Raupengefahr: Bei Sichtung vom Eichen-Prozessionsspinner Konstantin Wilde aus Falkensee rufen!
Der Eichen-Prozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter. Gefährlich sind seine Raupen, die ausnahmslos auf Eichen zu finden sind. Sie schützen sich vor Fressfeinden mit Brennhaaren, die bei Menschen, die befallenen Eichen zu nahe kommen, böse Hautirritationen und allergische Reaktionen hervorrufen können. Konstantin Wilde ist Baumkletterer aus Falkensee. Er hilft mit seinem Team dabei, die Nester zu entfernen.(ANZEIGE)
Konstantin Wilde (36) ist „Der Baumkletterer“. Seine Falkenseer Firma gibt es seit 2012. Er wird beauftragt, wenn es darum geht, die Bäume im eigenen Garten zu begutachten, sie von Totholz zu befreien und zu pflegen, und natürlich auch, wenn Bäume gefällt werden müssen. Etwa, weil sie krank sind und an Pilzbefall leiden. Weil sie wie viele Birken in Dürrephasen verdursten und absterben. Oder weil sie, auch das kommt vor, zu nah am Haus wachsen oder einem Bauprojekt im Weg stehen.
Zurzeit ist Konstantin Wilde wieder vermehrt im Auftrag der öffentlichen Hand unterwegs, um auf Schulhöfen und Kitaspielplätzen nach jungen Eichen-Prozessionsspinnern zu suchen: „Gerade auf dem Gelände von Schulen und Kitas stehen oft prächtige Eichen. Hier macht sich leider gerne der Eichen-Prozessionsspinner breit. Seine Brennhaare sind für Kinder sehr gefährlich. Deswegen werde ich beauftragt, in den Bäumen nach Nestern zu suchen – und sie zu beseitigen. Das gleiche kann ich natürlich auch für jeden privaten Gartenbesitzer tun, der eine Eiche auf seinem Grundstück zu stehen hat.“
Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 30 Millimetern. Er ist braun-grau gefärbt und nicht besonders auffällig. Er fliegt von Ende Juli bis Anfang September. Bevor der Falter im Herbst stirbt, hat er schon längst seine Eier abgelegt. Die Raupen spinnen Nester am Stamm der Eichen, in denen sie sich tagsüber verstecken. Nachts verlassen sie das Nest, um an den Blättern der Eiche zu fressen. Dabei bewegen sie sich in geordneten Reihen voran, eine Raupe dicht an der anderen. Eben wie in der namensgebenden Prozession.
Konstantin Wilde: „Die Raupen schlüpfen im Frühjahr aus den Eiern. Sie häuten sich sechs Mal, bevor sie sich verpuppen. Erst ab dem dritten Larvenstadium entwickeln sie die gefährlichen Brennhaare. Die Raupen werden bis zu fünf Zentimeter lang, entsprechend viele Brennhaare haben sie. Die Brennhaare sind innen hohl und enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein. Es kann böse Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.“
Das Problem ist, dass die Brennhaare leicht brechen. Sie bleiben auch in den abgestreiften Larvenhäuten im Nest zurück. Geht ein Mensch unter dem befallenen Baum vorbei, kann er den in der Luft herumfliegenden Nesselhaaren ausgesetzt sein. Konstantin Wilde, der auch staatlich geprüfter Forstwirt und FLL-zertifizierter Baumkontrolleur ist: „Mitunter fällt ein altes Nest vom Baum herunter. Man fährt mit dem Rasenmäher drüber und verteilt so die Nesselhaare besonders intensiv in der Luft. Mit den stark schmerzenden Hautreizungen hat man tagelang zu tun. Und da reden wir noch nicht davon, was passiert, wenn man die Brennhaare in die Lunge oder in die Augen bekommt.“
Das Baumkletterer-Team nutzt Atemmasken und Schutzkleidung. Es steigt in die Eichen, sprüht die Nester mit klebrigem Haarspray ein, um die Brennhaare zu binden, und sammelt die Nester in einer Plastiktüte ein. Am Ende wird die Borke kurz abgeflammt, um die letzten Härchen zu entfernen. Gerettet. (Text/Fotos: CS)
Info: Der Baumkletterer Konstantin Wilde, Bochumer Straße 7, 14612 Falkensee, Tel.: 0162-6505207,
www.baumpflege-havelland.de
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 231 (6/2025).
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