Der Bahnhof Wustermark hat im letzten Jahr einen neuen vorgelagerten Parkplatz erhalten, damit die Pendler nach Berlin oder zum ortseigenen GVZ hier ihre Autos abstellen können. Aber was ist eigentlich mit den vielen Radfahrern? Auch an sie wurde nun gedacht. Am 13. Februar wurde am Bahnhof ein neues Fahrradparkhaus eröffnet, das 174 neue Stellplätze für Räder aller Art bietet. Bürgermeister Holger Schreiber, Verkehrsminister Detlef Tabbert, Ute Bonde als Berliner Senatorin für Mobilität und weitere Gäste eröffneten die Anlage.
Es muss ja nicht immer das Auto sein. Damit die Menschen aber bereit dazu sind, das eigene Auto einmal stehenzulassen, muss man den ÖPNV attraktiver machen.
Für alle Wustermarker, die gern mit dem Fahrrad unterwegs sind, wurde nun ein weiterer Baustein für die Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV in die Hand genommen. Am Bahnhof Wustermark ist eine neue Fahrradabstellanlage entstanden, die Platz für 174 neue Stellplätze bietet. Wie man das bereits von der Anlage in Falkensee her kennt, ist das System dazu in der Lage, die Räder in sogenannten „Doppelstockparkern“ unterzubringen. Weil die Räder dann zum Teil übereinanderstehen, wird Platz gespart.

Es gab auch früher schon eine Fahrradabstellanlage am Bahnhof. Die alte Anlage östlich der Zugangstreppe wurde zurückgebaut und durch die neue modulare Fahrradabstellanlage ersetzt. Der westliche Bereich bleibt zunächst abgesperrt und wird in naher Zukunft modernisiert. Die alten „Felgenkiller“ sollen durch 34 neue Hoch-Tief-Radeinsteller ersetzt werden.
Interessant: Die neue Anlage entspricht einem einheitlichen Standard. Die Planung und die Gestaltung der modularen Anlagen kommen vom VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg). Das Unternehmen spricht hier nun vom „VBB-RadPark“.
Der „RadPark Wustermark“ ist Teil des sogenannten Pilotprojekts „Modulares Fahrradparken“ im Land Brandenburg, an dem bereits 12 Kommunen mit 13 Bahnstationen beteiligt sind – und in dessen Folge landesweit mehr als 2.450 neue Fahrradabstellplätze entstehen. Es wurde am Bahnhof Wustermark gemeinsam von Bund, Land, dem VBB, der Firma infraVelo und der Gemeinde umgesetzt.
Die Firma infraVelo ist dabei für die digitale Seite des Fahrradparkens verantwortlich. Über eine App können die Fahrradbesitzer die einzelnen Parkmöglichkeiten öffnen und abschließen. Für eine Übergangszeit bis Ende April werden für das Kurzzeitparken noch keine Gebühren erhoben, später zahlt man einen gewissen Obolus.
Michael Fugel ist der Geschäftsführer von infraVelo: „Knapp 400.000 Menschen pendeln täglich zwischen Berlin und Brandenburg. Gerade deshalb braucht es eine Infrastruktur, die zuverlässig über Ländergrenzen hinweg funktioniert. Unser digitales Zugangssystem ParkYourBike ist ein Schlüssel dafür. Bereits 15 Anlagen für das gesicherte Fahrradparken in Berlin und Brandenburg setzen auf unser System – über 4.700 Personen nutzen es bereits. ParkYourBike ist sicher, einfach und einheitlich – und setzt damit einen länderübergreifenden Standard für modernes, vernetztes Fahrradparken.“



Vor Ort gibt es nun eine Sammelschließanlage mit 84 gesicherten Stellplätzen und acht Schließfächern, eine weitere Sammelschließanlage mit eigenem Schiebetor für sechs Sonderfahrräder und einen offen zugänglichen, aber überdachten Bereich für 84 weitere Räder.
Holger Schreiber, Bürgermeister der Gemeinde Wustermark: „Wustermark ist für viele Menschen ein wichtiger Pendlerstandort, daher ist eine moderne und attraktive Fahrradinfrastruktur am Bahnhof ein zentraler Baustein unserer Mobilitätsentwicklung. Mit den neuen Radabstellanlagen schaffen wir einen echten Mobilitätsschub für unseren Bahnhof und machen den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel deutlich komfortabler.“
Der Bürgermeister machte auch darauf aufmerksam, dass zum Konzept vor Ort nicht nur eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gehört, sondern auch eine Videoüberwachung, um potenziellen Langfingern gleich auf die Finger zu schauen. Er wies auch darauf hin, dass die Anlage eigentlich schon zum 23. Januar hätte eröffnet werden sollen: „Da hat uns aber einer kalt erwischt, mit dem wir gar nicht gerechnet haben – der Winter.“
Holger Schreiber freute sich auch noch aus zwei weiteren Gründen über den Ausbau vom Bahnhof Wustermark mit vielen neuen Parkplätzen für die Radfahrer: „5.200 Pendler sehen wir bereits jetzt täglich, die aktuell den Bahnhof Wustermark nutzen. Und es werden noch mehr. Wir als Gemeinde sind dabei, am Mühlenweg ein weiteres Wohngebiet auf den Weg zu bringen. Hinzu kommt, dass wir mit dem Landkreis Havelland ein kreiseigenes Gymnasium für 800 Schüler errichten werden – nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt. Die zukünftigen Schüler werden den VV-RadPark sicherlich ebenfalls nutzen.“



Zwei Millionen Euro hat der Ausbau des Parkplatzes am Bahnhof Wustermark gekostet. Für die Radparkanlage kamen noch einmal 954.000 Euro hinzu. 90 Prozent der Summe konnten gefördert werden, die darüber hinausgehenden Kosten trägt die Gemeinde Wustermark mit Eigenmitteln.
Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Mit dem ‚VBB-RadPark‘ setzen wir auch in Wustermark neue Maßstäbe für nachhaltige Mobilität. Die Kombination aus modularer Holzbauweise, Photovoltaik und innovativen Serviceangeboten macht das Fahrradparkhaus zu einem echten Vorbild für künftige Projekte. Unser Ziel ist es, eine komfortable, sichere und klimafreundliche Radinfrastruktur im ganzen Land zu etablieren.“
Christoph Heuing, Geschäftsführer VBB, schaute in die Zukunft: „Mit dem Pilotprojekt ‚Modulares Fahrradparken‘ kommen wir auch 2026 weiter gut voran. Die Eröffnung des VBB-RadParks hier in Wustermark ist ein wichtiger Schritt, und mit der Fertigstellung von insgesamt neun Anlagen in diesem Jahr gehen wir konsequent weiter voran.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 240 (3/2026).

