Cornhole 4 – Ein Event von „Unser Havelland“
Cornhole ist ein Wurfspiel, das vor allem in den USA sehr beliebt ist und das nach sehr viel Geschicklichkeit verlangt. Man kann es drinnen in der Halle oder draußen auf der Wiese spielen. Zwei Cornhole-Bretter stehen in einem Abstand von acht Metern einander gegenüber. Die deutschen Bretter sind 60 Zentimeter breit und 90 Zentimeter lang. Sie bestehen aus Holz, sind etwas schräggestellt und weisen im oberen Drittel ein Loch auf.
In einem Cornhole-Spiel spielen immer zwei Zweier-Teams gegeneinander. An jedem Brett steht jeweils ein Team-Mitglied. So stehen sich beide Spieler eines Teams immer gegenüber. In jeder Wurfrunde ist immer nur EIN Spieler eines Teams an der Reihe.
Die Gegner stehen neben ihrem Brett – einer links, einer rechts. Ein Spieler beginnt und wirft ein mit Mais oder Kunststoffkugeln gefülltes Stoffsäckchen in einer typischen Boule-Bewegung von unten nach oben so durch die Luft, dass es im besten Fall auf dem Cornhole-Brett gegenüber zu liegen kommt. Anschließend ist der Spieler aus dem anderen Team an der Reihe. Jedes Team verfügt über vier Säckchen einer Farbe. Beim abwechselnden Werfen kann man natürlich Säckchen vom Gegner vom Brett wischen oder sie versehentlich ins Loch befördern.
Sind alle acht Säckchen geworfen, werden die Punkte berechnet. Ein Sack auf dem Brett bringt einen einzelnen Punkt, ein Sack im Loch gleich drei. Aufgeschrieben wird immer nur die Differenz. Hat Team A vier Punkte gemacht, Team B aber sieben, so schreibt sich Team B drei Punkte gut.
Nach einer Wurfrunde liegen alle Säckchen „auf der anderen Seite“. Hier stehen die beiden Spieler, die bislang noch nichts zu tun hatten. Sie nehmen die Säckchen auf und werfen sie in der Rückrunde wieder zurück. So kommen die Spieler immer abwechselnd zum Zug. Es fängt immer die Mannschaft an, die zuletzt gepunktet hat. Wer zuerst 21 Punkte hat, gewinnt die Partie (mit 2 Punkten Vorsprung).
24 Teams starten durch
Am 3. Mai 2025 wurde bereits das 4. „Unser Havelland“ Cornhole-Turnier ausgetragen. 24 Teams hatten sich zum Turnier angemeldet. Darunter waren einige Wiederholungstäter, aber auch viele neue Mannschaften, die im gedruckten Magazin „Unser Havelland“ von dem Event erfahren hatten.
In diesem Jahr waren wir zu Gast auf der Sportanlage vom SV Blau-Gelb Falkensee e.V. (www.blaugelbfalkensee.de) in der Straße der Einheit. Hier durften wir unsere Bretter auf dem Rasen vor dem Fußballplatz aufbauen. Das Gastro-Team vom Verein versorgte die Spieler mit kalten Getränken und warmen Speisen. U.a. gab es wieder die berühmten großen Burger des Fußball-Vereins.
Jörg Schmidt ließ es sich als 1. Vorsitzender vom Verein nicht nehmen, zusammen mit seinem Sohn Lukas selbst ein Team zu bilden und um den Pokal zu spielen.
Einige der 48 Spieler hatten bereits Erfahrungen mit dem Cornhole-Sport, andere noch gar nicht. Um auch den Neulingen eine Chance zu geben, gab es auch dieses Mal wieder eine „Second Chance“.
Und diese funktionierte wie folgt: Es wurden sechs Gruppen mit jeweils vier Mannschaften gebildet. In der Gruppenphase spielte jedes Team gegen jedes andere Team innerhalb der Gruppe. Die beiden besten Teams einer Gruppe kamen in dem ganz normalen K.O-Zweig, die beiden schlechteren Teams in eine eigene K.O-Schiene – das wa die Second Chance.
Second Chance Sieger
Tatsächlich standen 12 Spielfelder bereit, sodass alle 24 Teams gleichzeitg zu ihren Spielen antreten konnten. Zu Wartezeiten kam es nur dann, wenn das nächste Team, gegen das man spielen sollte, noch in einem sehr lang andauernden Spiel blockiert war.
Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich ein allgemeines Cornhole-Tohuwabohu: Bunt eingefärbte Säckchen flogen im Dutzend durch die Luft, die eigenen Partner wurden abwechselnd beschimpft und gelobt und natürlich wurde auch ausgiebig über die Ausrüstung gemeckert: Die Säckchen waren zu leicht oder zu schwer, zu groß oder zu klein, zu staubig oder zu neu. Auch die Bretter waren zu kurz, zu rutschig, zu wackelig oder zu hoch.
Schnell kristallisierte sich aber die Erkenntnis heraus: Mit Wind, Sonne, Schatten und der Kombination aus Brett und Säckchen müssen sich am Ende auch die jeweiligen Gegner auseinandersetzen: So entschied am Ende doch nur die eigene Wurftechnik über Sieg oder Niederlage. Am einfachsten punktet man übrigens beim Cornhole, wenn die Säckchen möglichst steil nach oben in die Luft geworfen werden, sodass sie ebenso steil auf das Brett herunterfallen und hier dann auch liegen bleiben. Flach geworfene Säckchen neigen dazu, über das getroffene Brett zu rutschen, um dann am Ende vom Rand zu fallen und im Gras zu landen.
12 Mannschaften wurden nach der Gruppenphase in den „Second Chance“ Zweig des Turniers gelotst. Hier hatten die die Chance, sich trotz durchwachsener Leistungen noch einen Pokal zu sichern.
Nach vielen Spielen standen die besten drei Mannschaften fest. Sie mussten alle noch einmal gegeneinander antreten, um so den Besten der Besten zu küren. Die letzten Finalspiele zogen sich hin – niemand wollte jetzt noch klein beigeben, so kurz vor dem Sieg.
Im Second-Chance-Zweig des Turniers holten sich am Ende Dirk Weber und Marcel Hoffmann in türkis-bunten Ananas-Hemden verdient den Sieg. Auf Platz 2 folgten Ingo Kurda und Matthias Hoschek. Auf Platz 3 sicherten sich noch Jacek Schiffer und Thorsten Koch das Anrecht auf einen Pokal.
Die Turniergewinner
Im Profisport darf ein gut geworfenes Säckchen beim Cornhole übrigens nur dann punkten, wenn es direkt auf dem Brett landet.
Dieser Wurf gelingt natürlich auch Anfängern immer wieder einmal. Die Spieler beim „Unser Havelland“ Cornhole-Turnier waren allerdings sehr froh darüber, dass eine besondere Regel für Einsteiger Anwendung fand: Krabbler waren erlaubt.
Krabbler sind Säckchen, die noch vor dem Brett auf dem Rasen aufschlagen und dabei so viel Fliehkraft mitbringen, dass sie über das Gras rollen und dann gegen die Brettkante schlagen. In manchen Fällen stellen sie sich dann an der Brettkante auf, sodass noch ein kleiner Zipfel auf das Brett ragt. In anderen Fällen rollt das Säckchen sogar richtig auf das Brett hinauf und bleibt dann hier auf dem Holz liegen. In beiden Fällen gibt es einen Punkt. Hurra.
Wie bei jedem der vorangegangenen Turniere gab es aber auch hier lange Diskussionen darüber, ab wann ein auf das Brett ragender Zipfel nun einen Punkt ergibt oder nicht. Aus diesem Grund wurde das „Lot“ als wertendes Prinzip ausgegeben. Schaut man senkrecht von oben auf die untere Brettkante und sieht dort einen Krabbler, so gilt er als Punkt, wenn wenigstens ein Millimeter Stoff über die Lot-Kante aufs Brett ragt. Notfalls muss hier der Schiedsrichter entscheiden.
Einige der Cornhole-Spiele waren sehr schnell beendet, vor allem dann, wenn es einer Mannschaft gelang, in einer Runde gleich mehrere Dreier im Loch zu versenken. Andere Spiele zogen sich sehr in die Länge, weil beide Mannschaften in gleicher Höhe punkteten und somit keine neuen Punkte zu notieren waren.
Im normalen K.O.-Zweig des Turniers prallten die besten Mannschaften aufeinander. Entsprechend hochwertige Spiele gab es für die Zuschauer zu bestaunen. Die Säckchen flogen hier fast schon auf professionelle Weise durch die Luft.
Am Ende holten sich Bettina und Jörg Wagatha den Sieg des Turniers. Ullrich Jeske und sein Sohn Leo schafften es auf Platz 2. Dietmar Fechner und seine Tochter Manuela Polz landeten am Ende auf Platz 3. Herzlichen Glückwunsch. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 231 (6/2025).
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