Salzwasser-Matrosin: Lotte-Marie Kirchesch (15) aus Schönwalde-Glien möchte auf der Thor Heyerdahl sechs Monate um die Welt segeln!
Lotte-Marie Kirchesch (15) aus Schönwalde-Glien ist die einzige Schülerin aus ganz Brandenburg, die in diesem Oktober im Rahmen von “Klassenzimmer unter Segeln” an Bord des dreimastigen Schul-Segelschiffs “Thor Heyerdahl” gehen darf, um ein halbes Jahr lang über den Atlantik zu segeln. Während dieser Zeit wird sie auf den Kanarischen Inseln anlanden, in Panama den Regenwald erkunden, auf Kuba Fahrrad fahren und auf den Azoren den höchsten Berg Portugals besteigen.
In Schönwalde-Glien gibt es eine kleine Badestelle am Strandbad. Auf dem Weiher lässt es sich aber nur sehr eingeschränkt segeln. Auch auf dem Havelkanal kommt nur sehr bedingt Segelfreude auf.
Wie also kommt die 15-jährige Schülerin Lotte-Marie Kirchesch (15) ausgerechnet in Schönwalde-Glien auf die Idee, ein halbes Jahr lang um die Welt zu segeln?
Klar ist schon jetzt, dass sie ab Oktober mit 33 weiteren Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland, die alle die 10. und 11. Klasse besuchen, beim einzigartigen Bildungs- und Forschungsprojekt “Klassenzimmer unter Segeln” (www.kus-projekt.de) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dabei sein wird.
Die 34 Jugendlichen werden in Kiel an Bord des Segelschiffes “Thor Heyerdahl” gehen, quasi anheuern, um dann Adieu zu sagen zu Heimat, Eltern, Schule und Freunden.
Die “Thor Heyerdahl” ist im Grunde genommen eine schwimmende Schule: An Bord findet weiterhin ein Schulunterricht statt, der aber an die Erlebnisse der Reise angepasst wird. Die Schüler sollen sogar eigene Forschungsarbeit leisten – und so etwa herausfinden, wie viel Mikroplastik im Atlantik schwimmt. Darüber hinaus werden sie selbst zum Forschungsobjekt: Es wird geschaut, wie sich die Jugendlichen im Rahmen ihrer Reise verändern.
Lotte-Marie Kirchesch besucht das Lise-Meitner-Gymnasium in Falkensee. Sie segelt schon ihr halbes Leben lang. Mit ihrer Segelpartnerin Mina wurde sie 2023 und 2024 sogar Deutsche Meisterin in der Bootsklasse “Teeny”. Auch wenn Segelkenntnisse keine Bedingung für den Aufenthalt auf der “Thor Heyerdahl” sind, so ist es gerade für Lotte-Marie natürlich besonders spannend, an Bord eines Dreimasters auf dem Atlantik unterwegs zu sein – zumal sie vorher noch nie weiter entfernt gesegelt hat als auf der Ostsee.
Ein letztes Problem vor dem Reiseantritt: Lotte-Marie Kirchesch muss die Kosten für ihre Reiseteilnahme selbst bezahlen, das wird leider weder vom Staat noch von einer Stiftung übernommen. 25.000 Euro fallen an. Geld, dass die Familie so aus eigener Kraft nicht aufbringen kann. Über eine Gofundme-Spendenkampagne kamen zum Glück bereits 12.882 Euro zusammen. Die fehlende Summe bereitet der Familie aber noch Bauchschmerzen.
Patrick Hückstädt und Sandy Kolbuch von “Unser Havelland” trafen Lotte-Marie Kirchesch und ihre Mutter Susanne Ellen in Lottes Spandauer Segelclub “SC Gothia” zum Interview.
Du verlässt das Lise-Meitner-Gymnasium für ein halbes Jahr. Hast du diese Auszeit bewilligt bekommen?
Lotte-Marie Kirchesch: “Die Schule war sehr entgegenkommend. Denen gefällt das Projekt und die Lehrer schätzen auch den Bildungsaspekt daran.
Ich komme nach den Sommerferien in die zehnte Klasse. Da bin ich aber nicht allzu lange, denn am 12. Oktober geht es ja schon los. Dann muss ich auf dem Schiff sein. Die Fahrt dauert sechseinhalb Monate. An Bord gehe ich aber ebenfalls zur Schule, das darf man nicht vergessen, es ist also keine Auszeit. Ich schreibe Tests und Arbeiten und bekomme am Ende auch ein Zeugnis und eine Beurteilung. So, wie ich das verstanden habe, kann ich anschließend wieder in meine alte Klasse zurückkehren, wenn die Schule der Meinung ist, dass sie meine schulischen Leistungen an Bord der Thor Heyerdahl anrechnen können. Das wird dann wie ein Auslandsjahr behandelt. Im schlimmsten Fall müsste ich das Jahr wiederholen. ”
Was sagen denn deine Mitschüler dazu, dass du ein halbes Jahr weg bist?
Lotte-Marie Kirchesch: “Meine Mitschüler waren schon etwas erstaunt, als sie gehört haben, dass ich sie für so lange Zeit verlasse. Das ist ja auch ein nicht ganz alltägliches Projekt. Meine Freunde und meine Klasse haben es natürlich als erstes mitbekommen. Mittlerweile wissen aber ganz viele von meinem Plan.”
Was sagt die Mama Susanne Ellen Kirchesch dazu, dass das Kind dann erstmal ein halbes Jahr lang nicht da ist?
Susanne Ellen Kirchesch: “Zunächst einmal: Ich finde, dass meine Tochter wahnsinnig mutig ist. Das steht über allem. Tatsächlich ist es aber auch so, dass ich erst damit angefangen habe, mich ernsthaft mit dem Projekt zu beschäftigen, als sie auch tatsächlich angenommen wurde. Vorher war das alles noch viel zu vage. Wir haben in der Familie schnell gesagt, dass wir Lotte-Marie gern in allem unterstützen, aber die geforderten 25.000 Euro nicht mal eben so bezahlen können. Das ist einfach nicht drin. Wir haben über ein Fundraising nachgedacht und darüber, dass ich als Sängerin versuchen kann, mehr Konzerte zu singen, um Lotte zu unterstützen. Lotte wird in ihrem Segelclub auch Segelkurse für Jugendliche geben, um etwas Geld zu verdienen. Der Geldfaktor ist schon eins der größten Probleme, das wir in Zusammenhang mit dem Vorhaben sehen.”
Lotte, wie bist du denn auf die Liste der 34 Jugendlichen gekommen, die beim schwimmenden Klassenzimmer mitmachen dürfen?
Lotte-Marie Kirchesch: “Ich habe mich schriftlich für das Projekt beworben. Danach wurden 52 mögliche Teilnehmer der Fahrt zu einem einwöchigen Probe-Segeltörn eingeladen. Da konnten wir uns kennenlernen und an Bord auch schon sehen, wie wir als Team funktionieren und wie wir erste Probleme meistern. Da ging es etwa darum, als Gruppe das Essen für die ganze Woche zu planen, einzukaufen und zu kochen. Das hat viel Spaß gemacht. Die anderen Jugendlichen waren auch alle supertoll.”
Wäre es das erste Mal, dass du so lange von zu Hause weg bist?
Lotte-Marie Kirchesch: “Die längste Zeit, die ich bislang von Zuhause weg war, waren maximal zwei Wochen. Jetzt wird das ein halbes Jahr und ein bisschen werden. Ich werde zum ersten Mal nicht zu Weihnachten oder an meinem Geburtstag zu Hause sein. Aber ich mache mir keine allzu großen Sorgen. Ich denke, dass ich an Bord so viel erleben werde, dass gar keine Zeit für Heimweh vorhanden ist.”
Gibt es da Internet auf dem Schiff? Also kannst du unterwegs mit Freunden und mit der Familie kommunizieren?
Lotte-Marie Kirchesch: “Tatsächlich ist es so, dass wir an Bord des Schiffes unsere Handys abgeben werden. Die Handys werden uns immer nur für Stunden ausgehändigt, wenn wir an Land sind, damit wir auch mal die Möglichkeit haben, zu Hause anzurufen oder mit Freunden zu chatten. Der Kommunikationsweg, der verwendet werden soll, sind – handgeschriebene Briefe. Tatsächlich haben unsere Eltern bereits Adressen bekommen, an die sie ihre Briefe schicken können. Das ist ganz streng reglementiert. So dürfen die Briefe nicht schwerer als 50 Gramm sein.”
Welche Ziele wird es auf der Bildungsreise geben?
“Unser Segeltrip auf der Thor Heyerdahl beginnt in Deutschland in Kiel. Von dort aus geht es an Afrikas Küste herunter bis zu den Kanarischen Inseln. Auf Teneriffa hat der Thor Heyerdahl, nach dem das Boot benannt ist, nämlich selbst einmal geforscht. Dann geht es weiter über den Atlantik zu den Kleinen Antillen. Das ist eine Inselgruppe in der Karibik. Anschließend steuern wir Panama an. Es geht weiter nach Kuba. Als nächstes Ziel stehen die Azoren an, die gehören ja schon wieder zu Portugal. Von dort aus geht es zurück nach Kiel. Wir haben also tatsächlich gar nicht so viele Zwischenstationen und werden viele Tage auf See verbringen. Ich bin zwar seefest, werde aber Tabletten gegen Reiseübelkeit mitnehmen.”
Ihr habt auf dem Schiff ganz normal Unterricht, ihr forscht selbst, ihr werdet aber auch selbst beobachtet?
Lotte-Marie Kirchesch: “Tatsächlich werden wir auch selbst erforscht. Das klingt schon ein bisschen komisch, ist aber so. Schon vor dem Probe-Segeltörn haben wir einen Fragebogen bekommen. Ein weiterer folgt während der Fahrt und einer im Anschluss daran. Da schaut man sich unsere persönliche Entwicklung an. Es werden Fragen gestellt wie: Wie oft gehst du mit deinen Freunden aus? Was sind deine Hobbys? Wie viel Zeit verbringst du am Handy? Dann schaut man, wie sich die eigenen Einstellungen während der Reise verändern.
Das Ganze basiert wohl auf der Dissertation von Dr. Ruth Merk. In ihrer Doktorarbeit ging es um Bildungsforschung und wie Schule ganz anders funktionieren könnte. Das fand die Uni damals so spannend, dass sie das Projekt ‘Klassenzimmer unter Segeln’ ins Leben gerufen hat. Das ist auch schon wieder 18 Jahre her. Da die Bootstour jedes Jahr stattfindet, können die Daten der einzelnen Jahrgänge auch super miteinander verglichen werden.”
Wer ist denn alles mit an Bord?
Lotte-Marie Kirchesch: “Also, da sind wir 34 Jugendliche. Hinzu kommen fünf Lehrerinnen und Lehrer. Die Projektleitung, also Frau Dr. Ruth Merk, ist auch mit an Bord. Und natürlich die Crew, wobei hier auch einzelne Personen ausgewechselt werden können, der Törn dauert ja ein halbes Jahr lang. Auf längeren Etappen wie etwa bei der Atlantiküberquerung ist auch ein Bordarzt mit auf dem Schiff.”
Also findet während der Tour auch ganz normaler Unterricht statt – mit Mathe, Deutsch, Englisch, das Übliche?
Lotte-Marie Kirchesch: “Ja, genau. Es kommen die klassischen Fächer zum Einsatz. Der Stoff wird aber an unsere Reise angepasst. Wenn wir im Regenwald sind, wird der Regenwald Thema im Unterricht sein. Vor allem auf der Rückreise wird aber genau geschaut, was uns an Stoff noch fehlt. Da orientiert man sich am bayerischen Lehrplan.”
Gibt es am Ende ein Zeugnis oder ein Zertifikat oder irgendwas, was du dann auch als Referenzen nutzen kannst?
Lotte-Marie Kirchesch: “Wir schreiben an Bord ja auch Arbeiten und Tests. Ich bekomme am Ende ein ganz normales Zeugnis mit Noten. Außerdem erhalte ich ein schriftliches Gutachten über meine persönliche Entwicklung. Die Lehrer beobachten uns ja während der Fahrt sehr intensiv. Sie sehen, wie wir in bestimmten Situationen reagieren. Das spiegelt sich später im Bericht wieder. Natürlich gibt es auch ein Zertifikat, das beweist, dass ich an dieser speziellen Reise teilgenommen habe. Da werden auch die Seemeilen aufgelistet, die wir gesegelt sind. Die Seemeilen sind tatsächlich gar nicht so unwichtig. Die kann ich mir beim Segeln anrechnen lassen, wenn ich mich für bestimmte Scheine bewerbe.”
Will Lotte denn später irgendetwas mit Segeln als Beruf machen?
Susanne Ellen Kirchesch: “Die Reise hat noch gar nicht begonnen, aber sie verändert bereits die Art und Weise, wie Lotte denkt. Früher hat sie immer gesagt, dass sie später auf die Bühne gehen und Theater spielen möchte. Als sie letztens diesen Lebendimpfstoff gegen Gelbfieber bekommen hat, kam sie mit leuchtenden Augen aus der Arztpraxis und hat mir erzählt, dass sie nun Biologie ganz spannend findet. Sie sagte: ‘Ich verstehe, was da gerade in meinem Körper passiert.’ Jetzt kam die Idee auf, Lotte könne doch Nautik studieren.”
Apropos Impfungen: Fallen denn noch viele weitere Impfungen an?
Lotte-Marie Kirchesch: “Gelbfieber ist schon drin, Tollwut kommt noch und Typhus steht auch noch auf der Liste. Gegen Malaria haben wir Prophylaxe mit dabei. Panama ist nämlich bereits ein Malaria-Risikogebiet.”
Überraschend ist, dass ihr Schüler während der Reise auch eine ganze Weile an Land zubringen werdet.
Lotte-Marie Kirchesch: “Ja, wir haben in Panama und auf Kuba ein krasses Landprogramm. Auf Panama werden wir in den Regenwald gehen und dort in kleinen Hütten übernachten. Hier steht auch eine Besteigung des höchsten Berges in Panama an. Mitunter leben wir auch eine ganze Woche bei Gastfamilien, um das Leben vor Ort kennenzulernen. Auf Kuba machen wir eine Fahrradtour. Die dafür nötigen Fahrräder haben wir an Bord mit dabei. Die Räder lassen wir am Ende als Spende in Kuba, weil die Menschen dort ganz wenig haben und ganz vieles Mangelware ist, so eben auch Fahrräder. Auch auf den Azoren besteigen wir den höchsten Berg, dieses Mal von Portugal. Zu unserer Reise gehört also auch ganz viel Fitness.”
Also kennst du quasi schon den genauen Ablauf auch der Reise?
Lotte-Marie Kirchesch: “Nicht für jeden Tag genau, weil immer irgend etwas dazwischenkommen kann. Aber es gab einmal eine Serie in der ARD, da hat ein Fernsehteam den ganzen Törn begleitet. Da konnte man schon so ein bisschen einen Überblick davon bekommen, wie diese ganze Reise ablaufen wird.”
Und ihr dürft euch bewerben für Posten an Bord, haben wir gehört.
Lotte-Marie Kirchesch: “Ja, das finde ich total Wahnsinn und ich freue mich auch schon sehr darauf. Das nennt man – Schiffsübergabe. Wenn wir erst einmal eine Weile auf See waren, kann man sich schriftlich auf einen bestimmten Posten an Bord bewerben. Da kann man zum Beispiel für ein paar Tage Kapitän werden oder Steuerfrau. Dann berät die Stamm-Crew, wer denn wohl für den Posten geeignet wäre oder eben nicht. Das wird schon sehr spannend werden.
Wir Schüler steuern am Ende tatsächlich das große Schiff. Wir werden auch lernen, wie man nach den Sternen navigiert. Da werden alle Geräte abgedeckt und man ist wirklich nur auf sich alleine gestellt.”
Wann hast du mit dem Segeln angefangen?
Lotte-Marie Kirchesch: “‘Angesteckt’ hat uns alle meine Oma. Wir segeln irgendwie alle. Mein Opa ist gesegelt, meine Tante und mein Onkel auch und auch die Cousins und mein kleiner Bruder. Als ich sieben Jahre alt wurde, habe ich von meiner Tante und meinem Onkel einen Gutschein für einen Segelschein bekommen. Den habe ich dann auch gemacht. Mir hat das so viel Spaß gemacht, dass wir uns nach einem Club umgesehen habe, in dem ich weiter segeln könnte. So sind wir halt beim SC Gothia (www.scgothia.de) in Spandau gelandet. Bei einem total schönen Sommerfest auf der tollen Terrasse mit Seeblick habe ich die damalige Trainerin der Bootsklasse ‘Teeny’, kennengelernt, die Sabrina. Da war uns klar, dass ist unser Club. Jetzt bin ich schon mein halbes Leben auf dem Wasser. Nach und nach bin ich immer mehr ins Regattasegeln hineingerutscht. Der Club unterstützt einen da ganz toll. Man bekommt ein Boot gestellt, die Regatten werden mitfinanziert, es ist einfach super. Ich trainiere wenigstens einmal in der Woche, manchmal auch drei Mal. Ganz viele Mitglieder ermutigen mich jetzt, an KUS teilzunehmen. Sie haben auch schon viel Geld gespendet.”
Bleibt da noch Zeit für andere Hobbys?
Lotte-Marie Kirchesch: “Ja, ich spiele seit zehn Jahren Cello. Außerdem mache ich sehr gern Tuchakrobatik im Falkenseer ‘Tryambakam’. Da hängt man in Vertikaltüchern hoch oben in der Luft, wickelt sich in den Stoff ein und lässt sich dann kontrolliert fallen.”
Was nimmst du mit auf deine Fahrt auf der Thor Heyerdahl?
Lotte-Marie Kirchesch: “Wir haben nur sehr begrenzt Platz. Ich darf einen 100-Liter-Seesack mitbringen, einen große Wanderrucksack und einen kleinen Tagesrucksack – und das war es auch schon. Dickes Ölzeug und dicke Segeljacken müssen mit, die werden ganz schön viel Platz wegnehmen. Ein Schlafsack, eine Isomatte für die Wanderung und normale Kleidung für die Landaufenthalte müssen auch noch mit eingepackt werden. Ich werde an persönlichen Dingen vor allem mein Lieblings-Plüschtier mitnehmen. Und Fotos von der Familie. Wir haben ganz viele Magnete bestellt. Die Fotos will ich mit Magneten an der Metallwand der Koje befestigen.
Auf dem Schiff haben wir Kammern, da schlafen immer zwei bis sechs Schüler drin. Ach ja, wir sollen auch ein Moskitonetz, warme Handschuhe für kalte Nächte und eine Nachtlampe für die Nachtschichten einpacken. Da wir keine Handys an Bord haben werden, ist ein kleiner Fotoapparat erlaubt. Ich habe auch vor, ein Tagebuch zu schreiben.”
Kannst du uns mehr darüber erzählen, woran ihr auf dem Meer forschen werden?
Lotte-Marie Kirchesch: “Da weiß ich noch gar nicht so viel. Ich weiß nur, dass wir im Meerwasser nach Mikroplastik suchen werden. Wir werden Korallenriffe sehen und ich werde ein Referat darüber halten, das ich schon bald abgeben muss. Unsere Ergebnisse werden mit denen unserer Vorgänger aus den vergangenen Jahren verglichen. So bekommt man einen guten Überblick über die stattgefundenen Veränderungen vor Ort.”
Euch beschäftigt aber das Geld noch sehr. Also die 25.000 Euro, die das Projekt kostet.
Susanne Ellen Kirchesch: “Lotte hatte wegen dem Geld für den Törn eine echte Tiefphase. Sie meinte: ‘Alle anderen können ihre Reise schon planen und ich weiß nicht einmal, ob ich das nötige Geld dafür zusammenbekomme.’ Das war eine Zeit lang für uns alle sehr belastend.”
Wie kommt denn jetzt das fehlende Geld zusammen?
Lotte-Marie Kirchesch: “Es gibt die Möglichkeit, bei ‘Klassenzimmer unter Segeln’ eine finanzielle Unterstützung zu beantragen. Extra dafür gibt es einen eigenen Förderverein. Wir haben uns an dieser Stelle auch beworben, sind aber durch das Raster gefallen. Aus diesem Grund haben wir eine eigene Spendenkampagne bei Gofundme ins Leben gerufen und seitdem bereits 12.882 (Stand 26. August) eingesammelt. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich so viel Unterstützung von so vielen Seiten bekomme und dass auch meine Kampagne dazu beitragen würde, so viel Geld einzusammeln! Ganz oft bin ich wirklich sehr, sehr berührt, weil ich dankbar bin, dass soooo viele Menschen mir helfen möchten.”
“Unser Havelland” schickt Lotte-Marie Kirchesch auf die Thor Heyerdahl. Wir helfen beim Spendensammeln und werden auch während und nach der Reise weiterhin über das Abenteuer “Klassenzimmer unter Segeln” berichten. (Text/Fotos: Patrick Hückstädt, Sandy Kolbuch / Fotos: PH)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 234 (9/2025).
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