gartenbesitzer gesetzt: Im Frühjahr und im Herbst lädt die Lokale Agenda Falkenseer immer zur Pflanzenbörse ein. Auf der Festwiese vor dem Saftladen dürfen private Gartenbesitzer ihre Stände aufbauen und aussortierte Pflanzen für kleines Geld in neue Hände geben. Am 27. September fand in diesem Jahr die Herbstbörse statt. Der Ansturm der Aussteller wie auch der interessierten Käufer war ungebrochen. Für einen ersten Schreck sorgte die Ankündigung, dass die Pflanzenbörse im kommenden Jahr wohl an einem neuen Standort stattfinden muss.
Die Idee ist einfach nett. Zwei Mal im Jahr lädt die AG Umwelt der Lokalen Agenda Falkensee zu einer Pflanzenbörse ein.
Die Pflanzen- und Erntebörse für den Herbst fand am 27. September statt. Ohne Anmeldung durften private Gartenbesitzer aus dem Havelland schon in der Früh ihre Stände aufbauen. Als Miete wurde nur ein selbst gebackener Kuchen erbeten, der vor Ort für den guten Zweck veräußert wurde. Ab neun Uhr früh waren dann die Besucher willkommen. Bis 13 Uhr flanierten sie in großer Anzahl von Stand zu Stand. Das Interesse an der Pflanzenbörse ist damit ungebrochen, so Yvonne Scherzer von der Lokalen Agenda: „Im Herbst ist traditionell immer etwas weniger los als als im Frühjahr, aber mit der Anzahl der Aussteller waren wir sehr zufrieden. Wir haben viele Gesichter gesehen, die wir bereits seit Jahren kennen, aber auch neue Familien, die zum allerersten Mal mit dabei waren. Ein Aussteller ist sogar extra aus Rostock angereist.“
Olaf Schwetje: „Es geht um die Gelegenheit, in einer entspannten, freundlichen und persönlichen Atmosphäre günstig Pflanzen für den Garten oder den Balkon zu finden. Es können Stauden, Gräser, Büsche, Bäume und Gartenerzeugnisse von privat an privat gekauft, verkauft, verschenkt oder getauscht werden.“
Während die neu gegründeten Pflanzenbörsen in Nauen, Schönwalde-Glien und Brieselang noch recht verhalten starten, ist in Falkensee bei jeder Pflanzenbörse immer ordentlich etwas los. Yvonne Scherzer: „Wir machen das ja auch schon seit über zwanzig Jahren. Das waren also 40 Pflanzenbörsen, die wir veranstaltet haben. Das spricht sich im Laufe der Jahre einfach herum.“
Auf der Herbstbörse gab es einmal mehr viele Pflanzen für den eigenen Garten, die man so nicht im Pflanzencenter um die Ecke finden kann – vor allem nicht zu dem veranschlagten Preis, der eher einer Aufwandsentschädigung gleichkommt. Im Gutspark konnte man so den Storchenschnabel, die Fette Henne oder aber Hortensien entdecken, sich mit Flox, Sonnenhut oder Lupinen eindecken oder aber im Sinne eines Selbstversorgers eine Apfel-Quitten, Salbei oder rote Johannisbeeren einpflanzen.
Schwer zu tragen hatte nach einem Spaziergang durch die Reihen auf jeden Fall Claudia Lünzmann. Sie schleppte eine gut 1,60 Meter große Bananenstaude über die Gutspark-Wiese. Warum sie ausgerechnet bei der Banane schwach geworden ist? Claudia Lünzmann: „Weil sie so hübsch ist. Die Banane kommt bei uns in den Garten. Sie soll winterfest sein, wen man sie mit Stroh abdeckt.“ Schnell telefonierte sie mit ihrem Mann, der sie vor Ort abholen sollte: „Mein Mann ist jetzt weniger begeistert, weil meine Pflanzeneinkäufe nicht in mein kleines Auto passen und er nun mit seinem Wagen kommen muss.“ – Die Banane war übrigens ein reiner Zufallskauf: „Ich bin eigentlich jedes Jahr mit dabei und nehme mir eine Pflanze mit, die mir gefällt. Im Garten wird es langsam eng.“
Mit einem eigenen Stand war die Familie Rapp auf der Pflanzenbörse vertreten. Hans-Joachim Rapp macht sich in Brieselang für den BürgerBus stark. In seiner verbleibenden Freizeit kümmert er sich gern um seinen Garten. Für die Pflanzenbörse hatte er Kakteen und Sukkulenten mit dabei: „Die haben wir ursprünglich aus dem Urlaub mitgebracht. Jetzt haben sich die Pflanzen so sehr vermehrt, dass wir sie unter die Leute bringen müssen. Ich habe zwar ein großes Gewächshaus, aber auch hier gibt es nur einen begrenzten Platz. Die Kakteen wären viel zu schade für den Kompost. Hier auf der Pflanzenbörse geben wir sie für kleines Geld in neue Hände. Schön finde ich, dass wir mit den neuen Besitzern schnell ins Gespräch kommen. Viele sind noch Anfänger im Gärtnern, die freuen sich über einen guten Tipp.“
Auch Hildegard Möllenbeck aus Brieselang hatte Exotisches zu bieten: „Ich hatte zur Pflanzenbörse Clematis und den Rittersporn dabei. Die meisten Besucher an meinem Stand haben sich aber für meinen Pfefferbaum interessiert. Aus den Schoten des Baumes kann man den Szechuanpfeffer gewinnen, der übrigens nichts mit dem echten Pfeffer zu tun hat. Ich habe lauter kleine Pfefferbäume abgegeben, die noch ein wenig wachsen müssen, bis sie Früchte tragen. Die Pflanze ist winterhart, darf also auch im Winter draußen bleiben. Kritisch ist nur die Blütezeit zwischen April und Mai. Wenn es da noch einen Spätfrost gibt, kann die Blüte absterben. Ich halte meine Pfefferbäume deswegen in Kübeln, die ich zur Not schnell an eine geschützte Stelle tragen kann.“
Hildegard Möllenbeck ist bereits seit 13 Jahren auf der Pflanzenbörse zu Gast: „Ich liebe dieses Event, ich bin sehr gern vor Ort mit dabei. Inzwischen begleitet mich sogar mein Mann. Die Leute fragen viel, eigentlich bin ich die ganze Zeit nur am Quatschen.“
Lutz Geißler aus Dyrotz präsentierte am eigenen Stand Pflanzen aus dem Garten, bot aber auch jede Menge Gläser mit hausgemachter Marmelade und Gelees an: „Wir haben alles mitgebracht, was unser Garten so bietet. Zusammen mit der Tochter pflegen wir über 5.000 Quadratmeter Grünland. Da wächst alles, was für unsere Gegend typisch ist. Aus den Früchten, die wir ernten, macht meine Frau leckere Brotaufstriche. Die schmecken wirklich gut.“
Tatsächlich gab es vor Ort sogar sehr ungewöhnliche Sorten wie Weintraubengelee oder Birne mit Zimt. Lutz Geißler: „Das wichtigste ist: In unserem Garten kommt kein Gift zum Einsatz.“
Der Hobby-Marmeladenhändler hatte auch Gläser mit dem Samen der Ringelblume mit dabei: „Die Ringelblume ist eine ganz wichtige Pflanze für die Gesunderhaltung des Bodens. Sie sondert an der Wurzel einen Giftstoff ab, der Nematoden abtötet, also Fadenwürmer. So kann man seine anderen Pflanzen schützen, ohne mit Chemie arbeiten zu müssen.“
Gleich drei regionale Imker teilten sich einen gemeinsamen Stand, um den selbst geernteten Honig ihrer Bienen anzubieten. Henry Drese aus Falkensee: „Ich bin Hobby-Imker aus Leidenschaft. Seit 2015 beschäftige ich mich mit Bienen, seit 2018 habe ich eigene Völker, sieben sind es inzwischen. Die Völker stehen zum Teil an festen Standorten in Falkensee. Zum Teil folgen wir auch der Blüte. Dann stehen die Bienen auch schon einmal beim regionalen Bauern am Rapsfeld. Das Jahr war zufriedenstellend, es gab immer eine Blütentracht, um die Bienen zu versorgen. Mit der Lindenblüte ist unser Bienenjahr eigentlich auch schon zuende.“
Im nächsten Frühjahr geht es weiter mit der Pflanzenbörse. Die Besucher müssten sich nach 20 Jahren aber vielleicht an einen anderen Standort gewöhnen, so Yvonne Scherzer: „Die Stadt Falkensee plant diverse Umbaumaßnahmen im Gutspark und wahrscheinlich auch auf unserer Fläche. Deswegen wird unsere Frühlings-Pflanzenbörse am 25. April wohl nicht mehr vor Ort im Gutspark stattfinden, sondern eher auf dem Campusplatz. Dort werden wir allerdings nicht so viel Platz wie jetzt zur Verfügung haben, weil wir jede Menge Platz für die Feuerwehr lassen müssen. Aus diesem Grund wird im Frühjahr erstmals eine Anmeldung nötig sein. Wer Pflanzen anbieten und verkaufen möchte, schreibt uns vorab an umwelt@agenda21-falkensee.de.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 236 (11/2025).
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