Verreisen mit Herz: Dr. Klaudia Gavrilis arbeitet im MVZ Nauen und bietet eine intensive reisemedizinische Beratung an!
Wenn es um das eigene Herz geht, ist die Sorge oft groß, schließlich erscheinen alle Erkrankungen rund um das Blut pumpende Organ stets potenziell lebensgefährlich. Dr. med. Klaudia Gavrilis ist seit fast 20 Jahren in der Kardiologie tätig und arbeitet seit 2023 im Medizinischen Dienstleistungszentrum Havelland. Mit ihrer langjährigen Fachexpertise übernimmt sie nun die ärztliche Betreuung einer in Nauen bereits etablierten Herzsportgruppe. Zugleich hat sie aber auch ein Herz für Fernurlauber und bietet in ihrer Praxis eine intensive reisemedizinische Beratung an. (ANZEIGE)
Wer Probleme mit dem Herzen hat, weiß mitunter nicht so recht, was er selbst für seine Gesundheit tun kann, nachdem die Ärzte ihre Behandlung abgeschlossen haben.
Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach der Teilnahme in einer Herzsportgruppe ganz besonders hoch. In Nauen gibt es eine solche Herzsportgruppe schon sehr lange. Die Ärztin, die sie betreut hat, ist in den Ruhestand gewechselt – und es hat Zeit gebraucht, um einen Nachfolger zu finden, der die medizinische Betreuung der Gruppe wahrnimmt.
Nun hat im Mai 2025 Dr. med. Klaudia Gavrilis vom MVZ Nauen die Verantwortung übernommen: „Ich bin Fachärztin für Innere Medizin und seit 20 Jahren im Bereich der Kardiologie tätig. Ich habe auch für meine eigenen Patienten bereits nach einer Herzsportgruppe gesucht und fand es schade, dass es keinen Mediziner gab, der die bestehende Gruppe weiter unterstützt. Nun kümmere ich mich darum. In die Herzsportgruppe kommen Patienten jeden Alters, die bereits eine Herzvorerkrankung haben. Das können Menschen mit Bypass oder Stents sein oder die eine Herzschwäche aufweisen.“
In einer Herzsportgruppe tauscht man sich natürlich wunderbar mit anderen Menschen aus, vor allem mit ebenfalls Betroffenen, die mitunter die gleichen Fragen zu Herzerkrankungen haben, die die gleichen Sorgen durchleben und die vielleicht ebenfalls nach Ratschlägen suchen, um mit der eigenen Herzproblematik besser umgehen zu können.
Dr. Klaudia Gavrilis: „Die Herzsportgruppe verfolgt aber auch einen ganz praktischen Ansatz. Es gibt drei große Gefäße, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Sie werden von vielen kleinen Umgehungskreisläufen unterstützt. Sobald ich mich sportlich betätige, sendet das Herz ein Signal aus. In der Folge werden mehr Umgehungsstraßen gebaut. Wenn sich dann ein größeres Gefäß verschließt, hat der Körper bereits ausreichend Umleitungen gebaut, um den Ausfall vielleicht abpuffern zu können. Der Herzsport ist also eine optimale Vorbeugung für ein mögliches künftiges Risiko.“
Denn die Patienten haben in der Regel alle eine Gefäß-Sklerose. Die Gefäße sind also verkalkt wie die Schläuche einer Waschmaschine. Daraus folgt: Wer bereits eine koronare Herzerkrankung hatte, hat ein höheres Risiko dafür, dass es zu einem zweiten Herzinfarkt kommt oder dass sich ein weiteres Gefäß verschließt. Umso wichtiger ist es, wenn sich durch den Herzsport neue Versorgungswege bilden, die eben noch nicht verkalkt sind.
Beim Herzsport wird also moderat Sport gemacht, um das Herz so zu fordern, dass neue Gefäße gebildet werden, die es mit Sauerstoff versorgen können.
Dr. Klaudia Gavrilis: „Die Herzsportgruppe bietet den Patienten auch Sicherheit. Oft wissen sie nach einem Herzinfarkt oder einem Eingriff nicht, wie sehr sie ihr Herz überhaupt noch belasten können. Es gibt Menschen, die über dieser Frage depressiv werden. Große Studien belegen immer wieder, dass körperliche Betätigung das beste Antidepressivum überhaupt ist. Außerdem beugt Bewegung Krebserkrankungen vor.“
Die Herzsportgruppe trifft sich einmal in der Woche und zwar immer Montag von 13 bis 14 Uhr im Nauener Fitness-Zentrum Kraftakt. Organisiert wird die Herzsportgruppe vom „Trend- und Gesundheitssportverein Nauen e.V.“, kurz „TGV Nauen“ genannt. Die Übungsleiterin vor Ort ist u.a. Anke Grewe aus Paulinenaue.
Dr. Klaudia Gavrilis: „Wer bei der Herzsportgruppe mitmachen möchte, geht einfach zu seinem Hausarzt und meldet hier seinen Bedarf an. Der Arzt füllt einen Reha-Sport-Antrag aus, der bei der Krankenkasse eingereicht wird, damit diese die Kosten übernimmt. Mit der Diagnose einer koronaren Herzerkrankung wird das für gewöhnlich bewilligt. Dann kann man sich gezielt in dieser Gruppe anmelden. Zur Erstverordnung gehören 90 Übungseinheiten in 24 Monaten.“
Ist denn die Ärztin bei jedem Treffen der Herzsportgruppe immer mit dabei?
Dr. Klaudia Gavrilis: „Alle paar Wochen bin ich mit vor Ort, um Fragen aller Art zu beantworten. Ansonsten stehe ich auf Abruf bereit und halte mich immer in der Nähe auf, sodass ich im Ernstfall schnell am Ort des Geschehens bin. Das ist auch die Voraussetzung dafür, damit so eine Herzsportgruppe tätig sein darf – ein Arzt muss im Hintergrund für Notfälle zur Verfügung stehen. Ein Rettungssanitäter ist aber im Kraftakt immer mit dabei, sodass die sofortige Erstversorgung gewährleistet ist.“
Ich möchte verreisen: Habe ich in Sachen Urlaubsmedizin an alles gedacht?
Dr. Klaudia Gavrilis kann außerdem in ihrer Nauener MVZ-Praxis von allen Menschen aufgesucht werden, die eine große Reise planen – und sich in Bezug auf die Reisemedizin beraten lassen möchten.
Dr. Klaudia Gavrilis: „Es lohnt sich manchmal durchaus, gemeinsam einen Reiseplan anzuschauen, gerade dann, wenn er von einem fernen Land zum anderen führt. Da kann es passieren, dass man mit dem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist und einen kurzen Landgang in einem Land mitmacht, in dem gerade das Gelbfieber grassiert. Hat dann das Nachbarland eine Impfpflicht gegen Gelbfieber verhängt, wird man mitunter an der Grenze zurückgewiesen, weil man aus einem Gelbfiebergebiet kommt, den Impfschutz aber nicht nachweisen kann. Solche Zusammenhänge sind für den Laien nicht immer leicht zu erkennen. Ich beobachte stets das aktuelle internationale Infektionsgeschehen und kann die Menschen entsprechend aufklären, wenn sie zu mir kommen.“
Die Ärztin schaut sich die Reiseroute an und spricht gezielt Empfehlungen für Impfungen aus, die sinnvoll sind: „Dabei muss man sich den Reiseplan genau anschauen. Wer die ganze Zeit in seinem 5-Sterne-Hotel bleibt, braucht mitunter weniger Impfungen als jemand, der als Rucksack-Tourist im ganzen Land unterwegs ist und vielleicht nah an einem Gewässer in einer Lodge übernachtet.“
Die „Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit“ hält Listen von Praxen bereit, deren Ärzte speziell zertifiziert für Auskünfte im Bereich der Reisemedizin sind. Dr. Klaudia Gavrilis: „Ich schaue mir die Reiseroute mit allen Zwischenstopps an, achte auf Vorerkrankungen und überprüfe den aktuellen Impfstatus. Es macht keinen Sinn, einen Patienten gegen Japanische Enzephalitis zu impfen, wenn es noch nicht einmal einen aktuellen Tetanus-Schutz gibt. Anschließend erstellen wir einen Impfplan. Das muss etwa acht Wochen vor einer Reise geschehen, denn manche Impfungen wie z. B. die gegen Denguefieber erfordern gleich mehrere Spritzen in einem gewissen zeitlichen Abstand, bevor sie einen echten Impfschutz vermitteln.“
Gibt es denn eine Impfung, die die Reiseärztin unbedingt empfiehlt? Dr. Klaudia Gavrilis: „Ja, die gegen Grippe, Es gibt so viele Menschen, die tausende Euro für einen Urlaub ausgeben, sich im Flugzeug mit Grippe anstecken und dann zwei Wochen im Hotelbett flachliegen.“
Bei der reisemedizinischen Beratung geht es aber nicht nur um die Impfung. Es ist ein Komplettpaket. Im Gespräch geht es auch um den Sonnenschutz, um eine Mückenabwehr oder um Reiseübelkeit.
Dr. Klaudia Gavrilis: „Es gibt viele Fragen, die wir besprechen. Wo kommen die eigenen Medikamente für eine Reise am besten hin? In den Koffer oder ins Handgepäck? Sind sie im Handgepäck, brauche ich mitunter einen Medikamentenplan vom Arzt, weil es ansonsten Probleme mit dem Sicherheitspersonal am Flughafen gibt. Außerdem muss man sich mit der Frage beschäftigen, wie man im Ausland in 24 Stunden an seine Medikamente kommt. Dafür gibt es eigene Versicherungen.“
Die Krankenkassen übernehmen die reisemedizinische Beratung, wenn man das im Vorfeld so besprochen hat. Ansonsten ist es eine privatärztliche Leistung, die etwa 30 Euro kostet.
Dr. Klaudia Gavrilis: „Frauen nutzen häufiger eine reisemedizinische Beratung, weil sie eine Reise gern besonders gründlich planen. So erfahren sie bei mir, dass die Balkanstaaten FSME-Gebiet aufgrund infizierter Zecken sind. Hier lohnt es sich also, sich gegen FSME impfen zu lassen.“
Dr. Klaudia Gavrilis arbeitet im MVZ Nauen (Ketziner Straße 13 A, 14641 Nauen, www.havelland-kliniken.de, Tel.: 03321-421533). (Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 232 (7/2025).
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