Kino-Filmkritik: Karate Kid: Legends
Ach, das war ein Film fürs Herz. 1984 startete „The Karate Kid“ im Kino. Der weise Karate-Trainer Mister Miyagi half seinem jungen Schüler Daniel LaRusso nicht nur dabei, tolle Kampfsport-Moves zu erlernen, sondern auch, sein Teenager-Leben in den Griff zu bekommen – und bei dem von ihm angehimmelten Mädchen zu punkten. Mehrere Fortsetzungen und eine Netflix-Serie später erscheint tatsächlich ein Film, der dem Original auf Augenhöhe Respekt zollen kann.
Mit „Karate Kid: Legends“ wird der alte Spirit des Klassikers noch einmal auf wirklich perfekte und würdige Weise neu auf die Kinoleinwand getragen.
Wir lernen zunächst den chinesischen Teenager Li Fong (Ben Wang) kennen. Nach dem Tod seines großen Bruders möchte die Mutter (Ming-Na Wen) noch einmal ganz neu anfangen – und das ausgerechnet im fernen New York. So muss Li Fong seinem geliebten Onkel Mister Han (Jackie Chan) Lebewohl sagen. In dessen Kung-Fu-Schule hat sich Li Fong immer besonders wohl gefühlt. Noch schlimmer: Seine Mutter nimmt ihm das Versprechen ab, den Kampfsport fortan an den Nagel zu hängen und in New York jedem Streit aus dem Weg zu gehen.
Im „Big Apple“ freundet sich Li Fong mit der quirligen Nachbarin Mia (Sadie Stanley) an, dessen Vater Victor (Joshua Jackson) einen coolen Pizzaladen betreibt.
Doch der Ärger sucht Li Fong nicht nur, er findet ihn auch sehr schnell. Nachbar Victor hat Ärger mit finsteren Geldeintreibern. Und Mias Exfreund ist der brutale Kämpfer Connor (Aramis Knight), der bereits mehrmals nacheinander das lokale Martial-Arts-Turnier gewonnen hat.
Als Li Fong nicht mehr weiterweiß, taucht sein Onkel Han in New York auf. Und das nicht alleine: Er bringt auch noch Daniel LaRusso (Ralph Macchio) mit, damit sein Schüler neben Kung-Fu auch noch Miyagi-Karate lernt.
„Karate Kid: Legends“ erzählt eine spannende Geschichte, die genug Nostalgie mitbringt, damit sich Fans des Original-Films angesprochen fühlen. Er ist aber zugleich so eigenständig, dass niemand, der die Vorgängerfilme nicht kennt, Angst haben muss, nichts zu verstehen. Der Film begeht außerdem nicht den Fehler, sich auf zwei oder drei Stunden Spieldauer endlos auszuwalzen. Anderthalb Stunden geht es komprimiert und damit dauerhaft spannend zur Sache – dann ist die Story auch schon vorbei. Wie eine schnelle Achterbahnfahrt.
Die Actionszenen und Kämpfe sind toll choreographiert und lassen sich sehr gut anschauen. Sie sind aber nicht der alleinige Zweck des Films. Regisseur Jonathan Entwistle legt großen Wert darauf, dass alle seine Figuren auf der Leinwand zu leben beginnen. Und so dauert es nicht lange und die Zuschauer fiebern mit jedem einzelnen Charakter mit. Vor allem Mia und ihr Papa Victor schließt man sehr schnell in sein Herz. So wird der Film zu einem sehr emotionalen Feel-Good-Movie – auch für Leute, die kein Kung-Fu mögen.
Ben Wang trägt als unbekannter No-Name perfekt den ganzen Film. Und Jackie Chan zeigt einen dezenten augenzwinkernden Humor, der ihn einmal von einer ganz anderen Seite zeigt. Ein nahezu perfekter Film. (CS / Bilder: Sony Pictures)
Fazit: 5 von 5 Sternen (FSK: 12)
Spieldauer: 94 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=lYFlmTb4YtI
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 232 (7/2025).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige
