Anna Filimonova hat an der Akademie der Bildenden Künste in St. Petersburg studiert. Ihr Malstil ist geprägt von der klassischen realistischen russischen Schule, die ganz genau hinsieht und der präzisen Abbildung der Wirklichkeit verpflichtet ist. Feinste Licht- und Farbnuancen bringen Annas Landschaftsbilder und Stillleben zum Leuchten. Ihre besondere Maltechnik gibt Anna Filimonova inzwischen in Finkenkrug an ihre Schülerinnen und Schüler weiter. Die Bilder ihrer „Meisterklasse“ sind ab sofort im Dallgower Rathaus zu sehen. Die Vernissage fand am 13. Februar statt.
Das Seestraßenensemble und ihre Sopran-Sängerin Marianne Kienbaum-Nasrawi begrüßten die Gäste im Dallgower Rathaus am 13. Februar um 17 Uhr mit einem Stück von Georg Friedrich Händel.
Anschließend erzählte Ronald Mewes den Besuchern der Vernissage: „Die Malschule von Anna Filimonova existiert seit über zehn Jahren. Sie startete mit fünf Teilnehmern, inzwischen arbeiten 13 Erwachsene und sieben Kinder und Jugendliche in Finkenkrug unter ihrer Aufsicht an ihren Bildern. Der jüngste Schüler ist acht Jahre, die älteste Teilnehmerin 80 Jahre alt.“



Dallgows Bürgermeister Sven Richter freute sich über zahlreiche Besucher in seinem Rathaus und erinnerte daran, dass Anna Filimonova bereits im Februar 2024 eine eigene Ausstellung in den Fluren des Rathauses hatte. Nun ist sie mit ihrer Meisterschule zurückgekehrt: „Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass wir heute erneut unsere Türen für beeindruckende Werke regionaler Künstlerinnen und Künstler öffnen können. Dass sich Kreativität aus eigener Nachbarschaft hier präsentiert, zeigt, wie lebendig und vielfältig das künstlerische Schaffen in unserer Region ist. Wir laden zum Innehalten ein, zum Dialog und dazu, unsere vertraute Umgebung mit neuen Augen zu sehen.“
Für seine netten Worte und seine Rolle als Gastgeber bekam Sven Richter von der Malklasse ein gemaltes Porträt von sich selbst geschenkt.
Aber der Abend gehörte natürlich vor allem den Schülerinnen und Schülern der Malschule. 115 Bilder waren im Parterre und im Obergeschoss vom Rathaus zu sehen, davon waren nur zehn von Anna, der Rest stammte von der Malschule. Die Qualität der einzelnen Meisterklasse-Bilder in Bleistift, Pastell, Buntstift, Öl und Aquarell ist tatsächlich erstaunlich. Noch bis zum 10. April können sich neugierige Gäste selbst davon überzeugen.
Eine wahre Meisterschülerin von Anna Filimonova ist etwa Karin Mattes. Ein grünes Waldbild aus dem Brieselanger Forst mit lilafarbenen Blütentupfen am Boden wirkt ebenso naturgetreu wie ein gemaltes Abbild der Wirklichkeit wie etwa ein Steinpilz, der sich aus dem moosbedeckten Waldboden schiebt.



Karin Mattes: „Ich bin seit 2015 bei Anna in der Malschule. Ich habe schon als Kind sehr gern gemalt, vor allem Pferde. Bei Anna wollte ich ihre Technik lernen – das hat sehr gut funktioniert. Anna bringt uns das Sehen bei, wir schauen beim Malen viel genauer hin. Als ich noch arbeiten war, habe ich die Malschule einmal in der Woche besucht, jetzt bin ich zwei Mal in der Woche bei ihr. Mein größtes Problem beim Malen ist es noch immer, alle Details klar zu sehen und vielleicht auch, den richtigen Farbton zu finden. Mir macht gerade das Arbeiten in der Gruppe sehr viel Spaß, weil man sich gegenseitig befruchtet und Tipps gibt. Ich kann beim Malen immer besonders gut abschalten und alle Alltagssorgen vergessen. Das ist ein richtig schönes Hobby. Wir haben in Anna auch eine Lehrerin gefunden, wie wir es besser nicht hätten treffen können. Sie sieht sofort jeden Fehler in einem Bild und weist uns darauf hin. Inzwischen verkaufe ich auch einige meiner Bilder.“
Claudia Mewes malt bereits seit 2017 bei Anna: „Am Anfang war ich einmal im Monat bei ihr, inzwischen bin ich zwei Mal in der Woche in der Malschule. Ich habe mich schon immer sehr für die Malerei interessiert und gezielt nach einer Malschule gesucht. Die Absolventen der St. Petersburger Schule sind ja technisch sehr brillant. Anna hat es geschafft, dass meine Bilder besser geworden sind. Diese traditionelle Schule, die lehrt ja sonst niemand in unserer Region, da haben wir mit Anna wirklich Glück gehabt.“
Claudia Mewes malt am liebsten Landschaften. Da geht es auch nicht darum, vom Foto abzumalen: „Im Sommer gehen wir mit der Malschule nach draußen – und malen im Freien. Am liebsten am Schwanengraben. Meine Bilder hänge ich Zuhause auf, ich verkaufe sie nicht. Das wäre mir zu anstrengend.“



Anna Filimonova ist mit ihren Malschülern sehr zufrieden: „Ich gebe mir sehr viel Mühe mit meinen Schülerinnen und Schülern – und bin auch sehr stolz, wenn sie Fortschritte machen. Jeder malt mit seinen eigenen Händen und seinen eigenen Gefühlen – und so sind alle Werke ganz individuell verschieden – und immer in einem ganz persönlichen Stil gehalten.“
Die Kinder sind in der Regel zwei Stunden in der Woche in der Finkenkruger Malschule (mittwochs 16:30 bis 18 Uhr), die Erwachsenen drei Stunden (mittwochs und/oder samstags 16:30 bis 18:30 Uhr). Möglich ist es auch, am Montag, am Freitag oder am Samstag einen Tagesmalkurs im „ARTelier“ in der Zaunkönigstraße 15 zu buchen, während dem man ein Bild in Öltechnik anfertigt, das man gleich im Anschluss mit nach Hause nehmen kann.
Anna Filimonova (www.anna-filimonova.de) bietet zusammen mit ihrem Mann Edmund Becker vom Falkenseer Hexenhaus auch besondere Kombi-Events an. Anna Filimonova: „Dann malen wir vier Stunden in meinem Atelier und gehen anschließend zusammen im Hexenhaus essen.“ (Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 240 (3/2026).








