Der Kulturclub Pausin e.V. setzt sich seit 1997 dafür ein, dass das Dorfleben vor Ort nicht zum Erliegen kommt und die Menschen zusammenkommen und gemeinsam feiern. Nach dem „Angertrödel“ und dem „Pausiner Rudelsingen“ gibt es nun ein neues einfallsreiches Event: Beim „Nostalgischen Familientag“ rund um die Kirche Pausin ging es am Tag der Deutschen Einheit zurück in die Achtziger Jahre. Es gab Kinderspiele, wie sie früher einmal gespielt wurden. Und mit Soljanka, Kaltem Hund und Ketwurst das dazu passende Essen.
„Back to the 80s“: Zurück in die Achtziger hieß es am 3. Oktober auf dem Pausiner Anger. Vor der Pausiner Dorfkirche hatte der Kulturclub Pausin e.V. viele Bierzeltgarnituren und auch ein Zelt aufgebaut.
Der Verein wollte die Pausiner gern zu einer besonderen Zeitreise einladen. Christina Schiplack: „Wir hatten einen Nostalgischen Familientag geplant. Dabei haben wir uns gefragt: Was haben wir eigentlich als Kinder damals in den 80er Jahren gespielt, als es noch keine Computer und keine Handys gab und man sich draußen mit seinen Freunden zum Spielen und Toben getroffen hat?“
Über zwanzig ehrenamtliche Helfer aus dem Kulturclub Pausin hatten den Schulterschluss mit der Dorfkirche gesucht und gemeinsam ein historisch fundiertes Programm zusammengestellt.



Für die Kinder hatte man ein Himmel-und-Hölle-Hopsekästchenschema auf die gesperrte Straße gemalt. Es gab Torwandschießen, Eierlaufen, Topfschlagen, Büchsenwerfen, Ringewerfen und sogar ein Tauziehen – alles direkt auf der grünen Wiese gleich neben der Kirche.
Christina Schiplack: „Jeder von uns hatte eigene Ideen, was man bei dem Fest für nostalgische Spiele von früher anbieten konnte. Die Idee und die Botschaft an die Kinder da draußen war ganz klar: Lasst die Handys und Tablets liegen, schaltet den Computer aus, und geht nach draußen, um neue Freunde zu finden und gemeinsam Spaß zu haben.“
Direkt vor der Kirche wachsen Kastanien. Da war es kein Problem, schnell ein paar reife Kastanien einzusammeln, um eine Bastelstrecke im Zelt vorzubereiten. Mit Zahnstochern, Perlen und Klebeaugen konnten die Kinder aus den Kastanien kleine Männchen und lange Raupen basteln. Ausgedacht hatte sich das Angebot Julia Jedrzejczak: „Zusammen mit meinem Sohn hatte ich ein paar Muster vorgebastelt – zur Inspiration.“
Die Pausiner haben die neue Veranstaltung sehr gut angenommen: Nur Minuten nach dem Start um 13 Uhr füllten sich bereits die Bänke, eine Stunde später war kaum noch ein freier Platz zu finden.



Ramona Schmelzer, Mitglied sowohl im Kulturclub als auch im Gemeindekirchenrat der Dorfkirche Pausin: „Ganz nostalgisch haben wir uns im Vorfeld überlegt: Was haben wir früher eigentlich gegessen?“
Das nostalgische Angebot spiegelte natürlich vor allem die damalige Esskultur aus den Zeiten der DDR wider. Aber das passte natürlich, denn Pausin lag ja nun einmal „damals“ in der DDR. Deswegen brachten die Dorfältesten aus dem Kulturverein gerade diese Erinnerungen mit in die Veranstaltung ein.
Volker Hönes, ehemaliger Konditor, nun im Ruhestand, kümmerte sich mit um die kulinarische Versorgung der Besucher mit historisch korrekten Fast-Food-Angeboten. Aus seinem mobilen Pizzaofen kam das klassische Toast Hawaii, das in der DDR übrigens auch als „Karlsbader Schnitte“ bekannt war. Volker Hönes: „Unseren Toast Hawaii haben wir ganz klassisch mit Schinken, Ananas und einer Scheibe Käse in den 400 Grad heißen Ofen geschoben. Am Ende kommt auch noch eine klassische eingelegte Kirsche darauf.“
Zusätzlich gab es an den Ständen auch noch den berühmten Kalten Hund, handgeschabte Kartoffelpuffer, Currywurst und Ketwurst. Wer Ketwurst nicht kennt: Das ist die ostdeutsche Antwort auf den westlichen Hotdog. Hier drückt man Ketchup in ein langes und hohles Weißbrotbrötchen, in dessen Loch man anschließend eine Brühwurst steckt.



Romy Berndt hatte einen riesigen 20-Liter-Topf Soljanka gekocht: „Dafür habe ich ein altes DDR-Familienrezept verwendet. Ich mache die Suppe mit Jagdwurst statt mit Kassler. Und dann kommen da auch noch Zwiebeln, Tomaten, Gurken, Paprika, Letscho und Gewürze dazu. Man braucht einen Tag, um die Suppe anzusetzen, dann lässt man sie über Nacht ziehen und schmeckt sie am nächsten Tag noch mal ab.“
Auch für ein richtiges Programm hatten die Verantwortlichen gesorgt. Der Grünefelder Chor trat mit seinen Liedern auf, der im letzten Jahr neu gegründete Chor Ohrenweide Falkensee war mit dabei und auch die Jagdhornbläser Pausin spielten auf.
Eine gelungene Veranstaltung, bei der nur die neu zugezogenen Pausiner etwas vermisst wurden. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 248 (11/2026).





















