1. Sommerfest in Dallgow-Döberitz: Tanzendes Rathaus
Warum sollen denn immer nur die anderen Gemeinden und Städte Spaß haben? Ab sofort hat auch Dallgow-Döberitz sein eigenes Sommerfest. Das Debut startete am 1. Juli rund um das neue Rathaus im sogenannten „Rathausgarten“. Viele Dallgower folgten dem Ruf von Bürgermeister Sven Richter – und bekamen eine gemütliche Sause mit vielen Attraktionen geboten.
Es war einmal der Bürgerhaushalt von Dallgow-Döberitz. Der wird jedes Jahr aus dem Gemeindesäckl mit 50.000 Euro bestückt – und die Bürger können im Anschluss selbst vorgeben, wofür das Geld ausgegeben wird. Für dieses Jahr gab es einen großen Wunsch von Anke Eppler: Es sollte endlich einmal ein zünftiges Sommerfest in Dallgow (www.dallgow.de/sommerfest) gefeiert werden.
Die Bürger wählten diese Idee aus ihrer Mitte mit großem Vorsprung auf Platz 1 – und die Gemeinde nahm den Ball schnell auf, um alle Bürger am 1. Juli in den Rathausgarten einzuladen. Von 12 bis 24 Uhr wurde hier gefeiert, als hätten die Dallgower noch nie etwas anderes gemacht.
Vor und hinter dem Rathaus gab es für die Besucher einen bunten Budenzauber. Die Bogenschieß-Abteilung vom SV Dallgow lud gegen Spende zum Schießen mit Pfeil und Bogen ein. Weitere Informations- und Mitmachangebote gab es etwa vom Tierheim Falkensee, von der Gemeindebibliothek Dallgow-Döberitz, von der Kita Villa Kunterbunt, von den Sielmanns Natur-Rangern, vom Förderverein Dallgow-Dorf, von der Freiwilligen Feuerwehr und von vielen anderen Einrichtungen, Vereinen und Institutionen. Auf diese Weise konnte man sich darüber informieren, was es eigentlich so für spannende Angebote in der Nachbarschaft gibt.
Daniela Erler von den Natur-Rangers informierte beim Fest, was die Kinder in der Döberitzer Heide so tun: „Wir erforschen zusammen die Natur, bauen Insektenhotels und drehen Filme über die Tiere, die wir entdecken. Wir sind zurzeit etwa 30 Kinder. Gerade bei den älteren Jahrgängen freuen wir uns über weitere Teilnehmer.“
Die Kinder konnten an den Ständen vor Ort auch Stoffe bemalen und sich schminken lassen. Außerdem war es möglich, Riesenseifenblasen zerplatzen zu lassen, auf riesigen Heuballen herumzutoben, die Hüpfburg zu besteigen oder im Karussell zu fahren.
Besonders stolz waren die ehrenamtlichen Fahrer am Stand vom Dallgower BürgerBus. Denn der feierte mit seiner Linie 670 just auf dem Fest sein zehnjähriges Bestehen. Thomas Janisch als Vorsitzender: „Unser Jubiläum haben wir eng mit dem Sommerfest in Dallgow verbunden. Als besonderes Geschenk an die Bürger haben wir sogar einen Shuttle-Service mit unserem roten Bus eingerichtet, der das Sommerfest bis nach Seeburg anbindet, sodass die Leute hier nicht vor Ort nach einem Parkplatz suchen müssen. Mit den Spenden, die wir dabei gesammelt haben, möchten wir etwas Gutes im Ort tun. Wir denken da an eine Bank in der Bahnhofstraße. Denn die ist sehr lang und es wäre doch schön, wenn sich gerade ältere Leute auf dem Weg vom Einkaufen nach Hause auch einmal kurz hinsetzen können.“
Der erste BürgerBus in Dallgow wurde noch mit Lotto-Mitteln des Landesverkehrsministeriums und der Staatskanzlei bezahlt. Das Geld für den Folgebus stammte vom Landkreis Havelland und der Gemeinde Dallgow-Döberitz. Die Betriebskosten übernimmt zu 45 Prozent Havelbus, den Rest zahlt die Gemeinde. Mit dem roten Bus können Dallgower Bürger sich zu abgelegenen Ecken fahren lassen, die der „normale“ Bus nicht erreicht.
Hinter dem Rathaus war eine große professionelle Bühne mit einer Tanzfläche davor aufgebaut. Hier gab es den ganzen Tag über ein buntes Bühnenprogramm mit vielen Live-Auftritten. Die Dallgower Band „Urban Fringe“ trat auf, ebenso der Schülerchor der Grundschule „Am Wasserturm“, die Abteilung Rhythmische Sportgymnastik vom SV Dallgow, das Kinderprogramm „Hops & Hopsi“ und abends die Live-Band „Flashback“. DJ Mickey Cyrox führte durch das Programm.
Auf eben dieser Bühne wurde das Fest um 14 Uhr auch von Bürgermeister Sven Richter eröffnet. Der Bürgermeister hatte sich für sein allererstes Fest ordentlich Rückendeckung eingeladen. So konnte er auch den Landrat Roger Lewandowski, die Bundestagsabgeordneten Ariane Fäscher und Uwe Feiler sowie den Ortsvorsteher von Seeburg Harald Wunderlich mit auf die Bühne bitten. Natürlich durfte auch die Dallgower Heidekönigin Nina Göller nicht fehlen.
Der Bürgermeister war nach einem ersten Rundgang und Budenbesuch auch mehr als angetan von der Resonanz auf „sein“ erstes großes Fest: „Es sieht so aus, als hätten sich die Bürger wirklich genau so ein Fest gewünscht, wenn ich mir die vielen Menschen anschaue, die vor Ort mit dabei sind. Das Wetter spielt mit und auch die Laune ist gut.“
Aber kann das Fest bei dieser Resonanz – über 3.000 Besucher waren da – nicht auch eine regelmäßige Veranstaltung werden, unabhängig vom aktuellen Bürgeretat, der ja auch wieder für andere Dinge eingesetzt werden sollte? Sven Richter: „Ich kann noch nichts versprechen, aber die ersten positiven Impulse in diese Richtung sind da.“
Thilo-Harry Wollenschläger vom Schaustellerbetrieb Wollenschläger hatte dem Rathaus ordentlich unter die Arme gegriffen, um das Fest auf besonders professionelle Weise stemmen und vorbereiten zu können. Das Kinderkarussel, die Tanzfläche, die vielen Bierzeltgarnituren zum Sitzen und drüber hinaus noch viele Buden mit verschiedenen Angeboten zum Essen und zum Trinken: Alles kam von den Schaustellern.
Der in Falkensee lebende Schausteller-Chef war selbst vor Ort: „Wir Schausteller können ja nicht nur Karussell, sondern auch Bühnen. Wir haben alles aufgebaut, uns um die Technik gekümmert und rechts und links alles vorbereitet. Es ist schön, dass es Leute gibt, die es sich in der heutigen Zeit trauen, noch etwas selbst neu gründen. Das Fest findet ja heute zum ersten Mal statt. Der Anfang ist gemacht für die nächsten Jahre.“
Bis in die späten Abendstunden haben die Dallgower gefeiert. Danilo Schulz aus Dallgow-Döberitz: „Gerade nach der langen Corona-Zeit war es sehr wichtig, dass es so ein Fest für alle Dallgower gibt. Es gab sehr viel zu sehen und auch für die Kinder hatte man sehr viele Angebote auf die Beine gestellt. Und wenn man hier am Rathaus von Bude zu Bude ging, traf man immer wieder Leute, die man zwar kennt, aber schon lange nicht mehr gesehen hat.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 209 (8/2023).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige

































