Kino-Filmkritik: Superman
Also, das mit den Superhelden im Kino, das ist ja auch so eine verrückte Sache. Marvel hat mit seinen Helden Spider-Man, Hulk, Thor & Co sehr schnell einen ganz eigenen Ton gefunden. Satte Action und viel Humor bestimmen seitdem in 36 Kinofilmen das „Marvel Cinema Universum“, also das MCU. Auch wenn die Gelddruckmaschine zurzeit ein wenig stottert: Mit den Superhelden wurden bereits Milliarden verdient.
Der ewige Konkurrent von Marvel ist DC Comics. In diesem Verlag erscheinen seit jeher die gezeichneten Abenteuer von Superman, Batman und vielen hundert anderen Helden in Spandex-Unterwäsche. Auch hier gab es immer wieder Bemühungen, eigene Filme auf die Leinwand zu bringen. Das Urteil lautete dabei allerdings sehr oft: zu bemüht, zu ernst, zu düster, einfach zu schlecht umgesetzt.
Jetzt der Knall. Warner Brothers, die hinter den DC-Verfilmungen stehen, hat sich von Marvel das Kino-Mastermind James Gunn („Guardians of the Galaxy“) geschnappt, um ihn zusammen mit Peter Safran zum Herrscher über die neuen „DC Studios“ zu machen. Alles zurück auf Anfang heißt es nun. Die bisher etablierten Schauspieler für Batman, Superman, Wonder Woman & Co wurden allesamt entlassen: Jahrelang bastelte Peter Gunn an einem kompletten Neustart.
„Superman“ ist nun nach langer Wartezeit der allererste Film des „neuen“ DC-Universums, dessen Pläne bereits zehn Jahre in die Zukunft reichen. Die Erwartungen an eine neue cineastische Handschrift sind entsprechend hoch. Wird „Superman“, von Peter Gunn geschrieben und als Regisseur auch selbst gedreht, genauso punkig-rotzig wie die „Guardians of the Galaxy“?
Gut ist: Im neuen „Superman“ Film wird nicht im Urschleim gerührt. Die Origin-Geschichte wird also nicht ein hundertstes Mal erzählt. Die Handlung startet stattdessen „mittendrin“. Superman (David Corenswet) ist bereits in rot und blau als überall bekannter Held unterwegs. Wenn er nicht gerade auf der ganzen Welt Leben rettet, arbeitet er in seiner Geheimidentität als Clark Kent im Daily Bugle, er ist mit der Reporterin Lois Lane (Rachel Brosnahan) zusammen und Lex Luthor (Nicholas Hoult) ist der bekannte glatzköpfige Finanzmogul, der all sein Geld dafür investiert, um Superman schlecht aussehen zu lassen.
Worum geht es? Superman mischt sich in den Streit zweier ferner Länder ein, Lex Luthor befeuert die öffentliche Meinung mit Fake News und plötzlich ist Supie nicht mehr der Gute. Am Ende bekommt er es mit tippenden Affen, einem Pocketuniversum, gigantischen Monstren und einem Gegner in Metallrüstung zu tun, der ihm anscheinend überlegen ist. Zum Glück gibt es da noch die Justice Gang mit Green Lantern (Gunn-Kumpel Nathan Fillion), Hawkgirl (Isabela Merced) und Mister Terrific (Edi Gathegi). Und mit Krypto auch noch einen fliegenden Superhund zum Liebhaben.
James Gunn beweist ein starkes Händchen beim Casting – der neue Superman kommt sehr menschlich rüber, Lex Luthor ist herrlich fies und Green Lantern mit Topfhaarschnitt ein echter Szenendieb. Gunn versteht es wie kein zweiter, viele kleine Geschichten miteinander zu verweben, bis sie plötzlich ein großes Ganzes ergeben. Dazu mixt er ordentlich Action, Drama, Klamauk und ein bisschen was fürs Herz. Der neue „Superman“ macht erstaunlich viel Spaß, so kann es gern weitergehen. (CS / Bilder: Warner Bros. Pictures Germany)
Fazit: 4,5 von 5 Sternen (FSK: 12)
Spieldauer: 130 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=gvHULN7fxKI
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 233 (8/2025).
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