Kino-Filmkritik: The Fantastic 4
Die Fantastischen Vier gehören in der Marvel-Fanwelt zu den ältesten und beliebtesten Superhelden-Teams. Marvels erste Familie hat es tatsächlich schon drei Mal auf die große Kinoleinwand geschafft. Die ersten Filme – „The Fantastic Four“ 1994, „Fantastic Four“ 2005 und „Fantastic Four: Rise of the Silver Surver“ 2007 wurden von den Fans aber allesamt nicht wirklich geliebt und waren auch an der Kinokasse keine Überflieger.
Der neue Film „The Fantastic Four: First Steps“ bringt die Fantastischen Vier endlich ins Marvel Cinematic Universe (MCU) – es ist bereits der 37. Spielfilm, der in diesem Universum spielt, das sich doch recht eng an den gedruckten Comics orientiert. Der neue Film läutet zugleich die Phase sechs im MCU ein.
Zunächst einmal dürfen sich alle Fans freuen, die so langsam den Überblick verloren haben: Der Film steht ganz für sich alleine, man muss kein Insider sein, um ihn zu verstehen.
Positiv ist auch: Der Film bringt eine ganz eigene, äußerst besondere Optik mit. Er spielt nämlich im Marvel-Multiversum auf einer alternativen Erde. Hier ist man technisch schon sehr weit fortgeschritten, hat sich allerdings den Chic und Stil unserer Sechziger Jahre bewahrt. Dieser ganz eigene Charme zieht sich durch den ganzen Film und macht ihn zu einem Hingucker.
Im neuen Film sind die Fantastischen Vier bereits etabliert. Sie wurden schon vor Jahren auf einem Weltraumflug von einer Husche kosmischer Strahlung erwischt. Reed Richards (Pedro Pascal) kann sich seitdem endlos dehnen, seine Frau Sue Storm (Vanessa Kirby) ist die Unsichtbare, Draufgänger Johnny Storm (Joseph Quinn) fliegt als menschliche Fackel durch die Luft und Ben Grimm (Ebon Moss-Bachrach) darf als steinernes Ding brüllen: „It’s clobbering time!“
Regisseur Matt Shakman zeigt in vielen Rückblenden, wie sich die blau eingekleidete Familie immer wieder schützend vor die Menschheit stellt. Doch dann taucht plötzlich der weibliche Silver Surver Shalla-Bal (Julia Garner) auf. Der Silver Surver kündigt als Herald die Ankunft von Galactus (Ralph Ineson) an – einer Planeten fressenden Monstrosität, die sich nun die Erde einverleiben möchte. Es sei denn, die Fantastischen Vier geben Galactus, was er stattdessen haben möchte…
„The Fantastic Four: First Steps“ ist wunderbar erzählt und zeigt sich in bestechend frischen Bildern, mit viel Optimismus, mit Herzenswärme, mit einem unerschütterlichen Sinn für die Familie und mit Werten, wie man sie aus früheren Zeiten kannte. Außerdem: Pedro Pascal und Vanessa Kirby sind perfekt besetzt. Sie dominieren jede Szene und tragen mit einem guten Schauspiel etwas emotionale Tiefe ins MCU hinein.
Drei Dinge gibt es aber bei all dem Spaß, den der neue Film endlich mal wieder macht, doch zu bemängeln.
So plätschert der Music-Score viel zu belanglos vor sich hin. Die Fantastischen Vier hätten ein eigenes klares Thema verdient. Und wenn Galactus erscheint, müsste der dröhnende Bass die Zuschauer atemlos und angsterfüllt in die Sitze drücken. Leider passiert das nicht.
Gerade in der zweiten Hälfte ploppen immer mehr Fragen in den Köpfen der Zuschauer auf: Warum macht Galactus dieses oder jenes? Nicht alles ergibt am Ende wirklich Sinn. Schade.
Und: Es langt mit dem Multiversum. Wir hätten gern noch im Film gesehen, wie die Fantastischen Vier aus ihrem Universum in das „richtige“ überwechseln, wie es in „Thunderbolts“ bereits angedeutet wurde. (CS / Bilder: Disney)
Fazit: 4 von 5 Sternen (FSK: 12)
Spieldauer: 115 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=MNuidOujFqQ
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 233 (8/2025).
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