Zentrale Gedenkfeier vom Land Brandenburg in Seeburg zum Mauerbau: Gedenkstein für einen jungen Soldaten aus der DDR!
Dallgow-Döberitz, Falkensee und Schönwalde-Glien liegen heute mitten im Speckgürtel der Hauptstadt – und sind sehr begehrte Wohnorte für Familien, die sich diese Toplage auch leisten können. Das war jahrzehntelang ganz anders: Da lagen diese Orte noch im dunklen Schatten der Mauer. Um an die Schrecknisse der Mauer zu erinnern, die West- und Ost-Deutschland trennte, findet in jedem Jahr eine zentrale Gedenkfeier des Landes Brandenburg statt – immer am Jahrestag des Berliner Mauerbaus Dieses Mal wurde sie in Seeburg begangen.
In der Nacht vom 12. auf den 13. August im Jahr 1961 riegelte die damalige DDR-Führung plötzlich ihre Sektorengrenze ab, um eine potenzielle Flucht ihrer Bürger von Ost- nach West-Berlin zu unterbinden. In diesem Jahr jährt sich der Bau der anschließend errichteten Berliner Mauer bereits zum 64. Mal. Auch wenn die Mauer längst nicht mehr steht, so gibt es doch kein Vergessen – und darf es auch keines geben. Aus diesem Grund gibt es in vielen Städten und Gemeinden in Ost und West Gedenkveranstaltungen, die im würdigen Rahmen und immer auch mahnend an den Bau der Berliner Mauer erinnern. Neben diesen kleineren Veranstaltungen, die regional organisiert sind, gibt es auch eine zentrale Gedenkfeier vom Land Brandenburgs. Sie findet in jedem Jahr an einem anderen Ort statt. In diesem Jahr hat man sich für Seeburg entschieden.
Neben viel Prominenz aus der Brandenburger Politik waren auch Sven Richter als Bürgermeister von Dallgow-Döberitz, Ortsvorsteher Dr. Harald Wunderlich, Landrat Roger Lewandowski und Heiko Richter als Bürgermeister von Falkensee bei der Veranstaltung mit dabei.
Direkt am Dorfanger nutzte man die Gelegenheit, um einen großen Gedenkstein einzuweihen. Er erinnert künftig an den jungen Soldaten Wladimir Iwanowitsch Odinzow, der im Alter von 18 Jahren nur wenige Meter von jener neuen Gedenkstätte entfernt erschossen wurde – und zwar in der Nacht zum 2. Februar 1979. Damit reiht er sich ein in eine zu lange traurige Liste von Mauertoten.
Dallgows Bürgermeister Sven Richter: „Sein Name steht in Seeburg für das Unrecht, das mit der Vollendung der Berliner Mauer förmlich in Beton gegossen wurde.“
Bei der Veranstaltung in Seeburg hielt Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke die Gedenkrede: „Beim Versuch, die Grenzanlagen in Richtung West-Berlin zu überwinden, starben mindestens 140 Menschen. Ihre Gründe und ihre Vorstellungen vom Westen mögen sehr verschieden gewesen sein, ihre Fluchtversuche mutig und kreativ – ihr Tod aber war sinnlos.“
Die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Dr. Maria Nooke: „Mehr als 35 Jahre sind seit dem Fall der Mauer vergangen. Die Zeit danach wärt inzwischen länger als die der Teilung. Doch die Spuren dieser 28-jährigen Teilung sind auch heute noch in unserer Gesellschaft zu erkennen. Deshalb sind Gedenktage wie der 13. August ein wichtiger Anker für die Rückbesinnung auf unsere Geschichte.“
Am Ende ihrer Rede bedankte sich Dr. Maria Nooke für die Initiative, in Seeburg einen Gedenkstein zu errichten und sagte: „Er soll ein Stein des Anstoßes sein. Ein Anstoß, sich mit den Möglichkeiten und den Gefährdungen einer der wichtigsten Grundlagen unserer Demokratie auseinanderzusetzen – mit der Freiheit“.
Sven Richter: „Der Gedenktag ist eine Mahnung, wachsam zu bleiben und sich jeder Form von Unfreiheit und Unterdrückung entgegenzustellen.“
Das Programm wurde durch das Posaunentrio der Musik- und Kunstschule Havelland begleitet. (Text: Sonja Schröder, cs / Foto: Sonja Schröder)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 234 (9/2025).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige














