Geschichts-Salon Falkensee: Wie geht das eigentlich – Lebensmittel haltbar machen?
Die Brandenburgische Genealogische Gesellschaft „Roter Adler“ mit Sitz in Falkensee hilft bei der Ahnenforschung und nimmt die Geschichte der Region unter die Lupe. Regelmäßig findet in Falkensee der kostenlose „Geschichts-Salon Falkensee“ statt. Hier wird spannendes Wissen aus unserer Vergangenheit unterhaltsam und informativ aufbereitet vorgetragen. Am 17. September ging es darum, wie man früher Lebensmittel haltbar gemacht hat.
In grauer Vorzeit gab es noch keinen Supermarkt und keinen Kühlschrank, dafür aber die Notwendigkeit, Lebensmittel so haltbar zu machen, dass man mit ihrer Hilfe den kalten Winter überleben kann.
Seit 2006 gibt es die Brandenburgische Genealogische Gesellschaft „Roter Adler“ (www.bggroteradler.de), die inzwischen über 250 Mitglieder hat. Der Verein forscht aktiv auf dem Gebiet der historischen Mark Brandenburg. Sie schlägt in alten Archiven nach, wie sich das alltägliche Leben vor hunderten von Jahren abgespielt haben könnte. Die BGG Roter Adler e.V. fungiert in dieser Hinsicht auch als Verlag und veröffentlicht Magazine, Kalender und Bücher. Online stehen Interessierten Datenbanken zur Verfügung, um Nachforschungen zur Brandenburger Geschichte und den Vorfahren durchführen zu können..
Im „Geschichts-Salon Falkensee“ kommen interessierte Gäste zu kurzweiligen und informativen Vorträgen zusammen. Sie kosten keinen Eintritt und finden jeden 3. Mittwoch im Monat um 19 Uhr im ASB-Mehrgenerationenhaus statt. Am 17. September lautete das Thema „Lebensmittel haltbar machen“.
Dr. Gerd-Christian Treutler: „In unseren Breiten wächst im Winter nichts. Für die Menschen war es früher überlebensnotwendig, Vorräte anzulegen, die dabei helfen, durch den Winter zu kommen. Dabei war stets der 2. Februar wichtig für die Menschen. Beim sogenannten Lichtmessfest musste die Vorratskammer noch halb voll sein. Dann wusste man, dass die Familie den Winter überleben kann.“
Haltbar gemacht wurden Speisen seit der Bronzezeit durch Trocknen oder Dörren. Später kam das Salzen hinzu. Dr. Gerd-Christian Treutler: „Wie wichtig das Haltbarmachen von Lebensmitteln mit der Hilfe von Salz war, sieht man daran, dass viele Salz-fördernde Orte den Zusatz ‚Salz‘ oder ‚Hall‘ im Namen tragen. Salz ist auch nicht gleich Salz. Beim Salzen kommt Kochsalz zum Einsatz, beim Pökeln Natriumnitrit. Gepökeltes Fleisch färbt sich durch das ‚Umröten‘ rot ein, das kennt man vom Kassler.“
Nahrungsmittel lassen sich auch in Honig, Branntwein oder Essig einlegen. Das „Zuckern“ kam sehr spät auf, weil der Zucker erst nach den Kreuzzügen von heimkehrenden Kämpfern mitgebracht wurde. Verbreiteter war das Räuchern, wahlweise im heißen oder im kalten Rauch. Dr. Gerd-Christian Treutler: „Früher gab es in jedem Haus eine Schwarze Küche. Da wurde der Rauch vom Herd nach oben in einem Rauchfang geleitet. Dort hingen dann Schinken und Würste unter der Decke, die durch den Rauch haltbar gemacht wurden. In Falkensee gibt es am Anger noch ein historisches Haus mit einer solchen Küche.“
Die Gärung, die Fermentierung, die Erfindung der Kühlschränke: Beim Vortrag wurden noch viele spannende Fakten verraten. Da ging es auch um das Einkochen oder die Erfindung der Konservendose.
Wer so einen Vortrag nicht noch einmal verpassen möchte, trägt sich den 15. Oktober (19 Uhr, Anmeldung über manuela.colombe@bggroteradler.de) in den Kalender ein. Im nächsten Geschichts-Salon geht es um „Minüten – die Protokollbücher der preußischen Kabinettsregierung“. (Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 235 (10/2025).
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