Seit 1993 ist Bodo Oehme (CDU) der amtierende Bürgermeister in Schönwalde-Glien. Nun muss er das Rathaus in neue Hände übergeben. Vier Kandidaten gingen für die Übernahme des Bürgermeisterpostens ins Rennen. Nach der ersten Stimmabgabe mussten Yvonne Hartley und Sven Kraatz in die Stichwahl. Am 11. Oktober wählten die Bewohner der Gemeinde erneut. Das Ergebnis fiel sehr klar aus: Yvonne Hartley (SPD) wird in den kommenden acht Jahren die Geschicke der Gemeinde als Bürgermeisterin lenken.
Die Ära Bodo Oehme geht zu Ende: Der amtierende Bürgermeister scheidet vorzeitig aus seinem Amt aus und wird Ende November sein Büro räumen. Die Folge: Es wird ein Nachfolger gesucht, der am 1. Dezember die Führung des Rathauses übernehmen kann. Oder eine Nachfolgerin. Am 20. September stand für über 8.800 wahlberechtigte Bürger die Wahl an. Vier Kandidaten standen bereit: Yvonne Hartley (SPD), Sven Kraatz (parteilos), Steffen Gierke (parteilos) und Marlen Hank (unterstützt durch die CDU). Die Wahlbeteiligung lag bei 66,4 Prozent.
Die erste Wahl brachte für keinen Kandidaten eine absolute Mehrheit. Deswegen mussten die beiden Bestplatzierten in die Stichwahl gehen: Yvonne Hartley und Sven Kraatz traten nun direkt gegeneinander an. Am 11. Oktober kam es zur Stichwahl. Die Wahlbeteiligung lag mit 55,2 Prozent etwas niedriger als bei der ersten Wahl.


Um 18 Uhr schlossen die Wahllokale, um 18:15 Uhr gab Paaren im Glien das erste Ergebnis bekannt. Von Anfang an führte Yvonne Hartley mit über 60 Prozent der abgegebenen Stimmen – und gab diesen Vorteil nicht mehr auf. Um 19:10 Uhr waren die letzten Wahlzettel ausgezählt – das Ergebnis stand fest.
Yvonne Hartley gewann die Stichwahl mit 62,9 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Sven Kraatz unterlag mit 37,1 Prozent.
Die neue Bürgermeisterin für die kommenden acht Jahre feierte mit etwa hundert Leuten im Pfarrhaus in Paaren im Glien. Das ist auch der Ortsteil, in dem sie selbst wohnt. Mit ihrer Mutter, Parteifreunden und vielen Unterstützern aus der ganzen Region verfolgte sie die Auswertung der Wahl an einem großen Monitor – und wagte es trotz des Vorsprungs bis zuletzt nicht, in Jubel auszubrechen. Dann brachen aber alle Dämme – und die Genossen ließen Konfettikanonen knallen.


Wer ist die neue Bürgermeisterin? Yvonne Hartley (40) arbeitet zurzeit noch im Rathaus in Nauen und muss hier nun ihren Aufhebungsvertrag unterschreiben: „Unser Nauener Bürgermeister Dr. Wiebersinsky ist ja selbst erst gerade ins Amt gewählt geworden und kann sich deswegen gut in mich hineinversetzen. Er unterstützt mich voll und ganz, auch wenn er mich am liebsten gar nicht hergeben würde.“
Wo sieht Yvonne Hartley ihre erste Aufgabe? Sie sagt: „Ich muss zuerst mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus sprechen, um sie alle kennenlernen und um mir einen Überblick zu verschaffen, was alles getan werden muss. Wir haben einen großen Personalmangel und Investitionsstau. Am wichtigsten ist es mir, zügig die offenen Stellen zu besetzen, damit wir die anstehenden Aufgaben angehen können – etwa die Schulerweiterung, das Strandbadgebäude, die Feuerwehr.“
In der Gemeindevertretung gab es zuletzt sehr viel Streit. Wird das nun endlich besser werden? Yvonne Hartley: „Wir haben im Vorfeld mit vielen Gemeindevertreterinnen und -vertretern gesprochen, viele wünschen sich einen echten Neustart. Wir wollen alle zur Sachpolitik zurück.“ (ϑ Text/Foto: CS)
Hinweis: alle Zahlen sind ein vorläufiges Endergebnis.
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 248 (11/2026).




