World Cleanup Day am Neuen See und am Falkenhagener See: Die Welt räumt auf, Falkensee macht mit!
Es ist einfach nicht schön und schädigt die Umwelt: Viel zu viele Menschen schmeißen ihren Müll achtlos in die Natur und scheren sich nicht darum, was mit Bonbonpapieren, Bierdosen oder Burgerverpackungen passiert. Am „World Cleanup Day“, der stets am 20. September zelebriert wird, stehen Naturfreunde auf der ganze Welt auf, um unseren Planeten ein klein bisschen sauberer zu machen. In Falkensee zückten der NABU Osthavelland und die Diesterweg-Grundschule gemeinsam die Müllzange.
Es war der 20. September. 12 Uhr morgens an einem Samstag. Am Neuen See und am Falkenhagener See hatten sich Schüler der vier ersten Klassen aus der Diesterweg-Grundschule mitsamt ihren Eltern zu einer gemeinsamen Aktion verabredet. Sie alle hatten mobile Greifer und Mülltüten mit dabei. Derart professionell ausgestattet sagten sie dem Unrat an den beiden Falkenseer Gewässern den Kampf an.
Lehrerin Katharina Sienz war mit dabei. Sie erklärte: „Wir treffen uns hier am See, damit sich die Kinder und Eltern unserer ersten Klassen besser kennenlernen können. Dieses Treffen hat aber auch gleich noch den positiven Effekt, dass wir etwas Gutes für die Umwelt tun. Was mir persönlich auffällt, das sind die vielen Zigarettenstummel auf dem Parkplatz, aber auch im Wald. Wir haben auch schon Glasscherben eingesammelt, an denen man sich schneiden könnte. Schade ist, dass so viel Müll herumliegt, obwohl es doch eigentlich alle 50 Meter einen Mülleimer am See gibt, den man benutzen könnte. Es muss doch gar nicht sein, dass man seinen Müll einfach so in die Natur wirft.“
Gleich mit drei Söhnen war auch Anja Vogelsang aus Falkensee mit dabei. Alle ihre drei Kinder gehen auf die Diesterweg-Grundschule – der große Sohn ist in der vierten Klasse, die beiden jüngsten Kinder besuchen die erste Klasse. Die Mutter erzählt: „Ich beobachte am See immer mehr Leute, die – etwa nach einem Picknick – einfach ihren Müll liegen lassen, obwohl es doch überall in Sichtweite Mülltonnen gibt. Das ist nicht schön. Das Material, das wir zum Müllsammeln verwenden, haben wir zum Teil von Zuhause mitgebracht. Viel Equipment hat uns aber auch der NABU zur Verfügung gestellt, vor allem die tollen Greifer für die Kinder.“
Was haben denn die Eltern und Kindern am See alles gefunden? Anja Vogelsang: „Kronkorken, Bonbonpapiere, Plastikfolien, Becher und Kekspackungen. Das Kurioseste war sicherlich ein Schuh.“
Wie kam denn die Falkenseer Grundschule mit dem NABU zusammen?
Katja Anlauf, Lehrerin in der Diesterweg-Grundschule: „Wir haben tatsächlich schon einmal vor drei Jahren mit zwei ersten Klassen beim World Cleanup Day mitgemacht. Das wollten wir gern wiederholen. Dann haben wir aber gehört, dass der NABU Osthavelland am gleichen Tag ebenfalls eine Aufräumaktion plant und zwar auch an den beiden Falkenseer Seen. Was für ein Zufall. Wir wollten um zehn Uhr starten, der NABU um zwölf. Damit wir dem NABU nicht den ganzen Müll wegsammeln, haben wir entschieden, dass wir gemeinsam um zwölf Uhr starten.“
Der erste World Cleanup Day (www.worldcleanupday.de) fand übrigens am 15. September 2018 statt. An diesem Tag stellten sich 18 Millionen Menschen aus 157 Ländern in den Dienst der Umwelt und opferten ein paar Stunden Zeit, um gemeinsam Müll zu sammeln. Das war die bis dahin größte Müllsammelaktion in der Geschichte der Menschheit.
Der World Cleanup Day findet inzwischen am 20. September statt und ist auch schon wieder für das Folgejahr 2026 angekündigt. Im aktuellen Jahr hielten 23 Millionen Menschen aus 190 Ländern vor allem nach Plastikmüll in der Natur Ausschau. Mit den online angemeldeten „Cleanups“ setzten sie ein „starkes Zeichen für eine saubere, gesunde und müllfreie Welt“.
In Falkensee hat Daniel Wendt vom NABU Osthavelland (www.nabu-osthavelland.de) die Müllsammelaktion am Neuen See und am Falkenhagener See organisiert. Die NABU-Freunde trafen sich auf dem See-Parkplatz an der Humboldtallee, um Greifer und leere Müllsäcke an Freiwillige auszuteilen.
Daniel Wendt: „Wir kommen alle aus Falkensee und wissen, wie schlimm der Parkplatz am See in der Saison aussehen kann. Hier stapelt sich der Müll. Wir wollten unbedingt noch eine Müllsammelaktion durchführen, bevor im Herbst die Blätter fallen und man den Unrat nicht mehr sieht. Das Grünpflegeteam der Stadt Falkensee hat uns die Greifer, die Mülltüten und sogar Handschuhe in verschiedenen Größen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür an dieser Stelle. Wir konnten auch die gesammelten Müllsäcke auf dem Parkplatz stehen lassen, sie wurden von der Stadt eingesammelt und entsorgt.“
Der NABU hatte eigentlich nur mit zehn bis 15 Helfern gerechnet. Daniel Wendt: „Und dann kam plötzlich die Diesterweg-Grundschule mit dazu. Auf einmal hatten wir an die 90 Helferinnen und Helfer. Wir haben uns die Fläche aufgeteilt. Die Diesterweg-Grundschule ist auf der einen Seite um den Neuen See gelaufen, wir um die andere. Wir haben vor allem Taschentücher, Bäckertüten, Plastikflaschen und Kronkorken gefunden. Und immer wieder Zigarettenkippen. Die enthalten viele giftige Stoffe, die in der Natur langsam ausgeschwemmt werden und zunächst den Boden und irgendwann auch unser Trinkwasser vergiften. Das sind echte Giftbomben. Auf dem Parkplatz hat sogar einer seinen übervollen Autoaschenbecher direkt neben einem Mülleimer ausgekippt. Das muss doch wirklich nicht sein.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 235 (10/2025).
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