Kein Zug fährt mehr: Bürgermeister Heiko Richter informiert über Bahnausfall und verteilt Flyer!
Im Brandenburger Speckgürtel von Berlin wohnen viele Menschen, die täglich mit der Bahn zum Arbeiten in die Hauptstadt fahren. Nun wird die Bahnstrecke Hamburg-Berlin unter Vollsperrung kernsaniert. Vom 1. August bis zum 30. April rollt auf der Strecke kein Zug mehr. Falkensee ist mit gleich drei stillgelegten Bahnhöfen besonders betroffen. Bürgermeister Heiko Richter befürchtet ein Verkehrschaos. Und versucht, rechtzeitig mit informativen Flyern Alternativen aufzuzeigen.
Am 22. Juli stand Heiko Richter, Bürgermeister von Falkensee, persönlich am Bahnsteig, um den Fahrgästen informative Flyer in die Hand zu drücken. Gleich an mehreren Tagen hatte sich der Bürgermeister den Wecker gestellt, um möglichst früh an der Bahnsteigkante zu erscheinen und so den Pendlerverkehr abzupassen.
Heiko Richter: „Es ist tatsächlich so, dass manche Pendler selbst jetzt Ende Juli noch gar nicht mitbekommen haben, dass die Bahn bald nicht mehr fährt. Andere sind bereits informiert – und verzweifelt. Ich habe auch mit Falkenseern gesprochen, die sehen ab August keine Möglichkeit mehr, nach Berlin zu gelangen. Sie haben ihren Job gekündigt, um sich nun in Brandenburg neu zu orientieren.“
Der Bürgermeister zeigt sich schockiert darüber, wie „unflexibel“ sich die Bahn im Vorfeld gezeigt habe: „Man ist auf keinen einzigen Wunsch von uns Kommunen eingegangen. Wir haben uns ja u.a. einen Pendlerbus nach Spandau gewünscht. Ich glaube, die Bahn ahnt nicht, was sie mit ihrem schlechten Schienenersatzverkehr anrichtet. In einer Diskussion haben die uns sogar gesagt, man könne das Chaos ja auch herbeireden. Die haben glaube ich überhaupt keine Vorstellung davon, was hier ab dem 1. August passieren wird. Zum Glück sind da noch Sommerferien und viele Pendler zunächst noch im Urlaub.“
Wie kann ein Flyer dabei helfen, das zu erwartende Chaos zu lindern? Heiko Richter: „Wir zeigen hier verschiedene Alternativen zur Bahn auf. Etwa mehrere Fahrradrouten. Oder die Möglichkeit, sich bei einer Mitfahrplattform anzumelden. Auch das E-Scooter-Angebot von Zeus in Falkensee wird erweitert.“
Wer bislang noch keinen Flyer abbekommen hat, kann sich online auch auf der Homepage www.falkensee.de/generalsanierung informieren.
Dr. Robert Liebich wohnt in Falkensee, arbeitet aber als Professor an der TU Berlin. Er ist auf die Bahn angewiesen: „Ich habe mir bereits ein E-Bike angeschafft, weil ich befürchte, bald mit dem Rad zur Uni fahren zu müssen. Eine Alternative wäre es, unter der Woche bei meinem Sohn in Berlin zu wohnen. Was die Bahn hier plant, ist eine Katastrophe. Ich halte die Vollsperrung für falsch. Man hätte die Strecke auch abschnittsweise sperren können, um immer nur Teile zu sanieren. Warum es eine Vollsperrung sein muss, soll mir erst einmal einer erklären.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 233 (8/2025).
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