Niklas Fuchs gründet neue Firmen fast im Minutentakt. Er stellt Automaten mit Süßigkeiten und Softdrinks auf, hat einen eigenen Winterdienst gegründet und reinigt mit seinem Team verschmutzte Außenflächen. Nun hat er auch noch einen Flohmarkt ins Leben gerufen, der ab sofort regelmäßig auf dem Gelände des Falkenseer Falkenmarkts stattfinden soll. Das Debüt am 7. Juni war sehr gut besucht, das Interesse der Havelländer ist geweckt.
Ach, es macht doch einfach Freude, von einem Flohmarktstand zum nächsten zu wechseln, um nach einer preiswerten Überraschung zu suchen, die man einfach unbedingt haben und zum Schnäppchenpreis erstehen muss.
Ein Trödelmarkt ist immer eine gute Gelegenheit, ungeniert im Hausrat fremder Menschen zu wühlen. Was der eine nicht mehr gebrauchen kann und preiswert abzugeben sucht, ist für den anderen ein wahrer Schatz, den es so längst nicht mehr im normalen Ladengeschäft zu kaufen gibt.
Das Trödeln scheint im Havelland tatsächlich ein weit verbreitetes Hobby zu sein. Längst gibt es in fast jedem Ort eigene Trödeltage, bei denen die Haushalte ihre Gartentore öffnen und interessierte Passanten an die aufgestellten Tische mit ausrangierten Dingen bitten.



Niklas Fuchs (23) aus Falkensee will das Trödeln, Handeln und Verkaufen noch weiter professionalisieren. Als Ergänzung zum bereits etablierten Trödelmarkt am Havelpark darf man nun seinen „Flohmarkt Falkensee“ sehen (www.flohmarkt-falkensee.de), der ab sofort im hinteren Bereich des Falkenmarkts in Falkensee anzutreffen ist.
Am 7. Juni wurde das Debüt gefeiert. Es gab Platz für etwa einhundert Stände, der Eintritt war für alle Besucher frei. Zusätzliche Parkplätze für die potenziellen Käufer standen auch auf dem Gelände des Hellweg Baumarkts bereit. Wer sich als Händler beteiligen wollte, musste sich allerdings im Vorfeld anmelden. Die Verkaufsfläche auf dem Flohmarkt kostet für private Händler zehn Euro für einen Meter Breite; sechs Euro zusätzlich, wenn das eigene Auto als mobiles Warenlager mit am Stand stehen soll. Tische oder Stände wurden nicht gestellt, hier mussten die Trödler vorerst noch eigenes Material mitbringen. Das soll sich aber noch ändern.
Niklas Fuchs ist ein äußerst umtriebiger Gründer. Als „Snackfuchs“ (www.snackfuchs.de) stellt er Automaten an vielen Stellen im Havelland auf, an denen man sich rund um die Uhr mit ungewöhnlichen Süßigkeiten und bunten Energy-Drinks versorgen kann. Nachdem der von vielen Orten im Winter beauftragte Schneeräumdienst für großen Unmut in der Bevölkerung gesorgt hatte, kam der „Winterdienst Fuchs“ (www.winterdienst-fuchs.de) hinzu. Zuletzt wurde „Kommunaldienste Fuchs“ (www.kommunaldienste-fuchs.de) gegründet, um verschmutzte Wege, Terrassen und Einfahrten zu säubern.



Ist Niklas Fuchs vielleicht langweilig? Mitnichten. Fuchs selbst: „Ich bin jemand, der immer unterwegs ist, der immer auf Trab sein muss und der ständig neue Ideen hat. Auf dem Parkplatz am Finkenmarkt an der Spandauer Straße kümmern wir uns bereits um den Winterdienst und um die ganzjährige Reinigung. Bei dem schönen Gelände habe ich mir gedacht, dass es perfekt für einen Flohmarkt geeignet wäre. Und da ich gern die Rolle des Organisators übernehme, habe ich gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Das war alles andere als leicht. Die finale Genehmigung habe ich erst eine Woche vor dem offiziellen Termin am 7. Juni bekommen.“
Es ist schwer, eine neue Veranstaltungsreihe in Gang zu bekommen. Beim Debüt vom „Flohmarkt Falkensee“ hatten sich aber bereits viele Händler angemeldet, darunter auch einige aus der Nachbarschaft, die ihre Waren mit dem Bollerwagen aufs Gelände brachten. Niklas Fuchs: „Angemeldet waren 49 Stände. Elf Trödler sind nicht erschienen; bestimmt, weil es frühmorgens noch geregnet hatte und es vor Ort keinen Unterstand gab. Wir hatten zum Start also 38 Stände, das ist für den Anfang doch gar nicht so schlecht.“
Beim Rundgang von einem Stand zum anderen zeigte sich viel Potenzial für die Käufer. Es gab ausrangierte Kleidung, viele Kinderspielsachen, Brettspiele, alte Vinyl-Schallplatten, aber auch Schuhe, Comics, Bücher, Küchenmaschinen, Geschirr, Gläser und jede Menge Alltagsgegenstände vom Dachboden oder aus dem Keller.
Flohmarktbesucherin Angela Krüger wurde fündig und freute sich über eine messingfarbene Teekanne: „Die kommt in meinen Garten. Da pflanze ich eine Blume hinein und das sieht bestimmt sehr schön aus.“



Stellenweise waren am Sonntag 200 bis 300 Besucher gleichzeitig auf der Fläche, um sich umzuschauen – ein guter Wert für eine allererste Veranstaltung. Auch Andreas und Martina Kohn waren vor Ort, um die Stände zu begutachten. Andreas Kohn: „Wir sind nur sehr selten einmal auf einem Flohmarkt. Heute hat aber das sonnige Wetter perfekt gepasst, und wir waren einfach neugierig. Spannend fanden wir einen Stand mit lustigen Schildern, da wären wir fast schwach geworden.“
Ein erster Publikumsmagnet war ein Stand, an dem es seltene Pokémon- und One-Piece-Karten gab. Das Sammelgebiet boomt zurzeit und zog viele erwachsene Sammler an, die sofort überprüft haben, ob es hier bezahlbare Karten gibt, die ihnen noch fehlen.
Ein anderes Angebot hatte Niklas Fuchs selbst inszeniert: Es standen vier Paletten mit sogenannten Retourenpaketen von großen Onlinedienstleistern auf dem Platz. Niklas Fuchs: „Im Havelpark steht ja ein Automat von uns, in dem man ein Überraschungs-Retourenpaket ziehen kann. Niemand weiß, was im Paket steckt. Wir haben diese ‚Mystery Packs‘ nun auch auf dem Flohmarkt verkauft – ab zehn Euro pro Paket. Die Besucher haben wie verrückt zugeschlagen. Ich habe ein Mädchen gesehen, das hat einen pinken Plüschbademantel ausgepackt – und war sehr glücklich damit. Sie hat ihn gleich angezogen und ist so über den Flohmarkt gelaufen.“
Das Snackfuchs-Team hatte aber nicht nur die Retourenpakete dabei, sondern kümmerte sich vor Ort auch um kalte Getränke und verkaufte bunte Süßigkeiten. Hinzu kamen drei Foodtrucks mit Burgern, Crêpes und Softeis.
Niklas Fuchs: „Wir werden nun die Erfahrungen vom ersten Flohmarkt auswerten, mit dem Besitzer des Geländes sprechen und dann Pläne für die Zukunft machen. Ich würde es mir wünschen, wenn wir wenigstens einmal im Monat trödeln könnten. Ich habe auch schon wieder weiterführende Ideen – etwa ein Late-Night-Shopping bis 22 Uhr mit Feuertonne und Musik.“

Für den Falkenmarkt ist der Flohmarkt die beste Werbung: Viele Besucher wussten vorher gar nicht, welche Geschäfte hier zu finden sind. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 244 (7/2026).




















