Noch Plätze frei: Drei Senioren-Wohngemeinschaften in Nauen entstanden!
Das ist wie Wohnen mit einer kulinarischen Vollversorgung und jeder Menge Extra-Entertainment: Im ASB Seniorenzentrum in der Nauener Dammstraße sind nach langen Umbaumaßnahmen drei Senioren-Wohngemeinschaften entstanden, deren 24 Wohnungen nun nach und nach bezogen werden. Zu den ersten Bewohnern gehören Ingrid (84) und Peter Lange (85). Sie fühlen sich als WG-Bewohner pudelwohl. (ANZEIGE)
Der ASB kümmert sich von Jung bis Alt um Menschen, die in ihrem Alltag Unterstützung benötigen. Der ASB Nauen zeigt dabei ein besonderes Herz für die Senioren. Im ASB Seniorenzentrum Nauen, nur wenige Schritte von der Nauener Altstadt und vom Nauener Karree mit seinen vielen Einkaufsmöglichkeiten entfernt, wurden nach einer Kernsanierung des Gebäudes und langen Umbaumaßnahmen 24 Wohnungen fertiggestellt, die sich im Rahmen einer Senioren-Wohngemeinschaft anmieten lassen.
Daniela Klems ist die Geschäftsführerin vom Arbeiter-Samariter-Bund Ortsverband Nauen e.V. Sie erklärt: “In unserem Haus sind drei Senioren-Wohngemeinschaften entstanden – auf jeder Etage eine. Die Etagen sind über einen Fahrstuhl barrierefrei zu erreichen. Die Wohnungen sind zwischen 31 und 38 Quadratmeter groß, sie können von den Bewohnern frei eingerichtet werden. Das Mitbringen von Haustieren ist nach Zustimmung der Mietergemeinschaft möglich. Jede Wohnung bietet ein eigenes Zimmer, einen Vorflur und ein barrierefrei zugängliches Bad. Die großen Apartments haben zusätzlich eine Schlafnische und einen Erker. Diese Wohnungen sind somit auch für Paare geeignet.”
Petra Lenz ist die Wohngemeinschaftsmanagerin vor Ort und demnach die wichtigste Vertraute für alle Bewohnerinnen und Bewohner: “Jede WG ist mit ihren acht Wohnungen autark für sich. Zu jeder Wohngemeinschaft gehören auch ein großer Gemeinschaftsraum und eine Küche. Wir besprechen zusammen, was wir kochen wollen, wir gehen mitunter gemeinsam einkaufen und wer möchte, hilft beim Kochen. Wichtig ist uns, dass wir zusammen essen. Anschließend entscheidet jeder Mieter selbst, wie der Tag weitergeht. Manche unserer WG-Bewohner sind in ihrer Wohnung gern für sich, andere suchen die Gesellschaft für ein Kartenspiel, andere sind in unserem 800 Quadratmeter großen ASB-Garten aktiv. Eine Dame pflegt gerade mit großer Leidenschaft ein Kräuterparadies im Hochbeet, das unser Hausmeister für die Mieter gebaut hat, sodass wir beim Kochen immer frische Küchenkräuter haben. Unsere älteste Mieterin ist 95, sie hatte früher immer einen großen eigenen Garten. Sie hat sich von ihrem Sohn gleich Tomatenpflanzen mitbringen lassen, die sie nun eingepflanzt hat und pflegt. Manchmal habe ich den Eindruck, ich bin in einer großen Studenten-WG. Das ist ja auch der große Vorteil einer Senioren-WG: Jeder kann sich beteiligen. Muss es aber nicht.”
Ganz wichtig ist: Für die Wohnung wird ein ganz normaler Mietvertrag geschlossen. An diesen ist ein Betreuungs- und Servicevertrag gekoppelt, der die Verpflegung und das Betreuungsangebot beinhaltet. Es ist 24 Stunden am Tag eine Präsenzkraft vor Ort, die aktiv werden kann, sollte es einmal zu einem spontanen Notfall kommen.
Katharina Luczka ist die Pflegedienstleiterin der ASB Hauskrankenpflege: “Wer über die grundlegende Betreuung hinaus einen Pflegebedarf hat, kann unsere direkt vor Ort stationierte ASB Hauskrankenpflege hinzubuchen. Es ist aber auch möglich, sich für einen externen Anbieter zu entscheiden.”
Daniela Klems: “Wir sind sehr froh, dass wir mit Frau Dr. Maren Kropmanns auch eine Ärztin direkt neben unserem ASB Seniorenzentrum haben, die sehr gern auch unsere WG-Bewohner betreut.”
Wie ist denn aktuell der Status in der Senioren-Einrichtung, was die Belegung anbelangt? Schließlich sind entsprechende WG-Plätze mangels Angebot doch immer schnell ausgebucht und es bleibt oft nur ein Platz auf der Warteliste?
Daniela Klems: “Wir haben unsere Senioren-WGs im Oktober letzten Jahres eröffnet. Stand jetzt sind zwölf Wohnungen vermietet, zu Anfang September kommen noch einmal zwei Wohnungen dazu. Weitere Wohnungen sind reserviert. Die erste und zweite WG ist damit bereits gut ausgelastet, die dritte WG ist noch frei. Unsere Bewohner, meist sind es Frauen, kommen aus Nauen und Umgebung, einige sind auch aus Berlin zu uns gezogen. Wir stellen fest, dass unsere WG-Mieter nicht nur zu uns kommen, weil sie einen Pflegegrad haben und nicht mehr länger in der eigenen Häuslichkeit bleiben können. Sie suchen mitunter auch gezielt die Gemeinsamkeit und das Miteinander, weil sie in ihrem alten Umfeld zu vereinsamen drohen. In der Senioren-WG ist immer etwas los. Wir stellen fest, dass viele Bewohner regelrecht aufblühen – zum Erstaunen ihrer Kinder und Enkel. Sie haben sich oft selbst nichts mehr zugetraut, und stellen nun fest, dass es Spaß macht, zusammen zu kochen und etwa Kartoffeln zu schälen. Oder sich einzubringen, wenn wir einen neuen Speiseplan aufstellen.”
Petra Lenz: “Tatsächlich gibt es bei uns keinen Lieferanten, der das Essen bringt. Frühstück, Mittag, Abendbrot: Alles wird vor Ort zubereitet, frisch und lecker.”
Gibt es denn auch die Möglichkeit für die Bewohner, sich an Ausflügen zu beteiligen? Daniela Klems: “Bisher haben wir noch keine Ausflüge angeboten, weil wir uns alle erst einmal einleben wollten. Nun macht eine Kollegin gerade einen Personenbeförderungsschein, damit wir Ausflüge in Zukunft autark und ohne die Hilfe aus anderen ASB-Abteilungen umsetzen können. Unsere WG-Bewohner lieben unseren 140-Quadratmeter-Verbinder, in dem wir gemeinsame Veranstaltungen und Feste wie z.B. das Adventsbasteln, den Osterkaffee und Musiknachmittage anbieten. Neben dem Garten wird auch unsere überdachte Terrasse sehr gern genutzt. Einmal in der Woche haben wir bei uns Seniorensport, das wird von einer Mitarbeiterin auf ehrenamtlicher Basis betreut. Das wird so intensiv angenommen, dass es fast schon den Rahmen sprengt. Dafür ist unser großer Saal natürlich bestens geeignet.”
Eine der ersten Bewohnerinnen in der neuen Senioren-Wohngemeinschaft ist Ingrid Lange (84), die zusammen mit ihrem Mann Peter (85) in der Dammstraße eingezogen ist. Beide haben getrennte Wohnungen in der WG, verbringen aber ihre Zeit miteinander. So haben es die Nauener auch schon vorher gehalten.
Ingrid Lange hat sich ihre kleine WG-Wohnung besonders schön eingerichtet. Sie liest gern und schaut von ihrem Sofa aus nicht nur auf den Fernseher, sondern auch auf Regale mit ihren Lieblingsbüchern aus den vergangenen Jahrzehnten. In einem anderen Regal stehen Fotoalben mit den Schnappschüssen ihres Lebens.
Warum sind die beiden in die Senioren-WG gezogen? Ingrid Lange: “Wir waren beide in einem Alter, wo der Alltag im häuslichen Umfeld nicht mehr so gut funktioniert. Wir haben uns die Senioren-WG vom ASB angesehen und waren sehr begeistert vom Angebot. Eine Überlegung war es sicherlich auch, unsere Kinder ein bisschen zu entlasten. Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben und haben den Schritt nicht bereut. Wir sind bereits eine sehr schöne Gemeinschaft geworden. Es ist auch immer etwas los, wir müssen das Haus gar nicht verlassen.”
Ingrid Lange nennt als Hobby neben dem Lesen auch ihre Handarbeiten: “Dafür habe ich ja jetzt genügend Zeit.”
Schön findet das Paar, wie es bei allen Entscheidungen mit eingebunden wird. Ingrid Lange: “Oft fragen uns die Präsenzkräfte, was wir denn gern essen möchten. Und sie nehmen Rücksicht auf meinen Mann, der nicht mehr alles so essen kann, wie er das gern möchte. Es sind alle auch immer so nett zu uns. Manchmal sage ich, das ist ja wie im Hotel.”
Petra Lenz: “Bei schönem Wetter verlegen wir das Kaffeetrinken auf unsere wunderschöne überdachte Terrasse, mit Blick in den Garten.”
Wer hinzustoßen möchte: Noch ist Platz vorhanden. (Text/Fotos: CS)
Info: Die ASB-Senioren-WG c/o ASB Seniorenzentrum Nauen, Dammstraße 41B, 14641 Nauen, Tel.: 03321-40598106, www.asb-nauen.de
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 233 (8/2025).
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